SaschaSalamander
Suchmaschine
Es wird in allen
Einträgen gesucht.
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3




Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Autoren

Criminale - Regina Schleheck, Alice Spogis, Jutta Profijt

 

Criminale 2014 in Nürnberg und Fürth, 280 deutsche Autoren. Ich wünschte, ich hätte so viel mehr Lesungen besuchen können. So aber habe ich mir meine persönlichen Rosinen gepickt. Und dazu gehörte auch die Lesung mit >Jutta Profijt<, >Regina Schleheck< und >Alice Spogis<. Gerichtsmedizin, eine Klinik und ein Medizinskandal als Orte und Themen der Bücher, passend dazu wurde als Ort für die Veranstaltung das Nordklinikum gewählt. Auf die Bücher selbst möchte ich hier wie auch schon bei meinem letzten >Bericht< wenig eingehen, da dies den Rahmen sprengen würde, aber Rezensionen werden bei Gelegenheit selbstverständlich folgen. 

Während die anderen beiden Lesungen, die ich besuchte, offen waren (kein Eintritt, frei zugänglicher Raum bei dem ungeplant Gäste dazustoßen konnten), war es hier straff geregelt. Ein fixer Raum mit begrenzten Stühlen, 7 Euro Eintritt. Der Raum war bis zum letzten Platz ausgefüllt mit dem Tisch für die Autoren, den Stühlen für die Zuhörer und einem Verkaufstisch. Ich fühlte mich etwas beengt und unwohl, die dunkle Holztäfelung des Raumes, die schweren Vorhänge taten ihr Übriges dazu. Aber gut, das ist mein persönliches Problem, andere würden den Raum wohl als gemütlich und urig beschreiben, und alles war perfekt vorbereitet, die Veranstalter hatten sich große Mühe gegeben. 


...weiterlesen

SaschaSalamander 16.06.2014, 08.51 | (0/0) Kommentare | PL

Criminale - Elisabeth Herrmann

>Hier< geht es zum ersten Teil der Lesung mit Anna Schneider und BALD WIRD ES NACHT, PRINZESSIN.



Dann folgte Elisabeth. Sie stellte den Jugendkrimi SCHATTENGRUND vor. Sie erzählte kurz, worum es geht und las dann verschiedene Szenen vorne, mittig und hinten. Zwischendurch erzählte sie in groben Zügen, was geschehen war. Das ist interessant, weil man so einen größeren Teil des Buches erfährt und neugierig wird. Allerdings werden auch manche Dinge gespoilert, die erst sehr viel später auftauchen. Von den wichtigen Wendungen und dem Ende aber wurde natürlich nichts verraten, sodass der Lesegenuss erhalten bleibt.
...weiterlesen

SaschaSalamander 05.06.2014, 08.32 | (0/0) Kommentare | PL

Criminale - Anna Schneider und Elisabeth Herrmann

Als ich auf Facebook postete, dass in Nürnberg die Criminale stattfindet und mich freuen würde, anderen Bloggern zu begegnen, rechnete ich damit, dass sich einige Bücherfreunde melden würden. Gut, es ist keine Leipziger Messe, aber 280 deutsche Autoren sind doch ein toller Grund, mal nach Nürnberg zu kommen, oder? 

Blogger meldeten sich leider keine. Aber was für eine Freude, >Elisabeth Herrmann< sagte, sie hätteZeit für einen Kaffee. So verabredeten wir uns im Zeiti. Das Zeiti möchte ich Euch auch gerne vorstellen, aber das ist eine andere Geschichte und wird >ein andermal< erzählt. Und, der Überraschungen nicht genug! Als ich dann am Treffpunkt wartete, kam nicht nur Elisabeth, sondern auch >Anna Schneider< war mit von der Partie. 

Wir machten es uns auf der Terrasse des Zeiti bequem und bestellten etwas zur Stärkung. Die beiden gingen noch kurz ihren Auftritt durch, dann unterhielten wir uns über alles mögliche. Die beiden sind äußerst sympathisch, ich habe die Zeit mit ihnen sehr genossen. 
...weiterlesen

SaschaSalamander 04.06.2014, 08.49 | (0/0) Kommentare | PL

Laudatio 2013 - Christian von Aster, Nora Schwarz

Normalerweise ist es ja nicht meine Art, hier Werbung zu machen oder Autoren gesondert hervorzuheben. Ich stelle lieber die Werke in den Vordergrund, da diese es ja sind, die mich bewegen. Außerdem finde ich es schade gegenüber all den anderen Autoren, die ungenannt bleiben. Trotzdem, dieses Jahr kann ich nicht anders, als zwei Schriftsteller zu benennen, die mich auf unterschiedliche Weise das komplette Jahr 2013 begleitet haben. Links möchte ich nicht verteilen, das wäre zu plakativ. Lebensläufe werde ich auch nicht schreiben, die findet man im Netz. Sondern ich möchte schildern, was mich an diesen beiden sosehr fasziniert. Und ja, natürlich hoffe ich Euch damit neugierig zu machen ;-)


CHRISTIAN VON ASTER

Seine Werke lassen sich schwer einsortieren, daher erfindet er häufig selbst komplett neue Oberbegriffe, etwa "Pubertätsdramödie" oder "eropoetische Diableske". Er ist ein Tänzer, der elegant um alle Schubladen herumwirbelt. Romane, Bilderbücher, Comicstil, Anthologien, Kurzgeschichten mal thematisch sortiert mal wild durcheinander. Mal findet man sich zwischen Satyr und Faun auf der Lichtung, im düsteren Keller einer Voodoo-Priesterin, quietschbunt im Wunderland, mit dem Weihnachtsmann auf einem Piratenschiff, beim Filmdreh eines Godzillamovies, mit Ahasver beim Ausbruch der Pest, man sieht Sheherazade ihren letzten Schleier lüften. Auch ethische Themen werden angeschnitten, etwa beim Plüsch-Guantanamo, der Bedeutung von Weihnachten oder einem Höllenritual zur Schaffung des ultimativen Bösen. Der Leser kann niemals wissen, was ihn im nächsten Moment erwartet. Und genau das ist es, was ich so liebe: 

Christian von Aster knallt den Leser schon im ersten Satz irgendwohin, er weiß nicht, wo er sich befindet und was ihn erwartet. Genre, Setting, Schreibstil, all das ist unklar, man muss sich erst hineinfinden. Jedes Buch, jede Kurzgeschichte ist ein wildes Abenteuer von faszinierender Sprachgewalt und überbordender Fantasie, gespickt mit literarischen Anspielungen, Neologismen und jeder Menge intelligentem Humor, gerne auch düster, sarkastisch, bizarr und erotisch. Seine Art mit Worten umzugehen ist unvergleichlich, und seinen Stil kann man kaum beschreiben, man muss ihn einfach erleben. Offenheit, Neugier und die Bereitschaft, über den eigenen Tellerrand zu blicken sind notwendige Grundvoraussetzungen bei dieser Lektüre, denn hier bleibt kein Stein auf dem anderen, Weltbilder werden erschüttert und Prinzipien mit einem Fingerschnipp beiseite gefegt.

Seine Geschichten sind so kurios, dass es unmöglich ist, sie zu lesen und danach zu vergessen. So kommt es, dass kaum ein Tag vergeht, an dem nicht irgendeine banale Alltagssituation mich an eine seiner Geschichten denken lässt, ich nicht eine seiner Wortneuschöpfungen zitiere oder mich an eine Situation aus einem Buch erinnert fühle. Er zeigt den Wahnwitz und das Skurille hinter dem grauen Alltag, trifft punktgenau mitten in Hirn. 

Ich vermute, alle Werke, die er jemals verfasst hat und verfassen wird werden nicht ausreichen, um seinem Ideenreichtum jemals gerecht zu werden ... 


NORA SCHWARZ / BRITTA HASLER

Britta Hasler hat mit ihrem historischen Krimi Anfang des Jahres mein Highlight 2013 verfasst. Das Buch ist in seiner Art sehr eindringlich, die Atmosphäre ist mir heute noch vor Augen, als hätte ich es erst gestern gelesen, die Charaktere sitzen in mir. Obwohl ich schon viele andere Bücher danach gelesen habe, ist das Werk noch immer präsent. Das liegt an vielen Dingen. Zum einen ist es die Sprachgewalt, leichtfüßig und doch absolut präzise. Auch das Setting wurde so platziert, als wäre ich selbst dort gewesen. Die Protagonisten sind auf eine Weise so menschlich, als hätte ich sie real gekannt, als müsste ich nur zum Telefon greifen, um wieder mit ihnen Kontakt aufzunehmen. 

Die Autorin versteht es, Macht auf den Leser auszuüben, sie zieht die Menschen in ihren Bann. Ihre Werke strahlen aus, was auch die Homepage, der Facebookauftritt und ihre Fotos spiegeln, nämlich eine Frau von unglaublicher Präsenz. 

Als Nora Schwarz veröffentlichte sie ihre Erfahrungen als Domina, und einige Zeit später erschienen die Nylon-Novellen. Es gelingt ihr, die Worte auf eine Weise ins Ohr des Lesers zu wispern, dass sich sofort eine Gänsehaut einstellt. Sie schafft es, ohne die sonst in diesem Genre typischen Begriffe auszukommen, und doch tropft die Lust nur so aus den Seiten. Stilvoll, elegant, eloquent und überaus gewagt. Die Erotik spielt sich hier nicht zwischen den Körpern der Protagonisten ab, sondern in deren Köpfen. Ein nasser Strumpf auf der Leine, heimliche Blicke durch das Schlüsselloch, der Dialog eines Verhörs, ein unter dem Tisch serviertes Mahl, eine Reiterin blickt mit Gerte in der Hand auf die Passanten. Dunkle Phantasien, kribbelnd und geistreich. Ein Leckerbissen für alle, denen Erotik mehr bedeutet als nur Sex ... 

Kürzlich wagte die Autorin sich auch in das Thriller-Genre. Noch habe ich den Titel nicht gelesen, er liegt jedoch auf meinem Stapel, und ich bin sicher, dass sie auch hier wieder ihren unverkennbaren Stil einbringen wird ... 

SaschaSalamander 02.01.2014, 09.44 | (0/0) Kommentare | PL

Andreas Eschbach

Durch die Verfilmung "das Jesusvideo" wurde ich damals auf den Autor Andreas Eschbach aufmerksam. Eine deutsche TV-Verfilmung, die mir trotzdem gefiel? Das musste ja eine ungewöhnlich gute Vorlage sein! Und als ich dann das Buch dazu las, war ich begeistert (vom Buch, der Film verblasste im Nachhinein daneben). Und da ich vor einiger Zeit auf seine Homepage stieß und Euch seinen leserfreundlichen, publikumsnahmen Auftritt gerne vorstellen möchte, heute also wieder einmal einer meiner seltenen Beiträge in der Rubrik "Autor" :-)

Eine kurze Biographie (Info via seiner Homepage und Wikipedia):
1959 in Ulm geboren. Er brach sein Studium der Luft- und Raumfahrttechnik vorzeitig ab und arbeitete bis 1996 als Softwareentwickler und geschäftsführender Gesellschafter einer EDV-Beratungsfirma. Sein erster Roman "die Haarteppichknüpfer" erschien 1995 und gewann im folgenden Jahr den Literaturpreis des Science-Fiction-Club Deutschland. 1998 erschien "das Jesusvideo", welches mehrere Preise erhielt und sogar verfilmt wurde.

Hm. Und warum ich jetzt über ihn schreibe? Was diesen Autor für mich von anderen abhebt, sodass ich ihn hier extra erwähne? Ganz einfach: wenn man als Bookaholic unzählige Bücher verschiedenster Genres gelesen hat, trifft man selten auf etwas Neues. Die Inhalte sind oft nur noch eine Wiederholung des bereits Gelesenen, unterhaltsam aber altbekannt. Andreas Eschbach hat es allerdings geschafft, mich mit seinen Ideen und Umsetzungen zu begeistern:

Ein so komplexes Universum wie in dem Roman "die Haarteppichknüpfer" (Rezension folgt morgen) trifft man selten. Die Idee der Umsiedelung der Menschheit in ">Eine Trillion Euro<" sowie die Reaktion der Außerirdischen ist wirklich ein grandioses Gedankenspiel. Das Jesus-Video mit seinem Erfolg spricht für sich. In "der Letzte seiner Art" wird ein Cyborg völlig anders beschrieben als bisher gewohnt. >"Der Nobelpreis"< nimmt eine Wende, wie ich sie bisher nirgendwo gelesen habe und wie kein Leser sie jemals erwartet hätte, eine schriftstellerische Gratwanderung, die ich einzigartig finde. Er verfügt über die Gabe, seinen Schreibstil und den Spannungsbogen dem entsprechenden Werk anzupassen und sich dadurch auf verschiedenen sprachlichen Ebenen zu bewegen, sodass für Abwechslung gesorgt ist und man bedenkenlos auch mehrere seiner Romane und Geschichten hintereinander lesen kann.

Seine Bücher bleiben im Gedächtnis. Es sind Romane, die mir sofort in den Sinn kommen, wenn mich Freunde um Empfehlungen bitten. Er zählt für mich zu den wenigen Autoren, bei denen ich unabhängig vom Inhalt sofort zugreife; denn ich weiß, dass mir das Buch gefallen wird. Diesen Gedankengang hatte ich letztens, als ich den Roman "die Haarteppichknüpfer" in der Hand hielt, und ich dachte so bei mir, dass das für mich ein recht gutes Qualitätsmerkmal sei. Seit Pratchett, Isau, Bemman, D. Adams, Coelho hatte es kein moderner Autor geschafft, diesen Status bei mir zu erreichen.

Umso erstaunter und amüsierter war ich, als ich dieser Tage in seinem (leider nicht allzu regelmässigen, dafür aber sehr interessanten) Tagebuch (Blog) auf eben dieses Thema stieß: Nach der Veröffentlichung des Romanes "Der Nobelpreis" folgten natürlich die Fragen, ob er den Nobelpreis für Literatur denn auch anstrebe. Und so sinniert er über den Nobelpreis und andere Literaturpreise und benennt den wichtigsten Litereaturpreis der Welt: den "Geldbeutelpreis". Dieser wird immer dann verliehen, sobald ein Leser den Geldbeutel zückt für das Buch eines Autoren, den er schon einmal gelesen hat.

Und ich möchte dem hinzufügen: Mancher versucht dies durch Quantität unzähliger Veröffentlichungen am Fließband zu erreichen (Namen zu nennen ist unnötig, ihr wisst bestimmt, wen ich meine *g*) und baut auf dem Erfolg einiger seiner guten Werke. Und manche, wie Eschbach, belassen es bei der Qualität. Und DAS sind für mich die wirklich Großen, denen ich diesen Preis gerne verleihe.

Er ist, wie gesagt, auch auf seiner >Homepage< zu erreichen. Eine kurze Vita, eine Auflistung seiner Werke, Pressestimmen, Veranstaltungskalender, eben das Übliche. Mal mehr, mal weniger aktuell. Er sagt selbst, dass er in manchen Phasen gerne an seiner Seite bastelt, und manchmal eben lieber an den Werken arbeitet. Empfehlenswert auf seiner Seite: ein Blick "hinter die Kulissen". Unter "Privates" gibt es die Rubrik "Erinnerungen". Er schreibt dort etwa über ein Erlebnis aus dem Deutschunterricht, seine erste eigene von Perry Rhodan inspirierte Serie, die Entstehung des Buches "Die Haarteppichknüpfer" und andere interessanten Dinge.

Außerdem gehört er zu den wenigen Autoren, die sich engagiert um den schriftstellerischen Nachwuchs kümmern. In der Rubrik "Schreiben" beantwortet er sinnige und unsinnige Fragen, die ihm immer wieder gestellt werden. Wer wirklich interessiert ist, mehr aus seinen eigenen Geschichten, Ideen und Romanvorlagen zu machen, kann dort einiges an Information für sich herausziehen. Seine Antworten auf diese Fragen sind ehrlich und direkt. Und manchmal auch witzig, wenn er aus dem Nähkästchen plaudert. Er erzählt etwa von der Kunst, wie man ein Buch lesen sollte (wie eine Speisekarte) oder was er mit seinem Schreiben bezweckt (nämlich dass die Leser ihre U-Bahnstation verpassen, unter der Schulbank und auf der Toilette lesen, sinnlos lange wachbleiben, etc). Und einiges, was ich las, war auch tröstlich: "Es" kann auch schon einmal verlorengehen. Er erzählt, dass er im Alter von 20 bis 30 diese Schwierigkeiten beim Schreiben hatte. Ich muss also meine Hoffnungen nicht gänzlich begraben ;-)

Es lohnt sich auf jeden Fall, lange in den vielen Fragen und Antworten auf seiner Homepage zu stöbern. Schön, wenn sich Autoren auf diese Weise greifbar machen und selbst an ihre Leser wenden.


(Das Bild habe ich >Wikipedia< entnommen, wo es von A. Eschbach copyrightfrei zur Verfügung gestellt wurde)

SaschaSalamander 01.06.2006, 11.42 | (0/0) Kommentare | PL

42

Heute ist ein denkwürdiger Tag. Danke, MicroAngelo, für den Hinweis! Ich habe seit heute Vormittag, als ich das Mail erhielt, überlegt, wie ich diesem Mann (also, dem anderen, nicht MA *g*) huldigen könnte. Tja, nun ist es Abend, und ich habe noch immer keine Idee. Deswegen nur ein kurzer Beitrag hier im Blog. Deswegen hier nur ein kleines, aber ehrliches und von Herzen kommendes Gedenken zum fünften Todestag dieses Mannes ...

Ein großartiger Mann, der am 11. März 1952 in Cambridge geboren wurde. Ein genialer Mann, der die Antwort auf das Leben, das Universum und den Rest kennt. Ein Mann, der bedeutungslosen Ortsnamen die Bedeutung bisher unbenannter aber lebenswichtiger Aktionen, Gegenstände und Sachverhalte gab. Ein Mann, der eine Trilogie in fünf Teilen schrieb. Ein Mann, der erkannt hat, wer die intelligenteste Lebensform auf diesem Planeten ist. Ein Mann, der unzähligen sich hier auf diesem Planeten fremd fühlenden Menschenwesen das Gefühl gab, nicht alleine zu sein. Ein Mann, der am 11. Mai 2001 im Alter von 49 Jahren überraschend und viel, viel, viel zu früh an einem Herzinfarkt verstarb.

Ich schätze, wer seine Werke kennt, weiß inzwischen längst, von wem ich rede! Von niemand anderem als dem großartigen Autor >Douglas Adams<. Und nun überlege ich, wie man ihn ehren könnte. Der ">Towel Day<" am 25. Mai ist eine klasse Idee, und außer ein paar verwunderten Blicken wird man wohl kaum auffallen. Aber Gleichgesinnte erkennen sich. Irgendwie hat das was *g*. Und ich, ich werde heute Abend weiter "der lange dunkle 5Uhrtee der Seele" lesen (Zufall, dass ich es gerade lese, aber sehr passend). Und mir vielleicht auch Folge 7 und 12 von >Dr. Snuggles< ansehen (hat mein Schatz letzens für mich aufgezeichnet)

SaschaSalamander 11.05.2006, 22.01 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Erika Fuchs

Dieses Jahr im Dezember wäre sie 100 Jahre alt geworden. Heute vor einem Jahr ist sie gestorben. Eine Frau, deren Name eigentlich nur Fans bekannt ist. Und den Bewohnern meiner alten Heimatstadt. Erika Fuchs, geborene Petri, lebte nämlich viele Jahre lang in Schwarzenbach / Saale, wo sie dann auch im Grab ihres Mannes beigesetzt wurde. Für den 100. Geburtstag dieser Kulturbereicherung hatte die Stadt bereits vieles geplant, etwa einen Donald-Radweg, ein Museum, eine Ausstellung, und und und ...

"Ja, und wer ist sie jetzt", fragt ihr Euch?

Erika Fuchs (>hier ihr Wiki<) lebte von 1906 bis 2005 und war DIE Übersetzerin für die Entenhausener Comics. Sie verlieh Mickey, Donald, Onkel Dagobert, Daniel Düsentrieb, Goofy und allen anderen die deutsche Sprache. Gut, sie hat auch andere große Dinge geschafft, etwa war sie die erste weibliche Schülerin der örtlichen Knabenschule, studierte später Kunstgeschichte, Archäologie und Geschichte in München, Lousanne und London und promovierte sogar "summa cum laude" (höchste Auszeichnung).

Aber bekannt und berühmt wurde sie durch ihre Arbeit als Chefredakteurin und Übersetzerin von Disney. Interessantes dazu gibt es bei >diesem< schönen Text. Was mir an ihren Übersetzungen im Vergleich zu anderen gefällt: sie enthalten unzählige Anspielungen, Zitate und Wortneuschöpfungen. Ihr zu Ehren gibt es sogar das Wort "Erikativ". Mit anderen Worten: ihre Comicsprache war grundlegend für vieles, was heute so in deutschen Chats gesprochen wird. Gell, da staunt ihr! *breitgrinz*

Geeeenau, ein Erikativ beschreibt nämlich eine Handlung. Könnte ich jetzt grammatikalisch genauer beschreiben, aber ich möchte niemanden langweilen. Wen es interessiert, der kann es >hier< genau nachlesen. "Grins", "gäääähn", "langweil", "grübel grübel und studier", das hat sie damals eingeführt (sic!). Ich erinnere mich noch, wie ich als Kind meine Oma oft schimpfen hörte, dass die Sprache so verkäme, und Schuld trügen nur diese Comics von dieser Erika Fuchs, die immer solche Worte wie "Knall", "Bumm", "Bäng" schreibt. Das lautmalerische Pendant des handlungsbeschreibenden Erikativ ist die >Onomatopoesie<. Und noch mehr schimpfte sie über eben diese Erikative. Im Laufe der Zeit hat sie sich allerdings daran gewöhnt, heute verwendet sie sie selbst gerne. Einen interessanten Beitrag über Erikas typische ComicSprache findet man auch >hier<. Ihre Zitate und Sprüche prägten die deutsche Sprache nachhaltig! Auch Zitate wie "dem Ingenieur ist nichts zu schwör" ... stammen zwar nicht von ihr, wurden durch sie jedoch bekannt. In >diesem< Text ein herrliches Loblied auf ihren Sprachwitz.

Sie hat in ihre Übersetzungen auch sehr viel Heimatliches einfließen lassen. Da ich aus ihrer Gegend stamme, kann ich viele Anspielungen finden, die wohl nur Schwarzenbacher verstehen. Könnt ihr Euch vorstellen, wie perplex ich war, als Tick, Trick und Track (die genialen deutschen Namen der drei Neffen Nughy, Dewey und Louie stammt übrigens auch von ihr!) ihren Onkel überzeugen wollten, dass er beim Zahnarzt Dr. Herrman keine Angst haben muss, weil der doch so gut ist?!?!? Das war doch MEIN Zahnarzt. Oder, besser gesagt, DER Zahnarzt in unserer Stadt schlechthin. Oder als sie eine Kiste fanden, auf der der Aufdruck "Kirchenlamitz" stand. Oder dass sie ins Paulahölzle wanderten. Ich denke, auch für Nicht-Oberfranken wirken diese Übersetzungen dadurch sehr lebendig. Gemeinsam mit meinem Vater habe ich regelrecht nach solchen Sätzen gesucht! Und beim Zahnarzt Herrmann hängt groß in Glas gerahmt eine Farbkopie dieser Comicseite! Leider hatte ich damals noch nicht die Möglichkeit, solche Dinge einzuscannen :-(

Ich habe für meinen Vater aus der Bücherei oft Comics mitbringen sollen. Er wollte aber nur >Carl Barks<, und nur die Übersetzungen von Erika Fuchs. Die beiden waren einfach ein Dreamteam! Übrigens, Erfinder von Dagobert, Daniel Düsentrieb und vielen anderen Entenhausener Bewohnern war nicht Disney selbst, sondern Carl Barks! Leider verstarb dieser geniale Mann kürzlich im Alter von 98, Erika nun mit 99, das ist schon tragisch :-(

Dieses Bild habe ich zigfach im Netz gefunden, was ich erkennen konnte, scheint es copyrightfrei zu sein. Sollte ich mich täuschen, bitte ich um einen Hinweis.

SaschaSalamander 22.04.2006, 18.57 | (4/4) Kommentare (RSS) | PL

Hans Paetsch

Es gibt viele deutsche Stimmen, die uns vertraut sind. So etwa Joachim Kerzel, Sprecher von Jack Nicholson und Anthony Hopkins und auch auf vielen Hörbüchern zu finden. Dirk Bach, der nicht nur ein Comedian ist, sondern auch ein begnadeter Vorleser mit großartigen Fähigkeiten (die man ihm leider nicht allzu oft anmerkt, da er sich zu oft für billigen Schund verkauft *sniff*). Rufus Beck, deutscher Schauspieler und auch beliebter Sprecher vieler erfolgreicher Lesungen, etwa Harry Potter, Lemony Snicket oder Artemis Fowl. Bevor ich einen nach dem anderen aufzähle, möchte ich endlich zu dem kommen, dem dieser Beitrag gewidmet ist:

HANS PAETSCH

Er wurde 1919 in Montreux-Vieux in Frankreich geboren (das früher zu Deutschland gehörte) und starb am 03. Februar 2002. Er geriet bald ins Theaterfach, arbeitete fast 30 Jahre im Thalia-Theater in Hamburg und wirkte auch in vielen Filmen mit, wie bei der >IMDB< zu sehen ist.

Ich kann mir vorstellen, dass viele Leser sich jetzt fragen, warum ich ihn hier bei Autoren einfüge, obwohl er soooo bekannt gar nicht scheint, und obwohl er keine Bücher geschrieben hat. Nun ja, die Rubrik "Synchronsprecher" will ich nicht extra eröffnen, also schummle ich ein wenig. Und zudem bin ich mir sicher, dass jeder einzelne unter uns Hans Paetsch kennt. Oder zumindest seine Stimme ;-)

Für das Label "Europa", aber auch für andere, sprach er auf über 100 Scheiben. Märchen der Gebrüder Grimm und von Andersen, aber auch klassische Werke wie Nicholas Nickleby von Dickens und Hörspiele wie Hui Buh und Flitze Feuerzahn. Seine Stimme prägte sich mir fest ein, ich liebte seinen warmen, weichen Ton. Er war ein wunderbarer "Märchenonkel", und diese Bezeichnung gefiel ihm. Ich bin sicher, auch ihr werdet beim Klang seiner Stimme in Erinnerungen schwelgen. Deswegen bin ich ein wenig durch das Web gesurft und möchte Euch nun folgende Seiten vorstellen, damit ihr einfach für eine gewisse Zeit die Augen schließen und seiner Stimme lauschen könnt:

Eine >Hommage< an Hans Paetsch, mit vier kleinen Downloads und einigen Bonbons zum Anhören :-)

Ein Artikel der >Welt<, der den Zauber seiner Stimme einzufangen und zu erklären versucht. Genau so klang seine Stimme, da wird wohl jeder zustimmen, ...

SaschaSalamander 17.01.2006, 12.49 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Cornelia Funke

Cornelia Funke macht in letzter Zeit immer mehr von sich reden. Die meisten kennen sie vor allem durch ihr Buch "Der Herr der Diebe", den "Drachenreiter" oder in neuerer Zeit durch "Tintenherz" und den Folgeroman "Tintenblut". WIE berühmt sie allerdings ist, das habe ich heute beim Surfen im Web erfahren. Nicht, dass sie einfach nur eine erfolgreiche deutsche Autorin wäre, nein!

Sie hat einiges an Preisen gewonnen, unzählige Geschichten und Bücher geschrieben, sogar schon Drehbücher für die TV-Serie "Siebenstein" geschrieben, "der Herr der Diebe" wird derzeit verfilmt, ihr Roman "Tintenherz" hat es bis Hollywood geschafft und wird nächstes Jahr in die Kinos kommen, das Time Magazine zählt sie zu den >100 einflussreichsten Menschen der Welt< des Jahres 2005 (neben Schumi und Papst Benedikt die einzige Deutsche, steht sie neben Größen wie Bush, Clinton, Clint Eastwood, Dan Brown, Johnny Depp, Bill Gates, dem Dalai Lama, Nelson Mandela und vielen anderen). Als ich DAS las, da musste ich mir erstmal die Kinnlade wieder sorgfältig zurechtrücken!

Auf ihrer eigenen Homepage bringt sie einen für Kinder wirklich schön formulierten Lebenslauf. Nämlich ihre Berufswünsche als Kind: Pilotin, Astronautin, Indianerin. Und erst mit 35 Jahren dann erkannte sie, dass sie eigentlich Bücher schreiben will. Jetzt ist sie 45 Jahre alt und lebt zusammen mit ihren beiden Kindern Ben und Anna, ihrem Mann Rolf und einigen Haustieren. Außerdem sammelt sie DVDs und Drachen und verreist gerne.

Die reguläre Biografie dagegen, wie sie sich auf unzähligen Internetseiten finden lässt, klingt da schon wesentlich trockener. Sie wurde 1958 in Dorsten (Westfalen) geboren. Nach ihrem Schulabschluss studierte sie Pädagogik und Buchillustration und arbeitete danach als Erzieherin. Durch die Arbeit mit Kindern wurde sie zum Schreiben angeregt, illustrierte ihre Bücher größtenteils selbst.

Ihr Buch "Der Herr der Diebe" wurde in 23 Sprachen übersetzt. Es gibt soviele Literaturpreise, dass der Laie schon überhaupt keinen Durchblick mehr hat. Um diejenigen zu nennen, welche Cornelia Funke gewonnen hat: Die Kalbacher Klapperschlange, Der WildWeibchenpreis, La vache qui lit, Preis der Jury der jungen Leser, Evangelischer Buchpreis, Corine, Mildred L Batchelder Award, Nordstemmer Zuckerrübe, Phantastik-Preis der Stadt Wetzlar. Manche der Preise mehrfach, jeweils für unterschiedliche Bücher. Aber ich vermute, hier ist der Punkt, wo man nur noch staunend dasteht und nicht mehr wirklich aufnahmefähig ist. Deswegen nur noch kurz ein paar Worte zum Abschluss, um niemanden unnötig mit trockenen Fakten zu erschlagen ;-)

Im Mai diesen Jahres zog sie nach Los Angeles, um die Filmarbeiten an "Tintenherz" überwachen zu können. Außerdem arbeitet sie an dem Buch "Tintentod", das 2007 erscheinen soll. Und ich >Lächeln< ist wirklich sympathisch :-)

>Hier< geht es zu ihrer offiziellen Homepage. Die Startseite könnte etwas überarbeitet werden (einfach scrollen und unten auf Sitemap oder eine der Sprachen klicken), der Rest der Seite ist allerdings wirklich nett aufgemacht.

SaschaSalamander 01.11.2005, 10.47 | (3/2) Kommentare (RSS) | PL

Helges ereignisreiche Vita

Helge Schneider, geboren 1903, ist in der Literatur ein Außenseiter geblieben. Assessor für Physik an der Hochschule für Mathematik zu Babel von September 1952 bis August 1961, Weiterbildung zum Closett-Tieftaucher bei Professor Hans Hass, Germanistiklehrstuhl in Heilbronn und Welfen. Voraussichtliche Einlieferung ins Bethesda - Krankenhaus in Duisburg wegen Fettabsaugen - doch nicht. Wahrscheinlich mehrere Kinder, die auf seine Rechnung gehen. Großer Preis von Japan im Jahre 1998 (der ewige Zweite!).

Biographie des Autors aus:
H. Schneider: Aprikose, Banane, Erdbeer; KiWi, S. 3

SaschaSalamander 14.07.2005, 15.47 | (0/0) Kommentare | PL



 






Einträge ges.: 3322
ø pro Tag: 0,7
Kommentare: 2743
ø pro Eintrag: 0,8
Online seit dem: 21.04.2005
in Tagen: 4505