SaschaSalamander

Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Reihe

Porterville 14 - Die Akte Richthofen

DIE AKTE RICHTHOFEN von Hendrik Buchna ist der 14te Teil um PORTERVILLE. Sie fällt etwas aus der Reihe, denn Handlungsort, Hauptakteur und Inhalt haben im ersten Moment einmal kaum etwas mit dem Rest zu tun. Sie handelt von einem jungen Mann, der einen toten Freund überführen möchte und dabei einer Verschwörung auf die Spur kommt. Die Zusammenhänge werden erst nach und nach klar, daher kann ich hier auch gar nicht näher auf den Inhalt, den Protagonisten oder den Kern der Verschwörung eingehen.

Zugegeben, das Setting ist nicht so ganz mein Ding, auch ein weiterer neuer Protagonist hätte meinetwegen nicht sein müssen. Es ist einfach nicht das, was ich normalerweise lese / als Film sehe, Land und Leute reizen mich wenig, auch das Thema selbst trifft dieses Mal nicht wirklich meinen Geschmack. Aber bei einer Folge von 18 Teilen ist das zu erwarten und völlig in Ordnung. Und was ich Buchna absolut zugute halten muss: obwohl mich die Story wenig interessierte, war ich vom ersten Moment an gefesselt, hatte sehr klare Bilder vor Augen und war dennoch absolut begierig darauf, zur nächsten Seite zu blättern und den Ermittlungen zu folgen. Das ist es, was einen hervorragenden Autor auszeichnet: Leser für etwas zu begeistern, an dem sie normalerweise kein Interesse zeigen ;-)

Trotz der wenigen Seiten ist es ihm außerordentlich gut gelungen, die Stimmung vor Ort einzufangen und an den Leser zu transportieren, die Kürze des Textes fiel diesmal inhaltlich nicht auf, war nur an der kurzen Lesedauer spürbar. Auch hier werden wieder einige Fragen geklärt, die Gesamtstory wird immer deutlicher, auch eines der unausgesprochenen aber angedeuteten Geheimnisse aus DARKSIDE PARK wird gelüftet. Und während die anderen Geschichten mit einem Cliffhanger enden, schließt diese Folge statt dessen mit einem kleinen Knall und einer weiteren Antwort. 

Eine kurze aber in sich absolut stimmige Geschichte, sehr gut vom Autor in Szene gesetzt und ein wichtiges Puzzleteil der Reihe. 

SaschaSalamander 03.01.2014, 14.24 | (0/0) Kommentare | PL

Porterville 13 - Die Ausgestoßenen

Folge 13 der Reihe PORTERVILLE entführt den Leser zusammen mit Jonathan und Emily ins Draußen. In einer der ersten Folgen machten die beiden Jugendlichen sich auf, die Welt hinter den Grenzen von Porterville zu erkunden, und DIE AUSGESTOSSENEN greift nun auf, wie es ihnen dort ergeht: sie stellen fest, dass das Draußen gar nicht so gefährlich ist und eigentlich sogar einem Paradies gleicht. Ob der Bürgermeister etwa den Menschen etwas verschweigen wollte? In ihrer Sorglosigkeit geraten die Teenager in große Gefahr, und ein geheimnisvoller Fremder rettet sie, führt sie zu einer geheimen Kolonie, wo Emily einen besonderen Menschen trifft, der ... tja, mehr verrate ich nicht ;-)

Der Wermutstropfen gleich zu Beginn: die Folge ist leider sehr kurz. Und die folgenden Episoden beinhalten ebenfalls nur rund 40 Seiten (worauf ich dann aber nicht jedes Mal eingehen werde). Ob es daran liegt, dass man flink alle Teile vor Weihnachten veröffentlichen wollte, oder ob die Geschichte einfach in dieser Kürze erzählt werden kann, weiß ich (noch) nicht, aber es hat mich ein wenig enttäuscht, gerne wäre ich doch etwas tiefer abgetaucht, und gerade bei so kurzen Texten fallen ein paar Seiten mehr oder weniger doch arg ins Gewicht, gerade was die Tiefe der Charaktere und den Inhalt des Textes betrifft (aber auch das Finanzielle). Bei der Bewertung schwanke ich doch sehr: man hat auf den wenigen Seiten das Beste daraus gemacht, hätte mit ein paar zusätzlichen Passagen aber noch etwas mehr herauskitzeln können ... sosehr die Folge mich begeisterte, hier hat mir ein bisschen gefehlt.

Nichtsdestotrotz wieder eine sehr schöne Folge, die hier sehr schön mit den Gegensätzen spielt. Vermeintliches Paradies, alles bunt und rosig, zwei junge Verliebte, Baden am See, Natur pur. Und plötzlich zack die Bedrohung. Natürlich ahnt der Leser bereits, dass nicht alles so harmlos ist, wie es im ersten Moment aussieht, trotzdem ist man geschockt über das, was passiert, fiebert mit Emily und Jonathan mit.

Immer mehr verbinden sich einzelne Folgen zu einem Gesamtbild, begegnen sich verschiedene Charaktere und werden Fäden vom Beginn der Serie nun langsam zu Ende gesponnen. Immer weniger Fragen werden aufgeworfen, der Leser bekommt dafür hier und da immer wieder eine kleine Antwort. Man merkt, dass die Reihe sich lansgam dem Ende nähert. Ich bin gespannt, in welche Richtung sich nun alles entwickeln wird.

SaschaSalamander 02.01.2014, 15.39 | (0/0) Kommentare | PL

Blinde Vögel

Das Ermittlerteam aus >FÜNF< wird mit einem neuen Mordfall konfrontiert. Erst sind es eine erdrosselte Frau und ein erschossener Mann. Die Spuren führen zu einer Lyrikgruppe auf Facebook, bald stirbt dort eine weitere Person, der Tod greift um sich, und einige Mitglieder der Gruppe scheinen mehr zu wissen als andere. Was bedeuten die seltsamen Anspielungen? Warum mussten einige von ihnen sterben?

Der Stil von Poznanski gefällt mir, auch schon in anderen Werken, ob nun Jugendkrimis wie >SAECULUM< oder >EREBOS<, Dystopien wie >DIE VERRATENEN< oder ein Krimi wie FÜNF. Sie schreibt unaufgeregt, ruhig und vermittelt Spannung nicht durch Action und Gewalt sondern durch eine mitreißende Handlung. Das ist eine angenehme Abwechslung zum "schneller, höher, weiter" - Trend der modernen Medien und beweist, dass es auch noch Leser gibt, die gerne mitdenken statt nur zu konsumieren. 

Das Privatleben der Ermittler wurde sehr schön in den Fall eingebracht. Für meinen Geschmack gelegentlich etwas zuviel, aber das ist bei dieser Art Krimis üblich und für die meisten Leser interessant. Sehr schön wird geschildert, wie die beiden sich näherkommen, welche Gewissenbisse die Protagonistin plagen und was sie bewegt. 

Poznanski widmet sich gerne modernen Themen, etwa dem LARP, Geocachen, Computerspielen oder wie in diesem Fall Facebook. Nein, nägelkauend saß ich nicht davor, wenn Sawatzki die Dialoge aus Facebook vorlas, die Spannung hielt sich in Grenzen. Dennoch war ich gefesselt, wollte mehr darüber erfahren. Es gelingt der Autorin sehr gut, die einzelnen Beteiligten nur anhand weniger Facebook-Kommentare oder Likes zu greifbaren Personen zu machen, die man symnpathisch oder unangenehm findet, man möchte mehr über sie erfahren, fragt sich was wohl als nächstes passieren wird und welche Reaktionen auf bestimmte Vorgehen der Ermittler folgen werden. 

Was mir auch sehr gut gefiel: alles erschien mir absolut nachvollziehbar und logisch, die einzelnen Schritte bauten gut aufeinander auf und fügten sich wie ein Puzzleteil an das andere. 

Einziges AAAAABER: der Schluss. Eieiei, das war etwas zuviel. Offen gesagt empfand ich den Roman und den Schluss als zwei verschiedene Werke. Es war zwar nachvollziehbar und logisch, aber es wirkte mir doch etwas aufgesetzt. Alles wirkt eher nach einer kleinen Verschwörung oder einer privaten Sache, und dann auf einmal wird aus dem kleinen gefährlichen Hai ein riesiger Killerwal, und das Buch bekommt eine zusätzliche Dimension, für die es einfach inhaltlich bisher zu klein war. Der fette Wal passt nicht in dieses kleine Becken, das auf den ersten Seiten für ihn gebaut wurde. Wie es im Buch geregelt ist, weiß ich nicht. Aber das Hörbuch besteht aus sechs CDs, und eine komplette CD ist dem Schluss gewidmet, der Begegnung zwischen Täter und Ermittler sowie der Aufklärung (in Form des üblichen "warum habe ich das getan" - Monologes des Täters), kurz davor beginnt bereits eine zusätzliche Erzählperspektive an das Thema heranzuführen, der Leser fühlt sich im ersten Moment wie im falschen Film, weil nun Schauplatz, Setting und auch Atmosphäre abrupt reißen. Dieser spontane Bruch hat mich doch sehr irritiert. 

Aber gut, auch wenn ich das Ende zu groß für das Buch fand, war es immerhin schlüssig und logisch aufgebaut, es gab für mich keine Unstimmigkeiten, und die Freude an dem Gesamtwerk wurde dadurch zwar etwas geschmälert aber nicht getrübt. Ich mag Poznanski, und ich freue mich schon auf ihr nächstes Werk, ob Jugend oder Erwachsene. 

SaschaSalamander 16.12.2013, 08.36 | (0/0) Kommentare | PL

Lady Bedfort 69 - Die eingebildete Kranke

Klappentext: Nach langer Suche hat Clara Bedfort endlich ihre Tante ausfindig machen können, doch der Besuch bei Amy Knowland beginnt mit einer großen Enttäuschung: die alte Dame erkennt sie kaum wieder und wirkt äußerst verwirrt und ängstlich. Sie behauptet, dass sie nachts von ihrem Fenster aus beobachtet habe, wie eine junge Frau in einen dunklen Van gezerrt und entführt worden sei. Allem Anschein nach nichts als Hirngespinste, doch als dann auch noch Mrs Knowlands Pflegerin verschwindet, beginnt Lady Bedfort ihrer Tante zu glauben.

DIE EINGEBILDETE KRANKE wurde von Thorsten Beckmann geschrieben, der unter anderem >DIE WEISHEIT DES CICERO< und >DIE CHINESISCHE UHR< verfasste. Ich finde, er macht sich inzwischen richtig gut und passt zum Stil der Reihe. Seine Stärke liegt vor allem darin, mit wenigen Beteiligten komplexe Settings zu erschaffen, die weit mehr Verwicklungen in sich bergen, als es zuerst möglich erscheint. Ich gebe zu, dass er es geschafft hat, mich lange an der Nase herumzuführen. Natürlich bleiben bei der begrenzten Zahl der Beteiligten nur wenige Täter zur Auswahl, trotzdem hat sich die Geschichte sehr schön entwickelt und mich einige Male auf die falsche Fährte gelockt. 

Einzig anzumerken ist der Einstieg, der etwas lang geraten ist und vom Storytelling her hätte gekürzt werden können. Ich habe mich einige Zeit gefragt "wann passiert jetzt endlich mal was". Aber wirklich gestört hat mich das nicht, nachträglich betrachtet sogar im Gegenteil. Denn dadurch konnte man sich schön in die Szene einfinden, und ich habe es genossen, Max wieder in Höchstform zu erleben. Hier konnte er so richtig in seiner Rolle als Butler aufgehen, wenn auch stärker und selbstbewusster als in den alten Folgen. Ich hatte auch meine Freude daran, wie die beiden alten Damen immer wieder aneinanderprallten, zwei Sturköpfe und dazwischen der junge Butler, eine sehr schöne Konstellation. Auch die Ermittlungsarbeit bekam dadurch ziemlich Pfeffer, sodass das Hören richtig Spaß machte. 

Brigitte Grothum als Amy war wirklich klasse, und fast wünsche ich mir, die alte Dame würde zukünftig noch öfter auftauchen. Überzeugend spielt sie die resolute und doch verwirrte Tante, die ein ideales Gegenstück zu Lady Bedfort darstellt. Auch die anderen Rollen sind mit Markus Pfeiffer, Peter Weis, Gerald Paradies, Maria Koschny und Philine Peters-Arnolds gelungen besetzt. Die Macher des Labels haben ein gutes Gespür dafür entwickelt, welche Sprecher harmonieren und sich gut in der Serie einfügen. Besonders in den letzten Folgen fällt auf, wie gut die jeweiligen Stimmen ineinandergreifen und zu den jeweiligen Charakteren passen, dafür ein großes Lob!

DIE EINGEBILDETE KRANKE ist somit eine Folge voller schrulliger Charaktere, einer großen Portion Max und dazu eine dicht gewebte Story, die zu erzählen der Autor sich genügend Zeit nimmt. Eine Folge zum Immerwiederhören.

SaschaSalamander 13.12.2013, 08.39 | (0/0) Kommentare | PL

Lemony Snicket - Der Fluch der falschen Frage

MEINE RÄTSELHAFTEN LEHRJAHRE ist eine neue Reihe von Lemony Snicket, dem Autor der REIHE BETRÜBLICHER EREIGNISSE. Die Geschichte um die drei Baudelair-Geschwister hat mich sehr bewegt, erheitert und unterhalten, und ich freute mich sehr, als ich nun die neue Reihe in die Finger bekam. Ich weiß nicht, ob meine Erwartungen zu hoch waren, ob der Stil sich nach 13 Bänden abgenutzt hat oder ob das Buch einfach nicht an die Qualität der anderen Reihe herankommt, aber ich habe es leider nach einigen Kapiteln abgebrochen, weil mich der Fortgang einfach nicht mehr interessierte. 

Die Reihe erzählt von den Jugenderlebnissen des Autors, der wie gewohnt in der Ich-Form schreibt. Er arbeitet als Praktikant einer nicht einmal mehr als mittelmäßig zu bezeichnenden Detektivin, die ihn immer wieder zurechtweist und kritisiert. Während sie im Trüben stochert, sammelt er bereits die ersten Erkenntnisse über den Fall um die verschwundene Statue. 

Der Stil ist, wie gesagt, ziemlich ähnlich zu dem der ersten Reihe. Typische Sätze wie "was hier soviel bedeutet wie" oder entsprechende Wortspiele. Trotzdem konnte es mich nicht fesseln. Das kann mehrere Gründe haben. Vielleicht, weil ich das Buch auf Deutsch las, wo einfach viel des Feuers verloren geht. Vielleicht, weil eine 13teilige Reihe witzig ist, man den Erfolg aber nicht wiederholen kann. Vielleicht auch, weil die Story nur sehr, sehr langsam in die Gänge kommt und sich viel zusehr in Andeutungen verliert statt dem Leser wirklich etwas zu bieten. 

Anderen Rezensionen entnehme ich, dass der Einstieg wohl tatsächlich sehr lang ist (darüber kam ich scheinbar nicht hinaus), es danach sehr spannend wird und dann recht unbefriedigend abbricht. Nein, das ist für mich wenig Motivation, weiterzulesen. Schade, sehr schade :(

Ich denke, es ist für Freunde der Baudelaire-Waisen einen Versuch wert, vielleicht gefällt es ja trotzdem. Aber mich konnte es nur für knapp ein Viertel des Buches überzeugen, bevor ich es beiseite legte :(

SaschaSalamander 11.12.2013, 08.29 | (0/0) Kommentare | PL

Morgenstern 00 - Ich war tot

Der Einstieg in eine neue Krimireihe des Labels Folgenreich, Autor Raimon Weber. GABRIEL BURNS, DARKSIDE PARK, PORTERVILLE, verschiedene Krimis. Inzwischen gehört er zu meinen favorisierten deutschen Schriftstellern, bei ihm ist spannende Unterhaltung garantiert. 

Die erste Folge ICH WAR TOT ist der kostenlose Einstieg in die Ebook-Reihe, quasi ein Appetizer zum Anfixen für angehende Fans. Na, da bin ich gerne dabei, neugierig habe ich mir die Geschichte geschnappt.

Morgenstern wird zu einem Fall gerufen, recht schnell tun sich unerwartete Verbindungen zu weiteren Mordfällen auf. Leider begreift der Polizist zu spät, wie nah er dem Täter bereits ist und welche Gefahr von ihm ausgeht. Mit dem, was dann geschieht, startet die neue Serie ...

Gerade einmal 29 Seiten fasst die Handlung, und doch gelingt es dem Autor, komplexe Zusammenhänge herzustellen und den Leser zu fesseln. Von Charaktertiefe, dichter Atmosphäre oder ähnlichen Dingen zu sprechen, wäre wohl vorgegriffen bei 29 Seiten, trotzdem hat Weber das Beste daraus gemacht und tatsächlich angefixt. Der Einstieg vermittelt eine sehr gute Vorstellung davon, was den Leser erwartet. Ich bin über die Seiten geflogen, atemlos gebannt, neugierig auf mehr Informationen über den Protagonisten. 

Die erste Folge habe ich mir bereits geladen, meine Neugier ist zu groß. Allerdings weiß ich noch nicht, ob ich auch weiterhin am Ball bleiben werde. Denn Folge 1 umfasst 37 Seiten, kostet aber stolze 2,99 Euro. Ich bin nicht knausrig und unterstütze gerne deutsche Autoren und Verlage. Aber für eine knappe Viertelstunde Lesespaß 3 Euronen ist mir doch etwas zu heftig. Im Vergleich bietet PORTERVILLE zum Beispiel für 1,50 Euro doppelte Lesemenge, und auch andere Shorties bewegen sich in etwa diesem Segment. Folgenreich liegt deutlich darüber, und ich bin gespannt, ob diese Preispolitik langfristig aufgehen wird. Sollte der Preis sinken, werde ich gerne weiterlesen, so aber warte ich doch mal auf Schnäppchen oder vielleicht ein günstiges Komplettpaket zum Staffelabschluss oder Ende der Serie. 

Eine packende Handlung, ein geschickter Autor, ein interessantes Setting. Die Serie hat echt mächtig Potential! Mal sehen, was Folgenreich draus macht ...

SaschaSalamander 10.12.2013, 08.42 | (0/0) Kommentare | PL

Lady Bedfort 68 - Die drei Furien

Ein Mann treibt tot im Pool. Drei Frauen legen bei der Polizei ungefragt ein Geständnis ab. Doch keines davon will so wirklich überzeugen. Der Tote hatte viele Feinde, und nur langsam kommen Inspektor Gomery und Inspektor Miller den Hintergründen um den ermordeten Immobilienmakler auf die Spur. 

DIE DREI FURIEN ist wieder eine Folge von Wolfgang Schroeder, dessen letzte Episode >DIE ELF GESCHWORENEN< mir recht gut gefallen hatte. Auch hier bringt der Autor wieder eine schöne Idee ein: statt lange nach Schuldigen zu suchen, serviert er die Täter direkt auf dem Silbertablett. Dem Hörer ist natürlich klar, dass das nicht alles sein kann mehr dahinter steckt. Geübte Krimifans haben natürlich auch sofort eine Ahnung, die sich recht bald als richtig herausstellt. Hier wäre es nett gewesen, den Täter auf andere Weise zu präsentieren, denn auf diese Weise war leider sehr schnell klar, was vor sich geht. Die Spannung hielt sich in dieser Folge also eher in Grenzen. Doch die Umsetzung an sich ist gelungen, wie die Lady, Tim und die Polizei anfangs im Dunkeln tappen, bis sich nach und nach das gesamte Ausmaß entrollt. Auch, dass Inspektor Gomery dieses Mal eine größere Rolle bekommen hat, gefällt mir zur Abwechslung sehr gut. 

Ein klassischer Fall also wieder, der neben der Story diesmal besonders durch die Sprecher zu gefallen weiß. Sabine Jäger, Christine Pappert, Karen Schulz-Vobach, Joseline Gassen und Marie Bierstedt, da muss ich nichts mehr vorstellen, sie alle machen ihre Sache hervorragend, drücken dem jeweiligen Charakter ihren eigenen Stempel auf und wissen sehr gut gegeneinander wie auch als Team zu agieren, sodass beim Hörer immer das Gefühl bleibt, dass hinter dem Gesagten noch sehr viel Unausgesprochenes schwebt und der Handlung dadurch einen Hauch von "Geheimnis" verleiht. 

Alles in allem also eine Folge, die zwar etwas weniger Spannung bietet, dafür aber sehr gute Charaktere mit passenden Dialogen in sehr guter Umsetzung. Eine Folge, wie ich sie sehr gerne gehört habe und auch gut für Neueinsteiger empfehlen kann.

SaschaSalamander 09.12.2013, 09.05 | (0/0) Kommentare | PL

Lady Bedfort 67 - Die verschlossene Kammer

Ein junges Pärchen interessiert sich für das Haus - und am nächsten Tag verstirbt die Eigentümerin, die das Grundstück niemals verkauft hätte. Reichlich mysteriös. Und wie es der Zufall wieder einmal will - die Verstorbene ist Max´ Vermieterin. Klar, dass Lady Bedfort im nächsten Moment an Ort und Stelle ist, noch vor der Polizei ;-)

Altes Haus, jemand soll ausziehen, es spukt, andere wollen unbedingt das Grundstück haben. Woher das plötzliche Interesse? Nein, wirklich neu ist die Idee nicht, und daher dürfte die Auflösung auch kaum jemanden überraschen. Und trotzdem weiß die aktuelle Folge wieder zu gefallen:

abgesehen von der recht bald versterbenden Vermieterin gibt es nur vier zusätzliche Akteure: das junge Pärchen, ein Bankangestellter und der Makler. Dass nur einer von ihnen (oder mehrere) der Täter sein kann, ist wohl kein großer Spoiler. Und doch verfolgt man gespannt, wie sich die Handlung entwickelt, welche Entdeckungen die Lady macht, wie sie ermittelt und wer nun schuldig ist. Denn auch, wenn die Grundidee dahinter oft eine ähnliche ist, das Karussell dreht sich jedes Mal neu, das genaue Motiv variiert, die Beteiligten sind auf unterschiedliche Weise verstrickt. 

Dazu kommt, als Schmankerl für Max-Fans, dass er das erste Mal seit seinem Auftauchen wieder richtig dabei ist. Nicht in kleinen Szenen und Dialogen, sondern als Protagonist, der nicht nur den Mord beobachtete, sondern auch endlich wieder neben der Lady ermittelt.  

Es ist schön, dass verschiedene Autoren an der Serie arbeiten, durch die verschiedenen Ideen kommt Abwechslung und frischer Wind. Doch seit dem verrückten Hutmacher in Folge 37 ist es Marc Freund, der der Serie Stabilität verleiht und auf den man sich immer verlassen kann. Er vermittelt genau das richtige Flair, um sich in der Serie so richtig wohlzufühlen, und ich freue mich, dass gerade er diese für die Rahmenhandlung wichtige Folge geschrieben hat. 

Das neue digitale Orchester, das seit der letzten Folge zur Geltung kam, ist wirklich eine Bereichung für das Hörspiel. Und auch hinsichtlich der Sprecher wurde wieder geschickt ausgewählt: Sven Hasper, der aus AMADEUS gut bekannt ist sowie Jaron Löwenberg und Frau Pappert, die ebenfalls schon mehrfach bei Lady Bedfort auftauchten. Thomas Kästner und Evelyn Gressmann dagegen sind neu, und auch hier kann ich nichts einwenden. Der Hörplanet hat fast immer ein geschicktes Händchen für die richtigen Stimmen. 

LADY BEDFORT UND DIE VERSCHLOSSENE KAMMER ist somit eine Folge, die diesmal wenig Überraschungen bietet, über die ich nicht allzu viel erzählen kann, die dafür aber in gewohnter Qualität überzeugt und gefällt. 

SaschaSalamander 13.09.2013, 08.57 | (0/0) Kommentare | PL

Enders

Mein Gesamturteil über >STARTERS< fiel damals nicht allzu gut aus. Die Grundidee war gut, und mit einem starken zweiten Teil hätte man die Mängel des ersten Bandes ausgleichen können. Trotz meiner Kritik hatte das Buch es geschafft, dass ich mir den Folgeband holen musste. 

Die Zeit für eine volle Rezension möchte ich mir für den zweiten Band nicht nehmen. Denn ich könnte das, was ich am ersten Band bereits bemängelt habe, für die Fortsetzung 1:1 übernehmen - zuviel erklärt und zu wenig gezeigt. Die Hintergründe der Katastrophe bleiben unklar. Die Charaktere sind zu schwach ausgebaut. Der Leser fiebert nicht mit der Protagonistin mit. Die Story ist geradlinig und zwar nicht im Detail vorhersehbar aber doch recht klassisch gestrickt. Einzig die Dreiecksgeschichte fiel weg. Warum dann aber das Thema Romantik komplett wegfiel, ist mir ein Rätsel - warum ist sie im ersten Band so verliebt und ohne Grund im zweiten scheinbar nicht mehr als eine gute Freundin?

Und für meinen Teil ist damit eigentlich alles schon gesagt. Was ich sehr schade finde. Denn selbst, wenn die Charaktere hier nicht die treibende Kraft im Buch sind - hätte die Autorin offene Fragen geklärt und die Handlung besser ausgebaut, die Lücken des ersten Bandes gestopft und noch ein wenig Zuckerguss obendrauf, dann hätte es eine wirklich gute Dilogie sein können. So aber, wenn ich bei Amazon Sterne verteilen müsste, käme das Buch nicht über 2 von 5 hinaus. Immerhin hat die Autorin es geschafft, dass ich es nicht abgebrochen habe, sondern die Story soweit überflog, dass ich die (nicht vorhandenen) Inhalte erfasst habe. Und ich gebe zu, gegen Ende habe ich dann doch recht genau gelesen, um nichts zu verpassen, weil ich gefesselt war. Aber sie hat einfach alle Möglichkeiten verschenkt. Tut mir gerade bei diesem Buch weh, es ist schade drum :(

2,3 von 5 Bettelarmbänder

SaschaSalamander 10.09.2013, 09.06 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Lady Bedfort 66 - Die Providence-Verschwörung

Die Lady und Professor Portman machen Urlaub: sie besuchen das Providence-Inn, das von seiner Cousine Kate geführt wird. Doch statt Urlaub wittert Clara Bedfort sofort einen Fall, als einige Scheiben des Hotels eingeworfen werden. Gegen Kates und Portmans Willen beginnt die alte Dame zu ermitteln. Und dabei gerät sie selbst ins Visier - sowohl der Täter wie auch der Opfer. 

Vor dem Hören ging ich mit etwas Skepsis an die Sache heran, ein beschauliches Hotel ist keine besonders neuartige Kulisse. Und Ermittlung statt Urlaub ist auch nicht neu. Dann fehlen auch noch Miller, Gomery, Tim, Max oder andere vertraute Personen. Wenigstens Portman war dabei, der mir von der ersten Folge an direkt ans Herz gewachsen war. Doch die Folge überraschte mich vom ersten Moment an, begonnen bei der Musik und dann hinsichtlich der Handlung bis hin zum Finale. Aber der Reihe nach:

Die Musik ist sehr ruhig und passt zu der beschaulichen Idylle des Hotels in bester Lage. Ein ruhiges Viertel, ohne Kriminalität, alles friedlich. Doch die Idylle wird schnell getrübt. Erste Flecken erscheinen auf der weißen Weste, die Musik wird etwas weniger harmonisch, und je mehr sich offenbart, desto mehr verändern sich auch die Melodien, das Tempo. Abgesehen von den klassischen Motiven wurden einige Themen eingespielt, die die Serie insgesamt einmal auflockern und mir sehr gefielen. Die Musik ist in der Regel immer stimmig, ich mag Rohlings Kompositionen, doch dieses Mal war die Musik für mich wirklich eines der Highlights der aktuellen Folge. 

Auf Nachfrage erfuhr ich dann, dass das Label nun mit einer neuen Orchester-Library arbeitet. Das erklärt dann auch den ungewohnten Sound. Die Instrumente können nun realistischer als bisher in ihren Spielarten eingesetzt werden. Aber bevor ich die technischen Hintergründe näher erkläre - hört es Euch einfach selbst an, die aktuelle Folge ist musikalisch wirklich ein Leckerbissen! Und mit dem Wissen um die neuen Möglichkeiten kann ich es kaum erwarten, wie sich das auf AMADEUS auswirken wird! 

Ein wenig schade fand ich storytechnisch, dass Portmann der Lady so wenig entgegenzusetzen hatte. Eigentlich empfinde ich Tim als denjenigen, der sich eher von ihr führen lässt und ihr nachgibt, während Portman seinen eigenen Kopf hat und ihr intellektuell wie auch in Charakterstärke gegenübersteht, deswegen mag ich die Folgen mit ihm besonders. Doch hier lässt er zu, dass sie sich in seine Familie einmischt, einfach ohne den Willen der Cousine ermittelt. Zugegeben war mir Clara in diesem Moment sehr unsympathisch. Aber okay, dieser Charakterzug ist es ja, der einen Teil der Reihe ausmacht, auch wenn wir ihn nicht immer mögen: "Dass Sie meine Hilfe ablehnen heißt nicht, dass Sie keine bekommen", wie sie gegenüber Kate ausdrücklich betont. Tja, so ist sie ;-)

Während ich mich in den ersten Tracks noch darüber ärgerte, dass sie wieder einmal viel zu weit ging - folgte kurz darauf die Rechnung, und die Wendung gefiel mir außerordentlich gut. Denn was hier passiert, war schon lange fällig: wer ständig in fremder Leute Angelegenheiten schnüffelt, wer überall Fragen stellt, der macht sich verdächtig. Und so kommt es, dass hier plötzlich alle gängigen Rollen von Täter, Opfer, Ermittler und Verdächtige komplett über den Haufen geworfen werden. 

Durch geschickte Szenenwechsel, in denen einzelne Beteiligte über die Anschläge und möglichen Verdächtige diskutieren, wird es ziemlich unübersichtlich. Jeder könnte der Täter sein, sogar die Polizei steckt möglicherweise hinter den Drohungen. Jeder verdächtigt jeden, ein herrliches Verwirrspiel, bei dem ich dieses Mal sehr viel lachen musste und so richtig Spaß beim Hören hatte. 

Autor ist wieder Yann Krehl, der bereits für >LB 59 - DIE RACHE DER DRUIDEN< das Skript schrieb. Und auch  hier kann ich wieder sagen: eine im Grunde eher simple Story, die aber durch bissige Dialoge, sehr geschickten Aufbau und interessante Szenenwechsel genau das bietet, was ich von Lady Bedfort erwarte: der richtige Mix aus ein wenig Spannung (dem Genre entsprechend eher soft), gepaart mit interessant ausgebauten Charakteren und pfiffigen Dialogen. Bitte mehr davon, Yann! :-)

Für die aktuelle Folge konnten einige neue Sprecher gewonnen werden. So haben - falls ich nichts übersehen habe - zum Beispiel Ulf-Jürgen Wagner, Gerald Paradies, Markus Pfeiffer ihren ersten Auftritt in der Reihe. Und ich fand sie passend gewählt, sie haben die undurchsichtigen Charaktere und ihre Verschwörungen sehr gelungen verkörpert.  Peters-Arnolds, Debora Weigert und Martin Kautz sind bereits aus früheren Folgen bekannt, auch hier fand ich die Sprecherwahl stimmig und gut für die Folge geeignet. 

Insgesamt eine Folge, die zwar etwas gemütlicher startet, die sich dann aber zügig entwickelt und richtig gute Dialoge, Szenen und komische Momente bietet. Und das neue Orchester kann sich wirklich hören lassen :-)

Wertung: 9,5 von 10 Drohanrufe

SaschaSalamander 09.09.2013, 08.52 | (0/0) Kommentare | PL

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