SaschaSalamander

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Tag: Reihe

Elbenthal 03 - Die eisige Göttin

Mit DIE EISIGE GÖTTIN legt Ivo Pala uns nun den dritten Band der ELBENTHAL-SAGA vor. Die ersten beiden Teile >DIE HÜTERIN MIDGARDS< und >DER SCHWARZE PRINZ< habe ich hier im Blog bereits ausführlich und begeistert vorgestellt. Eine Inhaltsangabe zum Buch möchte ich nicht schreiben, denn es schließt nahtlos an den Cliffhanger des zweiten Buches an, sodass alles Weitere nur ein Spoiler wäre. Die Bücher hängen als eine fortlaufende Handlung zusammen, sodass ein anderes Lesen als in der korrekten Reihenfolge nicht möglich ist. Ich richte die Rezension also ausschließlich an die Leser der Vorgänger, alle anderen verweise ich auf Band 1 der Reihe. 

Auch möchte ich mich ungern wiederholen. Der actionreiche Schreibstil, die das Verweben von Technik und Tradition, die Tiefgründigkeit der nordischen Mythologie, die leichtgängige Sprache, der Autor bleibt sich selbst treu und greift in jeder Hinsicht so richtig in die Vollen. Was ich lobend hervorheben möchte: oft erkennt man an Mehrteilern, wie ein Autor den Stil im Laufe der Jahre des Schaffens änderte, die Bücher wirken abgehackt und teilweise nicht stimmig, daher lese ich nur sehr ungern Fortsetzungsromane. 

Inzwischen ist klar: Hier ist das nicht der Fall. Ivo Pala wusste von Beginn an, wohin die Reise seiner Helden gehen soll, er hatte ein durchgängiges Konzept, und alle Bücher sind "wie aus einem Guss", als hätte er sie binnen weniger Monate am Stück geschrieben, auch sein Stil und Vorgehen behält er bei. Jedes Zahnrädchen passt millimetergenau, es gibt im letzten Band viele Verweise auf den ersten, und rückblickend ergeben sehr viele Szenen des ersten Buches nun einen neuen Sinn. Es erfordert viel Vorarbeit und vor allem eine straffe Konsequenz, eine Saga auf diese Weise umzusetzen. Pala hat mit dieser Geschichte eine Welt geschaffen, die ihresgleichen sucht und definitiv zu den Favoriten des Genres gezählt werden darf. 

Auch freue ich mich, dass das Ende nicht in einem enttäuschenden Sumpf endet, in dem alles vermatscht wird, was bisher geschah (manchen Autoren merkt man an, dass sie endlich Schluss machen wollen). Vielmehr steigert sich die Handlung zum Ende hin, verdichtet sich immer mehr (was bereits im zweiten Band kaum möglich schien) und endet in einem der Serie würdigen Showdown, der seinesgleichen sucht. Einzig schade: ich hätte mir nach einem solch epischen Geschehen doch einen etwas längeren Ausklang gewünscht, um langsam mit den inzwischen liebgewonnenen Freunden etwas herunterzukommen und noch ein wenig bei ihnen zu verweilen, bevor es nach dem großen Knall alles vorbei ist. Das war mir doch etwas zu abrupt. 

Trotzdem - alle Fragen sind geklärt, nichts bleibt offen, und ich schließe die Reihe zufrieden und "satt" ab, ohne noch irgendwelchen Gedanken nachzuhängen, die mich nicht loslassen. Der Autor hat es geschafft, den Leser von der ersten zur letzten Seite an die Hand zu nehmen und ihn durch eine wilde Achterbahnfahrt durch Raum, Zeit, Welten, Gefühle und Äonen schicken. Puh, durchatmen, Luft holen, vorbei ... 

Ein Abschlussband, der die Fans der Reihe auf jeden Fall begeistert. Danke an den Autor für viele Stunden spannende Unterhaltung :-)

SaschaSalamander 04.07.2014, 09.14 | (0/0) Kommentare | PL

Mindnapping 15 - Einsamer Anruf

Eine junge Frau bewirbt sich als Mitarbeiterin bei einer erotischen Hotline. Sie erfährt so manches über die Abgründe der menschlichen Lüste. Doch dann hat sie plötzlich einen Anrufer am Apparat, der deutlich zu weit geht. Und aus den Telefonaten wird eine reale Bedrohung. 

Autor dieser Folge ist André Minninger. Ich war im ersten Moment irritiert, kannte ich ihn doch nur von den Fragezeichen und somit als Schreiberling für Kinder- bzw Jugendserien. Und tatsächlich ist die vorliegende Folge von Mindnapping sein erster Ausflug in die Welt der Erwachsenenhörspiele. Noch dazu ein ziemlich gewagter, wenn man sich das Thema ansieht ;-)

Die Geschichte beginnt mit ziemlich vielen Erklärungen, die Einleitung ist ungewöhnlich lang, bevor dann tatsächlich der Thrill auftritt. Trotzdem empfand ich diese Einleitung nicht als langweilig (wenn auch für die Reihe Mindnapping untypisch) sondern habe mich gut unterhalten, als die ersten Telefonate geführt wurden und der Hörer in das Setting eingeführt wurde. Dann kommt es zur ersten Begegnung mit dem Antagonisten, die Lage spitzt sich immer mehr zu, und dann am Höhepunkt der typische Twist. 

Zugegeben, der Twist kommt überraschend, aber so ganz überzeugt hat er mich nicht. Es ist zwar, wenn man es ein wenig dreht und ein Auge zudrückt in sich schlüssig, jedoch wirkt es leider ein wenig konstruiert, nicht so ganz stimmig zum Rest der anfangs sehr gelungenen Folge. Die Geschichte bot insgesamt sehr viel Potential, das im Moment der Wende dann leider verschenkt wurde. Es hätte eine pfiffige, heiße und packende Story sein können, wird mit dem Hintergrundwissen beim weiteren Hören dann allerdings etwas flach und geradlinig. 

Interessant finde ich, wie das Thema Erotik und Hotline hier angegangen wird. Anfangs dachte ich, es würde ähnlich wie bei Dopamin ordentlich zur Sache gehen, aber das ist hier nicht der Fall. Minninger lotet zwar einige Untiefen aus, überlässt es jedoch der Phantasie der Hörer, was sie sich nun darunter vorstellen. Der Blick hinter die Kulissen der Erotikhotlines ist zwar fiktiv, jedoch kann ich mir sehr gut vorstellen, dass es so tatsächlich ablaufen könnte. Sex als Ware, das wird hier sehr schön präsentiert. 

Gut finde ich auch, wie die Handlung diesmal erzählt wird. Da EINSAMER ANRUF vor allem vom Telefonieren handelt, wird die Geschichte sehr dialoglastig erzählt. Wenig Actionsequenzen, kein Gerenne, Geschrei. Was geschieht, erfährt man allein aus dem Gespräch der Mitarbeiter untereinander. Das kommt mir sehr gelegen, entspricht genau meinem Stil und hat mir sehr gefallen. Ich kann mir vorstellen, dass das manchen Hörern aufstoßen könnte, weil man mit Hörspielen ja doch eine Handlung mit mehr Soundkulisse erwartet, aber ich finde es schön, dass Mindnapping immer wieder neue Wege geht und mit ungewöhnlichen Ansätzen experimentiert. Ich finde, das ist hier diesmal absolut gelungen!

Die Sprecher sehe ich dieses Mal etwas gemischt. Michael von Rospatt bringt seinen Part herrlich widerlich rüber, er ist eine große Bereicherung für diese Folge. Bekannte Sprecher wie Robert Missler, Luise Lunow oder Martin Sabel in kleinen Nebenrollen verleihen diesmal die gewisse Würze. Anja Topf und Gabi Libbach, hm, sie machen ihre Sache nicht schlecht, aber es fehlt ein wenig Feuer. Gerade, weil die aktuelle Episode extrem dialoglastig ist, wäre da ein bisschen mehr Einsatz wünschenswert gewesen. Es liegt zum Teil allerdings auch an den Rollen, die extrem schwer zu verkörpern sind, die skrupellose Chefin kommt sehr gefühlskalt beim Hörer an, das ist Absicht für die Story, für die Umsetzung jedoch etwas monoton. Auf den Twist der Mitarbeiterin kann ich nicht eingehen, diesen kann sie jedoch sehr gut darstellen. Im Nachhinein wirkt die Unschuld einerseits, das professionelle Auftreten andererseits sinnig, beim ersten Hören allerdings wirkt es sehr gekünstelt. Liegt in diesem Fall jedoch an der Rolle, nicht an der Sprecherin, das ist einfach verdammt schwer umzusetzen. 

Die Musik fügt sich für meinen Geschmack sehr gut in das Hörspiel, sie fiel mir nicht negativ auf, hat die Story nicht überlagert und konnte eine gute Atmosphäre vermitteln. 

Jede Folge bei Mindnapping ist ein neues Experiment, sei es mit Crossover, neuem Autor, ungewöhnlichem Konzept oder einer anderen Überraschung. Da ist es logisch, dass man stets unterschiedliche Hörergruppen anspricht. Was mich betrifft, ich fand EINSAMER ANRUF sehr unterhaltsam. Stellenweise recht spannend, wenn auch nicht schlafraubend. An meine liebsten Folgen kommt es nicht ganz heran, insgesamt aber hat es mir wieder gut gefallen. Besonders die ungewöhnliche Erzählweise ist hervorzuheben und interessant zu hören.

SaschaSalamander 18.03.2014, 09.13 | (0/0) Kommentare | PL

Witch and Wizard 01 - Verlorene Welt

WITCH AND WIZARD 01 - VERLORENE WELT ist der Auftakt einer neuen Serie des Erfolgsautors >James Patterson<. Von ihm stammen erfolgreiche Serien wie MAXIMUM RIDE, LINDSAY BOXER, ALEX CROSS und viele andere. Auch hat er unzählige Einzeltitel geschrieben. 

Ich habe hier und da schon in seine Werke hineingelesen, länger verfolgt habe ich keine Serie. Er zählt für mich in die Kategorie "seichte, aber doch spannende Unterhaltung". Manchmal braucht man sowas zwischendurch. Und unter dieser Voraussetzung bin ich auch an die neue Reihe WITCH AND WIZARD herangegangen: mich einfach mal richtig gut unterhalten zu lassen.

Die Reihe handelt von den Geschwistern Whit und Whisty Allgood, die eines Tages festgenommen und ins Gefängnis gesteckt werden. Angeblich besitzen sie magische Kräfte und seien gefährlich für die "Neue Ordnung". Im Gefängnis lernen die beiden ihre Kräfte kennen und sie einzusetzen, sie fliehen und entschließen sich zu kämpfen. Ob ihnen das gelingen wird?

Das klingt nicht neu, auf jeden Fall aber spannend und aus der Feder eines Erfolgsautoren wie gemacht für einen packenden Start in die Reihe. Und wie zu erwarten: ich habe mich prächtig unterhalten. Trotzdem muss ich leider ein paar Mängel anmerken. 

Logik ist in diesem Buch nicht gerade die Stärke des Autors, und auch, wenn "Fantasy" immer der Gestaltung des Autors überlassen ist, gibt es doch so manches, das für geübte Fantasy-Ohren ungewöhnlich klingt und auch nicht erklärt wird. Einige Punkte scheinen mir dagegen recht platt von anderen Autoren abgekupfert, ich habe unzählige Elemente wiedererkannt. Der Leser wird nicht in die Welt eingeführt, Begriffe werden wie nebenbei erwähnt, ohne dass dadurch sehr viel klarer wird. Die Grundidee der "Neuen Ordnung" sowie der Welt, in der Whit und Wistyleben, sind an sich ist recht interessant, doch alles enthält zu wenig eigene Substanz, um wirklich Bestand zu haben. Es hat stellenweise den Anschein, als wolle der Autor schnell einen Bestseller an den nächsten Reihen, ohne sich wirklich mit Vorarbeit, Zusammenhang und neuartigen Ideen aufhalten zu wollen. 

Der Humor ist hier recht zweischneidig. Ob er gefällt oder nicht, das ist wohl sehr stark vom Leser abhängig. Mir persönlich ist er gelegentlich zu rotzig und unrealistisch. Jugendliche, die zum Tode verurteilt werden, verhalten sich für mein Empfinden einfach anders. Einerseits wirken die beiden Protagonisten extrem naiv, auf der anderen Seite zeigen sie keinerlei Respekt (was hier wohl den Charakterzug von Stärke darstellen und die Rebellion gegen das System unterstreichen soll) und scheinen kaum in der Lage, Situationen einschätzen zu können. Wer mit der Peitsche die Haut im Gesicht aufgeplatzt bekommt, sollte danach keine dummen Sprüche reißen (oder bin ich etwa ein Weichei, wenn ich nach einer solchen Aktion lieber kurz einmal die Klappe halte statt den Gegner zu verhöhnen?)

Ich empfand es stellenweise als sehr unpassend, was die beiden von sich gaben. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass Jugendliche das trotzdem unterhaltsam finden und sich köstlich über die frechen Sprüche amüsieren. 

Die Dialoge sind allerdings ziemlich ... nun ja, Geschmackssache. "Du leuchtest!" - "Was?" - "Du leuchtest!" - "Wie? - "Was ist daran nicht zu verstehen?" - "Na, dass ich leuchte!". Ich denke, das ist ein recht gutes Beispiel, wie der Humor in diesem Buch funktioniert. Wobei ich es stellenweise schon sehr seltsam finde, wie einer der Geschwister eine magische Sache nach der anderen macht, beide das völlig gelassen hinnehmen als wäre das völlig normal, und dann eine  Kleinigkeit plötzlich dazu führt, dass sie plötzlich völlig außer sich ihre magischen Fähigkeiten erkennen. Aber gut, auch hier: nicht jedes Buch ist für jeden Leser geeignet, und Jugendliche dürften das recht witzig finden.

Die Handlung ist ziemlich geradlinig und vorhersehbar. Das sehe ich jedoch nicht als abwertend, denn wie gesagt habe ich es mir ja genau aus diesem Grund geholt: leichte Unterhaltung für zwischendurch. Von daher fand ich es witzig, meine Vermutungen alle bestätigt zu sehen und zu verfolgen, wie die Geschwister sich ihren Weg bahnen. 

Erzählt wird die Geschichte abwechselnd aus Sicht von Wisty (verkörpert durch Inga Reuters) und Whit (gesprochen von Aleksandar Radenkovic). Inga Reuters war mir bisher unbekannt, ich werde mir den Namen jedoch gut einprägen. Sie ist eine der wenigen weiblichen Sprecher, die überzeugend Emotion transportieren können und die gekonnt mit ihrer Stimme zu jonglieren vermag. Sie lacht, weint, schreit, ist begeistert, enttäuscht, überrascht, man fiebert mit ihr mit und kann sich alles sehr bildlich vorstellen. Ich hoffe sie öfter zu hören, sie hat das Hörbuch für mich zu einem kleinen Erlebnis gemacht.

Aleksandar Radenkovic, den ich schon häufiger gehört habe, überzeugte mich dieses Mal weniger. In den bisherigen Hörbüchern, die ich erlebt habe, fand ich ihn nicht schlecht, er spricht eher ruhig und sachlich, sodass er gerade für Titel wie >NIKOS REISE DURCH ZEIT UND RAUM< einfach ideal ist. Hier allerdings hätte ich mir mehr Einsatz gewünscht. Neben Inga Reuters verblasst er und lässt Whit zu einer Nebenfigur werden.

Mein Fazit für das Hörbuch? Es ist eines der Jugendbücher, das sich wirklich nur an Jugendliche richtet, ein All-Ager ist es definitiv nicht. Meiner Ansicht hat das Buch nichts, das es aus der Masse der aktuellen Serien hervorhebt und somit erwähnenswert macht. Aber ich will ehrlich sein: auch Jugendliche dürfen sich gerne mal so richtig spannend unterhalten lassen, Logik und Substanz hin oder her. Und dafür ist WITCH AND WIZARD perfekt. Freche Sprüche, eine flotte Handlung, spannende Abenteuer, witzige Charaktere, für Jungen wie für Mädchen gleichermaßen geeignet. Von daher, auch wenn ich selbst die Fortsetzungen nicht verfolgen werde, kann ich es also trotzdem empfehlen :-)

Wertung: 3,5 von 5 sprechende Wiesel

SaschaSalamander 05.03.2014, 08.42 | (0/0) Kommentare | PL

Amadeus 07 - Goliath

Die aktuelle Folge GOLIATH der Reihe AMADEUS setzt diesmal an den Geschehnissen der vorherigen Episode >TEUTOBOCHUS< an. Konnte man die Hörspiele anfangs getrennt hören, so wird die Handlung immer dichter, sodass Einzelfolgen für Neueinsteiger keinen Sinn mehr ergeben würden. Beim Rezensieren setze ich also die Kenntnis der bisherigen CDs voraus :-)

Das Hörspiel startet mitten in der Handlung. Mein erster Gedanke war nur "hab ich da was verpasst?". Doch schnell zeigte sich, dass hier geschickt mit Rückblicken gespielt wird. Mozart und Resch fliehen mit einem Kopf und einer bewusstlosen Frau durch die Straßen, um sich dann im Geheimen mit jemanden zu treffen und endlich zu erzählen, wie es zu dieser wilden Verfolgungsjagd kam und was es mit dem abgetrennten Kopf auf sich hat. Anfangs recht verwirrend, steigt man jedoch bald in den diesmal etwas anders gestrickten Aufbau ein und vermag der Handlung zu folgen. Fordernde aber gelungene Abwechslung!

So spannend die bisherigen Folgen waren, mit GOLIATH wurde es wirklich auf die Spitze getrieben, und immer mehr zeigt sich, welch genialer Geist hinter dem Gesamtkonzept der Reihe steckt.

Ich bin des Lobes voll und weiß offen gesagt dennoch nicht, wie ich das in Worte fassen könnte. Denn im Grunde kann ich nur wiederholen, was ich schon in den bisherigen Folgen sagte: tolle Sprecher, perfekt passende Musik, dichte Atmosphäre, gelungene Unterhaltung, komplexe und anspruchsvolle Story, derber Humor vom Feinsten, authentisch umgesetzte Historie. Eine Mischung, die den Hörer in jeder Sekunde fordert und ihm alles abverlangt. Nur eben noch mehr als bisher schon. Amadeus war bereits ab der ersten Folge gelungen, steigert sich von Mal zu Mal, und ich habe langsam die Befürchtung, dass mein Anspruch an die Serie sosehr wächst, dass sie ihn irgendwann nicht mehr erfüllen kann. Denn seit der vierten Folge hat AMADEUS eine Richtung eingeschlagen, die für den Hörer bisher noch nicht zu überblicken ist und ihn an die Reihe fesselt. 

Die Wartezeit auf die nächste Folge wird zur Folter, und ich kann diese Zeit nur überbrücken, indem ich zum mehrfach wiederholten Male die ersten Folgen höre, vielleicht ein paar Hinweise auf Kommendes entdecke und die Handlung besser erfasse als beim ersten oder zweiten Durchlauf.

Mozart hat geschafft, was noch kein Hörspiel bisher vermochte: wenige Ausnahmen (Bedfort, Mindnapping, Jonas, Freud, Poe) habe ich zweimal gehört. Aber kein Hörspiel öfter. AMADEUS läutet für mich nun Runde drei ein. Und irgendwann, wenn Folge 10 oder 11 erscheint vermutlich Runde vier. 

Wer ist Samiel? Was hat es mit dem geheimen Orden auf sich? Welche Rolle wird der Kaiser in all dem spielen? Wie wird es mit Mozart und Resch weitergehen? Und was haben die Andeutungen des Erzählers (Resch) zu bedeuten? Wir können nur hoffen, dass AMADEUS noch möglichst lange fortgeführt wird und das Niveau halten kann. 

Der Hörplanet hat mit AMADEUS die Latte für gelungenes Hörspiel gewaltig hochgesetzt. Die Konkurrenz hat es bei mir wirklich nicht mehr leicht, sich daran zu messen!


SaschaSalamander 06.02.2014, 08.37 | (0/0) Kommentare | PL

Kinderland 01 - Ein Unwetter zieht auf

ShitShitShit, kompletter Beitrag weg, ich könnte fluchen wie ein Rohrspatz und bin stinksauer! Ich HASSE es, einen Text doppelt zu schreiben, ich hasse es mich zu wiederholen. Also lasse ich das, die Rezension ist somit futsch. Tut mir verdammt leid für den Autor, denn er hat eine ausführliche Rezi wirklich verdient. Aber immerhin, es ist eine Serie, und ich werde die weiteren Titel ebenso ausführlich rezensieren. 

Aber hier diesmal nur Stichpunkte *narf* (war echt ne schöne Rezi *heul*)

- Serial-Novel, neuer Begriff, vermutlich ist "Fortsetzungsroman" zu langweilig"

- Charaktere sehr spannend gehalten, jedoch in der Umsetzung etwas misslungen. Durch fehlenden Absatz (ggf Problem bei der Umwandlung in Ebook-Format) allerdings Perspektive gelegentlich fehlerhaft

- spielt in drei bzw vier verschiedenen Zeitebenen. Spannend, gelegentlich jedoch verwirrend. Nicht wegen der Ebenen sondern durch die unterschiedliche Verwendung von Namen (ein Prota hat einen Spitznamen, Vornamen als Kind, Nachname als Erwachsener) und die Ungewissheit um die Handlung. Hätte etwas klarer getrennt werden müssen. Charaktere heben sich stellenweise nicht deutlich genug voneinander ab (dadurch weniger Identifikation mit ihnen und weniger Bindung an Story)

- erinnert gelegentlich in Atmosphäre und Stil an King (besonders STAND BY ME und ES), ist jedoch keine platte Kopie sondern als eigenständiger Titel zu betrachten

- Autor hat einen sehr eindringlichen Stil, mit dem er eine dichte Atmosphäre erschafft. Neologismen. Aufzählungen. Lässt gelegentlich Andeutungen und Sätze fallen, die wie nebenbei jedoch perfekt zur Atmosphäre beitragen. Sehr düster und angenehm gruslig.

- Story noch unklar, wird sich vermutlich im Laufe der nächsten Bände herauskristallisieren

- gelegentlich musste ich Absätze zweimal lesen. Lag in dem Fall aber vermutlich nicht an mir, sondern an (noch) etwas unsicherer Erzählweise des Autors, der gelegentlich nicht ganz klar macht, wo man sich befindet und um was es eigentlich geht. Ausbaufähig

- Fazit: perfekt inszenierte Geschichte mit toller Atmosphäre, macht neugierig auf mehr, hat noch gewisse Schwächen aber auch sehr viel Potential. Lesetipp!


SaschaSalamander 05.02.2014, 08.51 | (0/0) Kommentare | PL

Der Bilderwächter

KLAPPENTEXT: Zwei Jahre lang hatte Jettes Freundin Ilka den Nachlass ihres berühmten Bruders nicht angerührt. Als sie nun das erste Mal die Bilder von Ruben in Augenschein nimmt, ist es, als hätte sie die Büchse der Pandora geöffnet. Ein Mitarbeiter von Rubens Nachlassverwalter wird tot aufgefunden und ein unglaublicher Medienrummel bricht über Ilka herein. Jette und Merle ermitteln im Wettlauf gegen die Zeit, denn auch Ilka scheint in großer Gefahr zu sein. 

Die große Stärke der Autorin ist es, lebendige Charaktere zu erschaffen und durch wechselnde Perspektiven eine vielschichtige Geschichte zu erschaffen, in welcher der Leser hautnah am Geschehen dabei ist. Man leidet und fiebert mit ihnen und kann sich alles so realistisch vorstellen, als wäre es tatsächlich geschehen. 

Aber, das große Manko: der Grat ist sehr schmal, auf dem Autoren mit diesem Erzählstil wandeln, und diesmal ist es leider gekippt. Das hat verschiedene Gründe: 

Das Buch ist die Fortsetzung des Titel DER MÄDCHENMALER. Ich wusste, dass die Titel der Autorin durch die Protagonisten zusammenhängen. Allerdings ist es üblich, dass die Bücher einer solchen Reihe auch einzeln gelesen werden können. Ich las also ohne Vorkenntnis des Vorgängers. Was dort geschehen ist, wurde so widergegeben, dass ich die Hintergründe verstehen konnte. Manche Dinge wurden immer und immer wieder erklärt, sodass die stete Wiederholung selbst mich als Neuling zu langweilen begann. Ich kann mir vorstellen, dass ein Leser des MÄDCHENMALERS dies klar als Zuviel ansieht. Andere wichtige Dinge dagegen wurden nicht erläutert, sodass ich stellenweise das Gefühl hatte, mir fehlen grundlegende Informationen für das Verständnis. Allerdings kann ich nicht sagen, ob dies an der Autorin lag oder den Kürzungen des Hörbuches geschuldet ist. Es ist eine Fortsetzung, die man ohne den Vorgänger also nicht lesen sollte. Von daher tut es mir leid, ein Buch zu bewerten, an das ich mit falschen Voraussetzungen herangegangen bin. 

Ein weiteres Problem, das sich mir auftat: die vielen Perspektiven. Inzwischen bin ich dank Feth und Wolf gewohnt, dass ich mit unzähligen Charakteren erschlagen werde, und finde es sogar recht angenehm und vielschichtig. Eine Erzählweise, die viel Fingerspitzengefühl erfordert und beide meisterlich beherrschen. Das Problem bei diesem Buch allerdings ist, dass die einzelnen Abschnitte teilweise zu kurz sind und die Sprünge zu verschwommen. Es war mir dieses Mal nicht möglich, mich in Charaktere einzufinden, da es oft zu schwer war, sie auseinanderzuhalten und als getrennte Figuren zu erachten. 

Abgesehen von den extrem kurzen Kapiteln lag dies allerdings auch daran, dass ich mit den Sprechern Probleme hatte. Die Sprecher an sich (Julia Nachtmann, Regina Lemnitz und Jacob Weigert) leisten sehr gute Arbeit. Schwierig ist jedoch, dass teilweise Männer von einer Frauenstimme gesprochen werden und dass vor allem ein Charakter von verschiedenen Sprechern vorgetragen wird. Es wird scheinbar nicht charakterbezogen vorgetragen sondern kapitelweise. Das macht es einem Hörer, der die Charaktere rund um Jette und Merle nicht kennt (ich kannte bisher nur Romy), verdammt schwer. 

Während die anderen in der dritten Person geschildert sind, wird Jette als Ich-Erzähler eingesetzt. Was mich sehr irritiert, denn sie hat in diesem Roman eine meiner Ansicht nach sehr kleine Rolle, das Gewicht liegt zu stark auf anderen Charakteren, als dass ich sie als Protagonistin erkennen könnte. 

Die Handlung entspricht nicht unbedingt einem Thriller, eher einem Drama mit Mord und gegen Ende actionreicher Handlung. Da ich die Charaktere nicht kannte und mich durch die ständigen Wechsel auch nicht in sie einfinden konnte, vermochte ich somit auch nicht mit ihnen mitfiebern, sodass ich gerade auf den ersten drei CDs eine gewisse Spannung vermisste und mich ... naja, "durchkämpfen musste" wäre zuviel, aber es fiel nicht gerade leicht. 

Von daher war DER BILDERWÄCHTER für mich leider ein eher enttäuschender Titel. Allerdings kann ich nicht sagen, ob es an meiner Unkenntnis des Vorgängers sowie der Merle / Jette - Romane liegt, ob die ungünstige Verteilung der Sprecherrollen  sowie missglückte Kürzungen dafür verantwortlich sind, oder ob es ein ausnahmsweise schwächerer Roman der Autorin ist. 

Ich werde ihre Titel weiterhin gerne lesen, denn ihre Bücher strahlen eine große Herzlichkeit aus, und die Charaktere agieren sehr menschlich und wirken so realistisch, als würde ich sie persönlich kennen. Dass es diesmal nicht geklappt hat, naja, das kommt vor. 

Wer den MÄDCHENMALER kennt, sollte die Fortsetzung auf jeden Fall lesen, er wird weniger Schwierigkeiten damit haben als ein Neuling und wird sich freuen, den alten Freunden wieder zu begegnen. Wer die Romane um Jette und Merle nicht kennt, sollte besser erst andere Werke der Autorin greifen ;-)

SaschaSalamander 20.01.2014, 09.40 | (0/0) Kommentare | PL

Porterville 18 - Versuchung

Ich gebe zu, dass ich mit der abschließenden Folge von Porterville ein wenig hadere. Beim Abschluss von DARKSIDE PARK waren einige Leser begeistert, andere enttäuscht. Ich zählte mich zu den begeisterten Fans. Was nun das Ende von Porterville betrifft, bin ich etwas hin und her gerissen. 

Über den Inhalt kann ich natürlich nichts verraten, daher versuche ich mich kryptisch aber doch nachvollziehbar zu formulieren, puh ... 

Am Schreibstil gibt es nichts auszusetzen, Raimon Weber hat seine Sache klasse gemacht. Auch die Idee dahinter ist faszinierend und entspricht dem, was Porterville ausmacht: Geheimnis, Querdenken und das Verlassen der uns bekannten Realität. Nicht immer müssen die Dinge sein, wie sie scheinen. Das ist es, was mich bei dieser Reihe so begeisterte und noch immer begeistert. 

Aber die Umsetzung ... mmmh, nein, so wirklich wurde ich nicht warm mit dem Abschluss. Eigentlich wäre Folge 17 ein prima Abschluss gewesen. Einige Fragen noch offen, die man hätte klären müssen, aber von der Umsetzung her gelungen. Folge 18 ist eher eine Art Epilog, in dem der Gedanke weitergesponnen und ein neues Element hinzugefügt wird. Eine prima Idee, und an sich gefällt sie mir. Trotzdem, wenn 17 schon so genial war, dann rechnet man bei 18 mit einem absoluten Knaller. Nicht mit einem Cool-Down.

Was mich aber vor allem stört ist, dass ich die Personen, welche die beiden Geschichten erzählen, nicht kenne (soviel sei gesagt: Folge 18 ist zweigeteilt, und beide Erzähler sind unwichtige, bisher unbekannte Nebenfiguren). Ich habe die Bewohner von Porterville hassen und lieben gelernt, mit ihnen gefiebert. Und nun begegnen wir wie auch schon in den letzten Folgen Fremden, die mit dem Geschehen an sich kaum etwas zu tun haben und lediglich beobachten. Dadurch bleibe ich als Leser dem Geschehen fern, erlebe zwar die Handlung aber bin nicht wie sonst aus Sicht eines der Protagonisten dabei. Bisher saß man bei Porterville mitten auf der Bühne, und hier muss man sich plötzlich mit dem Zuschauerrang begnügen. 

Außerdem gebe ich zu, ein paar weitere Antworten wären mir lieber gewesen als ein Epilog dieser Art, in dem bis auf einen netten (aber eher unnötigen) Twist nicht viel Neues präsentiert wird. Die meisten Antworten hat man erhalten, die Folgen fügen sich gut ineinander, und mit dem Ende hatte ich eigentlich eher etwas Bombastisches erwartet, weniger ein abklingendes Nachwort mit offenem Ende.

Daher, zusammenfassend: die Idee ist toll, der Autor hat seine Sache gut gemacht, und das gesamte Team hat ein prima Projekt auf die Beine gestellt. Aber das Konzept, den Leser in den letzten Folgen immer mehr zu Beobachtern zu machen statt zu Teilnehmern, ist für meinen Geschmack nicht ganz aufgegangen. 

Trotzdem, auch wenn der Abschluss mich etwas enttäuscht hat - im Grunde ist Porterville für mich mit Folge 17 abgeschlossen, und die Reihe konnte mich ebenso begeistern wie auch schon der Vorgänger. Wer weiß, wohin Ivar Leon Menger und sein Team uns das nächste Mal entführen werden? Ich will auf jeden Fall wieder dabeisein ;-)

SaschaSalamander 09.01.2014, 09.11 | (0/0) Kommentare | PL

Porterville 17 - Der Turm

Folge 17 ist seit einigen Folgen meine derzeitige Lieblingsfolge. Der Leser erfährt wieder mehr über Sato, seine Denkweise, seine Pläne und erlebt den anstehenden Untergang Portervilles. Anfangs als verzeichnete Chronik, bald darauf wieder aus seiner Ich-Perspektive. 

Was in den letzten Folgen angedeutet wurde, wird hier nun konkretisiert, der Schutzschirm bricht und die Stadt beginnt zu zerfallen. Auch Brenner, Hudson und Eleanor bekommen wichtige Schlüsselrollen in diesem gewaltigen Showdown. 

Nach 17 Teilen ist es nicht mehr leicht, wirklich viel zu schreiben. Ich kann nur sagen "Super Arbeit, Team von Porterville", wie alle Puzzleteile sich nun endlich zusammenfügen und ein stimmiges Bild ergeben. Anette Strohmeyer hat Sato einen würdigen unwürdigen Abgang beschert, und der Leser ist enttäuscht, dass es nun alles so schnell ging, gerne wären wir länger hier verweilt ... 

SaschaSalamander 08.01.2014, 09.11 | (0/0) Kommentare | PL

Porterville 16 - Zeichen des Zerfalls

Die sechzehnte Folge handelt wieder von Martin Prey, der auch schon im DARKSIDE PARK eine wichtige Rolle hatte und dort gegen Ende immer wichtiger wurde. Ich freue mich, ihn hier wieder aktiv zu erleben, hat er sich im Laufe der Geschichte doch zu einem meiner Lieblingscharaktere entwickelt. Der stille, unauffällige junge bzw später alte Mann, der sich selbst für so unwichtig hält und der doch so maßgeblich am Sturz des ... ja, nennen wir es sogar Imperium ... beteiligt ist. 

John Beckman vermag es wieder, mit Ruhe und leisen Untertönen die Folge spannend zu gestalten. Und besonders für die Fans der ersten Stunde des DARKSIDE PARK gibt es einige Anspielungen auf die alten Folgen, erleidet Prey doch auch hier wieder das Schicksal der Gefangenschaft und trifft er hier auch endlich wieder auf ... nein, das verrate ich nicht ;-)

Obwohl die Folge gemütlich verlief, empfand ich selbst sie als sehr spannend. Die ZEICHEN DES ZERFALLS beginnen nun immer mehr um sich zu greifen, man spürt der Serie das nahende Ende an, und auch die Charaktere begreifen, dass etwas Großes bevorsteht: die Maske der Mächtigen bröckelt, die wohlgehüteten Geheimnisse werden offenbart, und die Stadt zeigt hinter der Fassade ihr hässliches Antlitz von Zerstörung und Korruption. Ich bin gespannt, was man den Fans in der letzten Episode präsentieren wird ... 

SaschaSalamander 07.01.2014, 08.45 | (0/0) Kommentare | PL

Porterville 15 - Im Garten der Schlangen

IM GARTEN DER SCHLANGEN führt weiter, wie es Jonathan und Emily im Draußen ergangen ist, nachdem Emily von Benedict auserwählt wurde. Wie der Leser erwarten konnte, ist nicht immer alles so, wie es scheint, und Jonathan sowie den Leser erwarten auf der Suche nach seiner Freundin einige Überraschungen. 

Diese Folge ist für weitere Antworten sehr wichtig und trägt einen großen Teil zur Klärung der Reihe bei. Allerdings muss ich zugeben, dass ich persönlich nicht ganz so viel mit dieser Folge anfangen konnte. Es lag nicht an Webers Schreibstil (der ist wie immer punktgenau und professionell), vielmehr an der Erzählperspektive. Der Erzähler ist eine mir bisher in der Reihe unbekannte Person (entweder neu eingeführt oder von mir übersehen, was bei der Vielzahl an Akteuren und meinem wenig ausgeprägten Personengedächtnis gut möglich ist), als Protagonist empfinde ich allerdings eher Jonathan oder im späteren Lauf der Verhandlung Benedict Rupert. Das führt stellenweise ein wenig zur Verwirrung, sodass bei mir nicht die rechte Atmosphäre aufkommen wollte und ich mich nicht wie sonst in die Charaktere hineinversetzen konnte, zusehr wurde ich zwischen Jonathan, Maurizio, Rupert und Landino hin- und hergewirbelt. 

Schlecht ist die Folge nicht, vor allem weil sie den Leser endlich dem Ende und der Auflösung näherbringt und viele Aha-Erlebnisse beschert. Trotzdem, das Porterville-typische Nägelknabbern fehlte, und trotz der an sich sehr spannenden Handlung, der drohenden Gefahren und der vielen Antworten wollte keine Stimmung bei mir aufkommen. Das Mitfiebern mit liebgewonnenen Charakteren fehlte aufgrund der ungünstigen Perspektive. Gerade gegen Ende wäre ich gerne näher bei meinen Freunden / Feinden.

SaschaSalamander 06.01.2014, 09.09 | (0/0) Kommentare | PL

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