SaschaSalamander
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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Komödie

The Visit

Auch hier wieder: Filme zu rezensieren fällt mir eher schwer, weil ich nicht so der optische Typ bin. Aber THE VISIT hat mir außerordentlich gut gefallen, deswegen möchte ich meine Gedanken auf jeden Fall wieder teilen, wenn auch nur in Gedankenfetzen und Stichpunkten.
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SaschaSalamander 18.04.2016, 08.40 | (0/0) Kommentare | PL

Housebound

Für eine ausführliche Rezension fehlt mir die Zeit. Aber der Film war zu gut, als dass er untergehen sollte in meinem Blog. Deswegen schnappe ich mir die alten Stichpunkte und formuliere sie zumindest in komplette Sätze. Hoffe, Ihr könnt etwas damit anfangen, und vielleicht gefällt dem ein oder anderen ja der Gedanke hinter dem Film ;-)

Ein junges Mädchen wird nach einem misglückten Bankraub dazu verdonnert, mit Fußfessel zu Hause zu bleiben. Lästig, dieses alte Haus, die spießigen Eltern! Aber bald stellt sich heraus, dass es wohl ein Geisterhaus ist, in dem die Familie wohnt. Kylie versucht das Geheimnis zu lüften.
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SaschaSalamander 10.08.2015, 08.43 | (0/0) Kommentare | PL

Die Abenteuer von Mr Peabody und Sherman

Ein Film, den ich unbedingt kurz vorstellen möchte, ist DIE ABENTEUER VON MR PEABODY UND SHERMAN. Ein Animationsfilm für die ganze Familie. Davon gibt es inzwischen dank Computertechnik ja mehr als genug. Nicht alle gefallen mir, aber dieser hier hat mich gestern restlos überzeugt. Dieser Film hat es einfach verdient, erwähnt zu werden!
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SaschaSalamander 02.02.2015, 09.14 | (0/0) Kommentare | PL

I sell the Dead

Ich mag britischen Humor, und groteske Themen wie Zombies, Vampire und Grabräuber sind genau meine Welt. Nachdem ich von mehreren Seiten auf I SELL THE DEAD aufmerksam wurde, musste ich mir diesen Film ansehen. 

Ein Grabräuber offenbart sich vor seiner Hinrichtung dem Geistlichen. In einzelnen Episoden erzählt er, wie er als Kind an diesen Job geriet, wie er und sein Partner immer neue Wege fanden, sich Leichen zu besorgen. Und sie treffen nicht nur auf Tote, sondern auf allerlei Untote und geheimnisvollen Wesen. 

Als Horrorfilm ist es nicht bezeichnen, eher als Trash-Komödie im Stil der alten Schinken aus den Hammer-Studios, gedreht mit der Tricktechnik und Optik von heute. Eine tolle Kombination. Die Schilderungen sind schon sehr morbide und bizarr, und Freunde des Grotesken kommen hier voll auf ihre Kosten, Grusel und Albernheiten Hand in Hand.

Trotzdem konnte uns der Film nicht wirklich überzeugen. Die Episoden sind mir zu zusammenhanglos aneinandergereiht, Spannung im Handlungsverlauf kam nicht wirklich auf. Die Mischung aus Ich-Erzähler, "normaler" Filmhandlung und gelegentlichen Comic-Elementen ist zwar ungewöhnlich und einfallsreich, aber es fehlt einfach der Pep. Ich kam nie so wirklich in den Film hinein, und viele Gags purzelten einfach über mich hinweg, ich verzog gelegentlich mal kurz den Mund, aber wirklich lachen konnte ich an keiner Stelle, dafür war es mir dann an vielen Stellen einfach zu flach.

In der ersten Hälfte dachte ich immer "wann gehts denn los, wann kommt was". Aber dann habe ich irgendwann verstanden, dass das keine Einleitung war sondern tatsächlich die Erzählweise des gesamten Films. 82 Minuten Geplauder in schicker Optik.

Nun ja, die Friedhofsstimmung, die stinkende alte Stadt, der Nebel über den Gräbern, das hat eine ganz eigene Atmosphäre, und die Charaktere sind herrlich dreckig, eklig (viele Filme wollen zwar die damalige Zeit imitieren, scheitern aber an zu sauberen Kostümen und Frisuren). Und in der zweiten Hälfte wird der Film dann auch etwas spannender, sobald mehr Akteure und Wesen auf der Bildfläche erscheinen. 

Dominic Monaghan (HERR DER RINGE, LOST) und Ron Perlan (NAME DER ROSE, HELLBOY) sowie auch die anderen Schauspieler machen ihre Sache wirklich hervorragend. sie können die schrägen Charaktere mit all ihren Macken glaubhaft verkörpern. Wenn ich mal schmunzelte, lag es weniger am Humor als vielmehr an den Künsten der Darsteller. Der niedliche, etwas naiv-trottelige Monaghan, der düstere Perlman mit seinem durchdringenden Blick, sie passen so gut, als wären die Rollen auf sie zugeschnitten worden. 

Alles in allem hat I SELL THE DEAD mich also nicht in allen Punkten überzeugt, in mein Regal wird er es nicht schaffen, und zwischendurch hatte er etliche Längen. Humor und Erzählweise sind einfach nicht zu mir durchgedrungen. Aber die Optik, das Setting und die Schauspieler haben eine Menge davon wieder herausgeholt, sodass es insgesamt ein doch recht unterhaltsamer Film ist. 

Wertung: 5 von 10 aufgeregt im Käfig hüpfende Ghule

SaschaSalamander 14.03.2014, 08.37 | (0/0) Kommentare | PL

Paulette

Paulette ist Rentnerin. Nach dem Tod ihres Mannes hat ein "Schlitzauge" das Restaurant übernommen. Sie selbst hat nicht genug zum Leben, ihre Tochter ist mit einem Schwarzen verheiratet, und überhaupt geht es ihr ziemlich dreckig. Sie schimpft sie wettert, sie ist ausländerfeindlich und eigentlich auch sonst homophob. Als dann auch noch der Gerichtsvollzieher alles pfändet, hat sie genug. Sie erfährt zufällig, dass in ihrer Nachbarschaft ein Dealer mit Drogen handelt und damit scheinbar ziemlich gut Geld macht. Na, wenn sie nicht mal mehr Geld für die Telefonrechnung hat, warum nicht? Also geht sie zu Vitto und steigt ins Geschäft ein. Weit erfolgreicher, als sie und die anderen Dealer sich das hätten träumen lassen. Natürlich führt das zu Verwicklungen, etwa weil der Schwiegersohn Polizist ist, weil sie Ärger mit den anderen Dealern im Revier bekommt und auch ihre Freundinnen langsam merken, dass etwas nicht stimmt. Paulette wird nicht nur reicher, sie verändert sich auch, und diese Veränderungen machen ihr Angst ... 

aaaah, ein köstlicher Film! Eine ausführliche Rezi möcht ich nicht tippen. Aber ein paar Gedanken dazu loswerden :-)

Ich habe mich köstlich amüsiert. Ein paarmal blieb mir das Lachen im Hals stecken, denn die Franzosen nehmen kein Blatt vor den Mund. Wenn der Enkel fragt "Warum magst Du mich nicht, Omi", dann sagt sie mit kaltem Blick "weil Du schwarz bist". Dies nur ein Beispiel von vielen, wo man sich regelrecht verschluckt und erst einmal nicht weiß, wie man reagieren soll. Bitte nicht trinken oder essen während dieses Films!

Trotzdem ist der Film selbst in keinster Weise fremdenfeinlich oder bösartig. Er zeigt vielmehr die hilflosen Versuche einer verzweifelten, verbitterten Frau, im Leben wenigstens ein bisschen Freude und Anerkennung zu verdienen. Und ohne Hollywood-Kitsch gelingt es den Machern, so etwas wie eine Botschaft zu transportieren und auch ein Happy End zu schaffen. Die Veränderungen Paulettes sind nachvollziehbar, und es macht Spaß, die Entwicklungen der Situation und der beteiligten Personen zu verfolgen. 

Schön ist auch, dass hier die Grenzen zwischen Gut und Böse verschwimmen. Ja klar, es geht um illegale Geschäfte. Dennoch hat Paulette ihre ethischen Grenzen, die man so auch vertreten kann. Und obwohl sie illegale Dinge tut, obwohl sie eine auf den ersten Blick absolut böse Frau ist, so kann man sie doch verstehen, wenngleich man ihr Verhalten und ihre Taten nicht gutheißt. Der Spagat ist den Machern unglaublich gut gelungen. 

Altersarmut und Drogen sind ein ziemlich ernstes Thema, und die Dramatik hinter der Komödie ist zwischendurch spürbar. Die Grenze zwischen Klamotte, Drama und Komödie verschwimmt manchmal ein wenig. Manchmal ist der Film etwas zu albern für das eigentlich ernste Thema. Manchmal zu ernst für den Humor und die bissigen Sprüche. Auch gibt es gelegentlich ziemlich heftige Logikfehler und Dinge, die so einfach nicht glaubwürdig  sind und in der Realität wohl deutlich anders funktionieren würden.

Aber diese kleinen Macken ignoriere ich gerne. Denn es ist ein gelungener Film, ich habe viel gelacht, die Schauspieler machen ihre Sache wirklich gut, die Charakterentwicklung ist nachvollziehbar und die Story ziemlich unterhaltsam. Ein Meisterwerk sollte man nicht erwarten, und der Humor ist schon ziemlich ... speziell. Aber das Bild, wie die alte Paulette einfach nur den Mittelfinger rausstreckt und ihr fiesestes "Killerface" aufsetzt ... oder der Anblick der vier alten Damen, die einen Drogendealer umkreisen und mit Waffen einschüchtern, das hat einfach was! 

Wenn man gerne mal bissige Komödien sieht, die sich abseits von Hollywood und deutschen Klamotten bewegen, sollte man Paulette auf keinen Fall verpassen. 

SaschaSalamander 07.03.2014, 08.40 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Auf den Spuren des Marsupilami

Keine Rezension, aber ich muss wenigstens kurz auf den Film aufmerksam machen. Man hat hier einfach zu wenig davon gehört, und das finde ich schade, denn er hat wirklich ein paar Fans verdient und ist es wert, hier erwähnt zu werden. 

Ich schätze, viele von meinen Lesern kennen die Abenteuer des Marsupilami, Spin-Off bzw Teil der frankobelgischen Comics um Spirou und Fantasio. Es gibt eigene Comics zu diesem niedlichen Tierchen, auch eine Zeichentrickserie, und seit 2012 auch einen Realfilm. Dessen Handlung ist ziemlich simpel: 

Klappentext: Reporter Dan Geraldo könnte mal wieder einen Quotenhit vertragen, sonst gibt die neue Direktorin seinen Sendeplatz einem anderen. Im lateinamerikanischen Palumbien soll eine kryptozoologische Rarität der Entdeckung harren. Weil das Marsupilami unendlich alt werden soll und auf Schätzen hockt, interessieren sich neben allerhand anderen Gaunern auch die Kosmetikindustrie und der autoritäre Staatschef dafür. Der Reporter und sein einheimischer Führer, der liebenswerte Trickdieb Pablito, geraten prompt in allerhand Turbulenzen.

Wirklich grandios ist die Umsetzung der Handlung nicht. Was aber hervorragend umgesetzt wurde ist der comicartige Stil und der entsprechende Humor. Stellenweise ziemlich albern, sehr viel Slapstick, aber gleichzeitig mit soviel Wärme dargestellt, dass man über manchen billigen Gag hinwegsieht und einfach nur kindlich offen lachen kann. Unrealistische Soundeinspielungen, verrückte Superkräfte, witzige Kampfszenen, Erwachsene die sich zum Affen machen und Kinder die weit vernünftiger sind als die Großen. Und inmitten von allem das Marsupilami, das SO niedlich aussieht, dass man es einfach nur dauerknuddeln möchte. 

Was für mich einen ganz großen Reiz des Filmes ausmacht, ist die Animation und die optisch gewaltige Darstellung. Sowohl die Requisite als auch die Kostüme wurden mit viel Aufwand inszeniert, die Macher haben viel Liebe in die Details gesteckt, seien es nun die für die Reportage gefakten wie auch die echten Kostüme der Paja, die Kulisse im Regenwald, die Statuetten, die Städte. Von der CGI, der Computergrafik, ganz zu schweigen. Die Haare sind einzeln zu erkennen und so realgetreu animiert, dass man das Tier, wäre es nicht so quietschgelb und overcute, für echt halten könnte. 

AUF DEN SPUREN DES MARSUPILAMI hätte es verdient, in Deutschland etwas bekannter zu sein. Neben vielen anderen Comicverfilmungen kann es bedenkenlos bestehen und hat das Original sehr schön umgesetzt. Albern und verrückt, aber so liebenswert und herzlich, wie ich schon lange keinen Film in diesem Genre mehr gesehen habe ... 


SaschaSalamander 19.09.2013, 09.13 | (0/0) Kommentare | PL

Schräge Bettgesellen

Vincent hat nach der Scheidung Probleme mit der Steuerbehörde. Als er liest, dass gleichgeschlechtliche Paare eine Steuerbefreiung erhalten sollen, hat er eine vermeintlich geniale Idee: er will seinen Kumpel und langjährigen Freund Ralph heiraten. Dieser ist verständlicherweise wenig davon angetan. Aber was tut man nicht alles für seinen besten Freund ... der Versuch, es in dem verschlafenen, konservativen Örtchen Yakandandah geheimzuhalten, misslingt. Und dann kommt auch noch ein Prüfer, der kontrollieren soll, ob es eine echte Beziehung ist oder sich um Betrug handelt. Da ist guter Rat teuer - wie soll man so schnell plötzlich schwul werden? 

Mit Paul Hogan und Michael Caton hat man zwei wirklich hervorragende Schauspieler gewählt, die das Dilemma sehr gut verkörpern. Zwei ordentliche, maskuline Kerle, bärbeißig und raubeinig, sympathisch in ihrer brummigen Art. Hier wird viel mit Äußerlichkeiten und Klischees gespielt, doch sie werden nicht plakativ aufgezeigt sondern oft subtil unterwandert und ins Gegenteil verkehrt. Je schwuler die beiden sein wollen, desto aufgesetzter wirkt alles, und desto deutlicher wird dem Zuschauer, dass genau das es eigentlich gar nicht sein kann. Männerfreundschaften erscheinen in einem neuen Licht, und am Ende wird plötzlich klar, worauf es eigentlich ankommt. 

Ein Schenkelklopfer ist SCHRÄGE BETTGESELLEN nicht, es veranlasst eher zum Schmunzeln, manchmal hintergründig manchmal direkt. Sätze wie "schwul wie ein Sack voller Schmetterlinge" oder "schlimm ist nicht, dass ich für schwul gehalten werde, sondern dass die Leute glauben, ich wäre mit DIR zusammen" sorgen für Lachen nicht über sondern mit den Beteiligten. 

Inhaltlich ist die Story sogar recht vorhersehbar, die Komödie ist klassisch aufgebaut. Aber das stört nicht, es ist eben eine angenehm leichte Unterhaltung. Ein Film über Liebe, den Zusammenhalt eines Dorfes und vor allem den Kern echter Freundschaft. 

Wertung: 6 von 10 Plüschteddies

(Anmerkung: und wieder zeigt dieser Film, dass die Bewertung nicht unbedingt aussagekräftig ist. Es ist kein Highlight, man hätte mehr daraus machen können, er bleibt deutlich unter seinen Möglichkeiten, mehr war nicht drin. Trotzdem hat die DVD es sofort in mein Regal geschafft. Obwohl er simpel und vorhersehbar ist, obwohl er nicht wirklich Tiefgang hat, der Film hat einfach Charme. Es ist nett, ihn mehrfach zu sehen, nicht wegen der Story sondern wegen der sympathischen Charaktere und des angenehm stillen Humors)

SaschaSalamander 03.09.2013, 08.48 | (0/0) Kommentare | PL

Parada

VORAB

Es ist schon etwas her, dass ich diesen Film sah. Außerdem muss ich zugeben, dass ich mich nicht so ganz an eine Rezi zu diesem Film herantraue. Er hat einen sehr ernsten Hintergrund, und es ist ein Film, der viel über die soziale und politische Situation Serbiens, Bosniens, des Kosovo enthält. Da habe ich irgendwie das Gefühl, dass alles, was ich sage, irgendwie nicht wirklich der Sache gerecht werden könnte. Daher meine Meinung dazu und der Vermerk, dass der Film eine Tiefe besitzt, die man wohl nur erfassen kann, wenn man sich intensiv mit der Thematik Gleichstellung sowie der Geschichte dieser Länder auseinandersetzt. 


INHALT

Limun ist ehemaliger Krimineller, leitet jetzt eine Sicherheitsfirma, und er möchte seine geliebte Pearl heiraten. Mirko ist Hochzeitsplaner, sein Freund Radmilo ist Tierarzt. Als der homophobe Limun nun von den Neigungen seines Hochzeitsplaners erfährt, reagiert er aggressiv und will alles über Bord werfen. Pearl geht mit Mirko einen Deal ein: wenn er die perfekte Hochzeit für sie und ihren Mann organisiert, wird Limun mit seinen Leuten die geplante Gay-Pride (bei uns Christopher-Street-Day) beschützen. Die Rechtsradikalen stehen schon in den Startlöchern, die Polizei weigert sich, so wenige Demonstranten gegen so viele Gegner zu verteidigen. Doch auch Limuns Gefolge springt ab. Wenn er seine Traumhochzeit haben will, bleibt ihm nur noch eines: gemeinsam mit Radmilo macht er sich auf in die Nachbarregionen, um sich dort mit ehemaligen Kriegsgegnern / -gefährten zusammenzuschließen und eine neue Truppe auf die Beine zu stellen. Eine Chance sieht er nicht, aber für die Liebe würde er alles tun ...


PERSÖNLICHE MEINUNG

Der Film ist eine Tragikomödie. Doch besonders am Anfang (und wie für das Genre üblich am Schluss) überwiegt der tragische Teil. Ich empfand es als äußerst hart. Wo diskriminiert werden kann, wird diskriminiert, der Film beginnt mit heftigem Mobbing in jeder Szene. Ob Ausländer, Homosexuelle, Dicke, Frauen, oder oder oder. Es tut regelrecht weh und berührt einen tief, für eine TragiKOMÖDIE eigentlich schon etwas zu tief. Später blieb das Lachen nur im Hals stecken, aber gerade zu Beginn gab es eigentlich nichts zu Lachen, man konnte nur mit offenem Mund zusehen, wie geschimpft und gemobbt wurde. Auch das soziale Elend der Protagonisten ist heftig anzusehen. 

Nach dem ersten Drittel erholt sich das etwas, der Film wird humorvoller, es gab viele witzige Einlagen. Sehr schön ist, dass keine Klischees bedient werden - der Film hat eher das Ziel zu zeigen, dass eigentlich alle gleich sind: sie würden alles für die Liebe tun, sie haben Träume und Ziele. Sie tanzen, lachen, haben Angst und spüren Schmerz. Und sie mögen Ben Hur. Eigentlich sind sie gar nicht so verschieden. 


FAZIT

Ein großartiger Film mit realem und ernstem Hintergrund. Ohne Humor wäre er in dieser Form nicht zu ertragen. So aber wird dem Zuschauer etwas nahegebracht, das eigentlich selbstverständlich sein sollte: Friedlich Miteinander, unabhängig von Geschlecht, Nationalität, Gesinnung oder Alter. 

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Anmerkung: gerade in Hinblick auf die aktuelle Situation in Russland halte ich den Hinweis auf diesen Film sehr angebracht. Eigentlich war er ja in der "irgendwann mal posten" - Rubrik auf dem Vorratsspeicher gelandet, aber ich halte es momentan für sehr wichtig ...

SaschaSalamander 05.08.2013, 08.41 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Keine halben Sachen

CoverDiese Woche viel zu tun und keine Rezis vorbereitet. Also gibt es eine alte Rezi von anno nochvielfrüher. Bald sind meine Rezis aufgebraucht und ich habe keinen alten Vorrat mehr, dann muss ich mir was anderes überlegen, wenn ich kleine Lücken füllen möchte :-)

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Inzwischen ist es Mode, manchen Zeitschriften gegen einen kleinen Aufpreis alte, aber gute Filme beizulegen. Keine schlechte Idee, wechselte ich von meiner früheren Zeitschrift dadurch bald zur TV Movie. Vor einigen Wochen war darin die schwarze Komödie "Keine halben Sachen" mit Bruce Willis und Matthew Perry (Chandler aus "Friends").

Oz Oseransky ist Zahnarzt, verheiratet mit einer richtigen Schrapnelle. Während Oz ein gutherziges, gutgläubiges Kind ist, sind seine Frau und deren Mutter Furien, nur auf Geld bedacht. Als der Auftragskiller Jimmi "die Tulpe" neben ihnen einzieht, beginnt das Chaos: Oz´ Frau überredet ihren Mann, Jimmi bei dessen früheren "Kollegen" (die ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt haben) zu verraten und das Geld einzusacken. Als Oz nach Chicago fliegt, macht sie sich auf zu Jimmi und ...

Tja, und eigentlich geht es erst hier so richtig los. Der Film beginnt ganz nett, ein bisschen witzig, ein bisschen unterhaltsam, aber nicht wirklich interessant. Lediglich Perrys typische Tollpatschigkeit und Bruces lässige Art sorgen bis dahin für Humor. Doch sobald Oz in Chicago ist, geht es richtig los. Denn jeder spielt sein eigenes Spiel, und am Ende will jeder jemanden umbringen, und jeder soll von jemandem umgebracht werden. Es ist herrlich verwirrend, wer wen aus welchem Grund wie umlegen will, und wie am Ende dann doch alle glücklich und zufrieden aus dieser Situation herauskommen. Die Bösen kriegen ihr Fett weg, die Guten erleben ein Happy End. Aber wer ist gut, und wer ist böse?

Jimmi ist eindeutig gut. Okay, er ist ein Auftragskiller und hat 17 Leute umgelegt. Außerdem will er Oz nur deshalb nicht umlegen, weil er nur 10 Riesen dafür geboten bekommt. Aber er hat seine Prinzipien. Zum Beispiel nicht mit der Frau eines Freundes schlafen (zumal sie sowieso hässlich ist). Und keine Mayonaise auf Hamburger, denn das macht ihn wütend. Außerdem ist er nur deswegen in sein neues Haus gezogen, weil die Erde im Garten so wunderbar ist, die Tomaten sind in den wenigen Tagen seit seiner Ankunft bereits ein großes Stück gewachsen!

Köstlich, einfach köstlich. Was mir an diesem Film so gut gefiel, das waren die absurden Dialoge, die verdrehten Moralvorstellungen und die schauspielerische Leistung von Bruce Willis und Matthew Perry. Mimik und Gestik der beiden sind gewohnt genial.

Man sollte halt nicht zuviel erwarten von einer schwarzen Komödie mit flachen Dialogen und einem Humor, der eigentlich schon eher Slapstik als tatsächlich witzig ist. Anspruch kann dieser Film wirklich in keinster Weise bieten. Aber alberne Unterhaltung, abgedrehte Situationskomik und das eine oder andere fiese Lachen, davon gibt es genug. Und genau das habe ich an diesem Abend gebraucht, als ich die DVD einlegte. Ein voller Erfolg, vielleicht werde ich diesen Film irgendwann wieder einmal sehen, er könnte bestimmt auch beim zweiten Mal witzig sein :-)

SaschaSalamander 18.04.2013, 08.03 | (0/0) Kommentare | PL

Trollhunter

trollhunter_1.jpgSpannend bei LoveFilms ist immer, dass man nicht weiß, welcher von den gewünschten Film auf der Liste als nächstes kommt. Ich lasse mich dabei immer gerne überraschen. Diesmal war es TROLLHUNTER, hat perfekt gepasst, genau der richtige Film für Urlaubsfeeling und "ich schalte mein Hirn aus und will einfach nur tolle Unterhaltung".

Genre: Found Footage bzw Mockumentary, ein paar Jugendliche machen sich mit wackliger Kamera auf Recherchetour und kommen einem vermeintlichen Wilderer auf die Spur, der sich als Trolljäger entuppt. Man erfährt einiges über Trolle, bekommt ein paar dieser Wesen zu Gesicht, der Trolljäger erzählt über seinen undankbaren Beruf und die staatlichen Mechanismen hinter dem Troll - Sicherheits - Team. Und am Ende (kein Spoiler sondern genretypisch) sind die Jugendlichen nicht mehr auffindbar, man hat nur noch das Material gefunden und bittet nun um Hinweise. Bekanntester Vertreter natürlich BLAIR WITCH.

Meine Meinung, nicht durchdacht und rezensiert, sondern frei nach Schnauze: super unterhaltsam. Wirklich gut kann ich den Film nicht nennen, aber ich hatte spannende 100 Minuten. Der anfängliche Teil zieht sich recht dröge, doch bald bekommt man den ersten Troll zu Gesicht. Ich hatte ja eher damit gerechnet, dass die Trolle unbestimmte Wesen bleiben und man sich den Anblick eines solchen Exemplares ganz für den Schluss aufhebt. Statt dessen zeigte man einen recht früh und von da an viele verschiedene Exemplare, denn es gibt unterschiedliche Arten, die sich alle ganz individuell ernähren (Steine mit Grillkohle etwa, oder alte Autoreifen. Steine können sie beißen, Schutzrüstung aus Blecheimern allerdings nicht, ebensowenig Alucontainer mit darin gelagerten Autoreifen). Allen gemeinsam ist allerdings, das sie Christenblut riechen können (bei Muslimen ist der Jäger sich nicht sicher). Etwas, das im Film nicht erklärt wurde und das mir auch recht seltsam vorkam. Nun gut, ich habe mich auch noch nie näher mit Trollen befasst, kenne sie hier und da aus Fantasygeschichten, doch die Mythologie dahinter habe ich noch nicht verfolgt.

Mich interessiert, ob alles davon für den Film aus den Fingern gesaugt wurde, oder ob es sich an norwegischer Mythologie orientiert. Es gab manches, was mir nicht so ganz klar war, und es könnte sein, dass man, falls man sich besser mit dieser Thematik auskennt oder regional bewandert ist, es besser versteht. Werde gleich mal googeln gehen nach diesem Beitrag, besonders das mit dem Christenblut finde ich sehr merkwürdig, aber ich lerne gern dazu.

Einige Male fasste ich mir an den Kopf. Es gab Momente, die ich dann doch sehr unrealistisch fand, und ein paar Logikfehler sprangen mir ziemlich böse ins Auge. Und warum in diesem Genre alle Kameras verwackelt sind, obwohl es doch angeblich professionelle Filmemacher sein sollen oder zumindest Studenten verstehe ich auch nicht, denn was ich von Hand filme und auf Youtube hochlade, sieht weit professioneller aus. Egal, gehört halt dazu, macht einen Teil des Charmes. Kein Found Footage ohne völlig zittrige Kamera, die immer das Falsche filmt und natürlich auch Sachen aufnimmt, die eigentlich gar nicht möglich wären zu filmen (Kamerafahrten, gewisse Schnitte, die normalen Filmen entlehnt sind und nicht privat aufgenommen werden können).

Und wir haben viel gelacht, es gab sehr viele Szenen, in denen der Film sich selbst und das Genre ziemlich aufs Korn nimmt, die Charaktere sind sehr skurril, und die Themen und Umsetzungen schon sehr gewagt. Die Befragungen der Ärztin, der Mitarbeiter im Elektrizitätswerk, genial! Allein die Polen, die tote Bären aus dem Zoo nach Norwegen bringen um ... ach, ich verrate nichts, einfach gucken, es ist köstlich! "Nicht fragen, macht nur Probleme. Probleme alle immer hausgemacht". Ich wartete nur noch darauf, dass zwei Männer in schwarzen Anzügen kommen, die alles flink mal blitzdingsen und den Leuten dann etwas von Wetterballons und Tornados erzählen. Oder zu Beginn die seltsame Macke, dass die Leute sich anschleichen, nicht gesehen werden wollen aber mit voller Ausrüstung und Richtmikrofon völlig offen in der Pampa stehen. Sehr unauffällig und amüsant. Oder der Vergleich von Bären, die wie Eichhörnchen ihre Beute im Winter unter Brücken lagern. Genial! Von der Ethik der norwegischen Regierung (laut diesem Film) ganz zu schweigen *lol*.

Was ich unglaublich schön fand, waren die Landschaftsaufnamen. Norwegen ist wirklich prädestiniert für diesen Film, ich hing gebannt vor der Leinwand und konnte die Augen nicht von dieser beeindruckenden Weite, der Felswüste, den Schneelandschaften, den Wäldern abwenden, ich war hingerissen und wünschte mir, es möge ewig weitergehen mit diesen Aufnahmen. Tja, leider machte der Showdown mir einen Strich durch die Rechnung.

Die Trolle selbst - nun ja, heute ist man Besseres gewohnt von Tricktechnik. Aber ich fand es nett anzusehen, hatte ja auch keinerlei realistische Erwartungshaltung, habe mich prima amüsiert. Auch, wenn einige von den Trollen aussahen wie vergrößerte Figuren von Jim Henson ;-)

Für Kunst zu schlecht. Für Trash zu gut. Eben nette Unterhaltung, perfekt für einen geselligen Abend in gemütlicher Runde, bei der jeder lustige Kommentare von sich geben darf. Prima Film zum Spaß haben und sich spannend unterhalten zu lassen.

Eine tolle Rezi, die ich in fast allen Punkten unterstreichen kann, gibt es bei >Badmovies<. Und auch beim >Tofu Nerdpunk< habe ich mich prima amüsiert.

Wertung: 6,9 von 10 Eimer mit Christenblut

SaschaSalamander 03.09.2012, 09.06 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL



 






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