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Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Zitate

Darkmouth - Zitate

S. 146: Als wäre Finns Tag noch nicht schlimm genug gewesen, wusste er nun, dass er an diesem Abend mit einer potentiellen Bombe zwischen seinen Unterhosen zu Bett gehen würde.

S. 150: In anderen Zeiten hatte man Wolpertinger dazu benutzt, heimgesuchte Orte in Deutschland in Angst und Schrecken zu versetzen, weil es immer etwas ganz besonders Verrücktes erforderte, um den Deutschen Angst einzujagen.

S. 158: Er fühle sich gut. Er fühlte sich selbstsicher. Er fühlte einen Schlag gegen den Hinterkopf.

S. 175. Broonie schrie. Und schrie. Und schrie. Hätte man den Schrei in seine Einzelteile zerlegt, hätte sich herausgestellt, dass er aus ungefähr 43 Vokalen, 28 Konsonanten und mehreren Lauten bestand, die in jeder dieser Kategorien gepasst hätten. Oder in gar keine. Oder in beide. 

Aus: Shane Hegarty: Darkmouth - Der Legendenjäger; Oetinger 2015

SaschaSalamander 03.03.2015, 16.22 | (1/0) Kommentare (RSS) | PL

Metamorphose am Rande des Himmels

Einleitung:

Vögel werden im Himmel beerdigt. Noch die eleganteste Wolke ist voll von ihren starren kleinen Leichen.

Es heißt, einer von 10180 Regentropfen sei die Träne eines toten Vogels und eine von 16474 Schneeflocken das Gespenst eines Vogels, der sich vom himmlischen Mutterkuchen gelöst hat.

aus: Mathias Malzieu: Metamorphose am Rande des Himmels; Carl´s Books 2013

SaschaSalamander 21.10.2013, 17.30 | (0/0) Kommentare | PL

Meine Chefin, die Wahnsinn

Die Rückseite des Buches spricht Bände. Ich liebe es, wenn der Klappentext mal was anderes ist als immer nur sinnlose Pressestimmen a la "das beste Buch des Jahres" oder "ein Thriller, wie ich ihn am liebsten selbst geschrieben hätte" und ähnlicher Schrott. Ich will, dass der Klappentext auch wirklich etwas aussagt über den Inhalt und Stil des Buches. Das ist bei MEINE CHEFIN, DIE WAHNSINN definitiv der Fall. 

Klappentext: 
Was es auf der Arbeit alels gibt, was es eigentlich nicht gibt, wovon man sich wünscht, das gäbe es wirklich nicht, das gibt´s ja gar nicht!

Der junge Leif hat noch eine Rechnung mit seiner ehemaligen Chefin offen. Karola Zwielicht ist die weltherrischste Vorgesetzte, die man sich nur vorstellen kann. Und der gute Leif kann sich wahrhaft viel vorstellen! Gegen diese Frau wirkt aber selbst Charles Manson wie der nette Typ von nebenan ... 

Apropos Seriekiller: Rache ist saftig!
BLUUUT!!! KOOOT!!! EINGEWEIDÄÄÄ!!!

und ein paar "Pressestimmen" dazu sind auch zu lesen:

Dieses Pahmphlet gehört Sünde genannt! Der Verfasser sollte verbrannt werden - ääh, verbannt! Scheiß 21. Jahrhundert! (Der Pubst)

Hier sieht man sehr gut, dass sich Blödheit auch ohne Vererbung ausbreitet! Schiebung - und war Ab-! (Sara Thilozin)

Wenn das jemand singen würde, äh, ich sag mal, ein anderer, äh, Thomas, so mit dausenfach verdoppelter Stimme oder so, da sag ich, äh, das wär schon ein Hit, ne? (Dita von Bowle)

Dieses Buch hat Biss. Es beißt die Richtigen, das ist gut. Wenn das alle gut finden, dann fand ich das schon vorher. Ansonsten: hab ich was gesagt? (Gernma Anmerkel)

SaschaSalamander 11.10.2013, 15.16 | (0/0) Kommentare | PL

Alice vs Wunderland

Bevor in den nächsten Tagen die Rezension folgt, hier schon ein paar erste Zitate. Voller Wortwitz, Sprachspiel, Hintersinn und herrlich schräger Logik :-)

Ronny versuchte, seinem Lächeln etwas mehr Mundwinkel zu geben. (S. 7)

Nach dem Verschwinden ihrer Tochter hatte Mrs Liddel sich, bevor sie den Tisch deckte, zwei Sherry lang Sorgen gemacht. (S. 25)

Dahinter fand sie nun in einem wohl irgendwie hochherrschaftlichen Zimmer die Herzogin. Die war vor allem daran zu erkennen, dass sie so aussah, wie Herzoginnen es gewöhnlich tun. Nämlich außerordentlich aristokrös. In ihrem Arm [...] eine dicke rote Katze mit Brille, von hochherzoglicher Hand halbherzig gekrault. (S. 46 f)

"Dort, wo ich herkomme, was die Gegend um Cheshire ist, wo vor allem Anwälte wohnen, kennt man sich aus mit Verträgen". - "Und warum grinst Du die ganze Zeit?" - "Na, eben WEIL ich mich mit Verträgen auskenne". (S. 61)

"Möchten das Fräulein vielleicht ein Glas Wein?" [...] "Aber hier ist doch gar kein Wein" - "Hier ist ja auch kein Platz. Aber Du hast ihn Dir ja trotzdem genommen. Also schenk Dir ruhig ein Glas Wein ein." (S. 65)

"Den wievielten haben wir heute eigentlich?" [...] "Wenn Du es genau wissen willst, es ist der Tag, an dem mein Freund mich verlassen hat." - "Oh, schon? Na, da kannst Du mal sehen, da geht meine Uhr doch tatsächlich zwei Tage nach". (S. 67)

aus: Christian von Aster: Alice vs Wunderland; Edition Unbuch 2013



SaschaSalamander 27.08.2013, 14.29 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Nashville

Ach, ein Buch von Antonia Michaelis ist jedes Mal ein Genuss für alle Sinne. Nicht nur inhaltlich spannend, sondern auch sprachlich etwas Besonderes. Ich mag ihren lyrischen Umgang mit der Sprache, das Symbolische und Geheimnisvolle. Ein paar Sätze aus dem aktuellen Titel NASHVILLE gefällig? ;-) 

(leider ohne Angabe von Seitenzahlen, da ich das Ebook lese. Das Buch ist erschienen im Oetinger Verlag 2013)

- Die Schatten des ordentlichen schwäbischen Mobiliars wichen verschreckt zurück, als Svenja ihre Kräuterdosen neben den Herd [...] stellte.

- Sie öffnete die Tür des großen, alten Küchenschrankes. Im Küchenschrank stand ein Kind auf dem Kopf und sah sie von unten herauf an.

- [Das Kind] kroch ein wenig in sich selbst hinein, hörte jedoch nicht auf, sie anzustarren.

- Ihre Großmutter hatte immer gewusst, was zu tun war [...]. Und dann hatte sie eines Tages gewusst, dass es Zeit war zu sterben, und hatte sich hingelegt und das getan.

- Eine kohlrabischwarze Wolkenwand. Das gibt ein ordentliches Gewitter. Meine Mutter hat mal ein Kohlrabi über die ganzen Sommerferien im Kühlschrank liegen lassen, während wir verreist waren. Ich weiß, wovon ich rede. 

- Sie hatte den Blick einer melancholischen Nacktschnecke.

- Ich lasse meine Wäsche von meinen Großeltern waschen, denen mit dem schrägen Garten. Meine Großmutter setzt sich immer auf die Maschine und schreibt Tagebuch. Durch das Rütteln schreibt der Stift völlig eigene Sätze; die Bedeutung versteht sie erst oft nach Jahren.

- Der Nachmittag ging, der Abend kam. Meistens geschah es in dieser Reihenfolge.

SaschaSalamander 21.08.2013, 09.11 | (0/0) Kommentare | PL

Tender - Obst

slater_obst_1.jpgZwei Textbeispiele, warum ich das Buch TENDER / OBST von Nigel Slater nicht nur der Rezepte wegen ansprechend finde. Mir gefällt seine Art, Lebensmittel zu betrachten. Nicht schnellschnell, wie es in Zeiten von FastFood und 5Minutenrezepten üblich ist. Sondern voller Genuss. Essen ist Leidenschaft, und das vermittelt er gekonnt:

**********************

S. 087, Aprikosen:
Eine gute Aprikose ist leicht getupft: Sommersprossen in Rot, Rost und Schokolade überziehen ihre Schultern. Vielleicht hat sie auch eine Stelle auf ihrer Schale, die rau aussieht. Ihre samtige Haut strahlt in tiefem, intensivem Orange, so als würde die Flamme einer Kerze leuchten, und dieser Anblick leitet uns im Garten oft zu ihr.

S. 227, Feigen:
Eine Feige ist reif, wenn sich eine Nektarperle am Fruchtansatz zeigt und sich die Schale wölbt. Sie platzt dann leicht auf, weil der Druck des reifen Fruchtfleischs für die Schale zu kräftig wird. Die meisten samthäutigen Feigen, die mir im Sommer und Herbst begegnen, werden meistens in stiller Ehrerbietung verspeist. Diese Früchte kann man nicht wie einen Apfel einfach aus der Hand essen. [...] Das bedeuet nicht, dass ich nicht ein oder zwei Feigen auch gare. Obwohl die Hitze der Konsistenz von Feigen etwas Seidiges verleiht, ereignet sich der wirkliche Höhepunkt, wenn sie die Samen im Inneren probieren. Das warme Fruchtfleisch und die knackigen Samen sind eine Sinnenfreude, wie sie nicht besser sein könnte.

S. 404, Pflaumen:
Wenn ich eine perfekte Pflaume entdeckt habe, fast überreif, mit zartem Fruchtfleisch in einer goldfarbenen Schale mit Purpurflecken, veranstalte ich deswegen ein ziemliches Theater. Wer mich kennt, weiß, dass ich dann einen kleinen Teller und eine Serviette hervorhole. Und sie langsam esse und mir dabei vorstelle, die Zeit würde stehenbleiben. Häufiger begegnet mir eine solche Frucht ohne Vorwarnung und dann gibt es keine andere Möglichkeit, als sie direkt aus der Hand zu essen und den Kern ins lang gewachsene Gras unter den Baum zu spucken.

aus: Nigel Slater: Tender / Obst; Dumont 2013

****************

Mmmh, diese Aprikose, man möchte nicht einfach nur hineinbeißen, man möchte sie erkunden, erschnuppern, betrachten, sie ist geschildert wie eine zarte Frau, und mit ebendieser Ehrfurcht tritt der Autor ihr gegenüber. Berauschend ...

ich finde Feigen etwas höchst Erotisches, und schon einige Leut sagten mir leider, sie können das nicht nachvollziehen. Aber die Frucht, das Fleisch, die Hülle, das Innere, der Geschmack auf der Zunge, das ist unbeschreiblich. Der Autor hat hier in Worte gefasst, was ich mir jedes Mal denke, sobald ich eine reife Feige in der Hand halte, ich fühle mich von ihm verstanden. Und mal ehrlich - wer bei diesem Text nicht Lust bekommt (worauf auch immer *smile*), der ist wahrlich kein Genießer ;-)

Der Text zu den Pflaumen strahlt etwas aus, das mir sympathisch ist. Das Auskosten des Moments, die Präsenz ganz im Hier und jetzt, Genuss mit allen Sinnen. Das verspielte Kind, das den Kern einfach ins Gras spuckt. Der Blick zum Gras in dem Bewusstsein, dass es nicht einfach nur Gras ist, sondern schon lange gewachsen ist. Ja, er personifiziert das Gras und die Pflaume regelrecht, sie begegnet ihm ohne Vorwarnung. Was er über Pflaumen schreibt, so verhalte ich mich bei Kiwis. Die perfekt reife Kiwi (naja, sofern man bei dem langen Transportweg von "perfekt" sprechen kann, aber ich habe leider keinen Garten und wohne auch nicht in Neuseeland) ist selten, meist ist sie etwas zu hart oder weich. Aber WENN ich mal eine für mich perfekte Kiwi erwische, dann ist das ein Fest, und die im Raum Anwesenden sahen mich irritiert an, was für ein Trara ich wegen so einem kleinen Stück Obst machte ;-)

Er schreibt sehr liebevoll, aber auch direkt, mit einer Portion Selbstironie. Das gefällt mir :-)

SaschaSalamander 21.03.2013, 14.20 | (0/0) Kommentare | PL

Lilo und Stitch

Anruf des Mädchens beim Jugendamt:

"Bitte, helfen Sie mir!
Aliens überfallen gerade unser Haus -
Sie wollen meinen Hund!
Oh, jetzt wird alles gut.
Mein Hund hat die Kettensäge gefunden!"


aus: Walt Disney: Lilo und Stitch

SaschaSalamander 08.12.2012, 20.24 | (0/0) Kommentare | PL

Lass sie Deine Freunde sein

Wenn Du nicht all Deine Bücher lesen kannst, dann nimm sie wenigstens zur Hand, streichle leicht über sie, schau ein wenig hinein, lass sie irgendwo auffallen und ließ die ersten Sätze, auf die Dein Auge fällt, stelle sie selbst ins Regal zurück, ordne sie nach Deinen Vorstellungen, so dass Du wenigstens weißt, wo sie sind. Lass sie Deine Freunde sein - lass sie auf alle Fälle Deine Bekannten sein.

Winston Churchill

SaschaSalamander 17.11.2012, 13.49 | (0/0) Kommentare | PL

Das Geheimnis von Ashton Place 01

Er würde nicht Schokoladenkuchen heißen,
wenn man ihm leicht widerstehen könnte.

aus: M Wood: Das Geheimnis von Ashton Place; Jumbo 2012

SaschaSalamander 21.08.2012, 15.08 | (0/0) Kommentare | PL

Kritiker - allseits beliebt

Und kaum ist mir der Kerl so satt,
Tut ihn der Teufel zum Nachbar führen,
über mein Essen zu räsonnieren:
Die Supp hätt können gewürzter sein,
Der Braten brauner, feiner der Wein.
Der Tausendsakerment!
Schlagt ihn tot, den Hund!
Es ist ein Rezensent.
(Goethe)


Keine Lüge ist so frech,
daß ein anonymer Rezensent sie sich nicht erlauben sollte:
er ist ja nicht verantwortlich.
(Arthur Schopenhauer)


Ein Rezensent, siehst du, das ist der Mann,
Der alles weiß, siehst du, und gar nichts kann!
(Ernst von Wildenbruch)


Wer die Kunst heiratet,
bekommt die Kritik zur Schwiegermutter
(Hildegard Knef)


Rezension: eine Art von Kinderkrankheit,
die neugeborene Bücher befällt.
(Georg Christoph Lichtenberg)


Der Rezensent sollte nie krank werden,
denn sein Zustand ist immer ein kritischer.
("Fliegende Blätter")


Ein Rezensent ist ein Mensch,
der zum Essen eingeladen wird
und zum Dank auf den Tisch kotzt.
(Ulrich Erckenbrecht)


Wenn man will, kann man alles verreißen;
wenn man soll, kann man alles bejubeln –
mehr braucht ein Rezensent nicht zu wissen.
(Ulrich Erckenbrecht)


Wie wird man Rezensent?
Indem man beim Lesen pennt!
(Ulrich Erckenbrecht)

SaschaSalamander 28.06.2012, 19.00 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL



 






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