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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Dark

Found Footage

Inhaltsangabe:  Ein junges Pärchen verbringt das Wochenende in der fränkischen Schweiz. In einem Waldstück in der Nähe des sogenannten Druidenhain verliert sich am 17. Juli 2009 ihre Spur. Das gefundenes Filmmaterial, von der nur noch die Tonspur rekonstruiert werden kann, ist als Hörspiel unter dem Titel „Found Footage“ erhältlich.


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SaschaSalamander 25.11.2016, 08.45 | (0/0) Kommentare | PL

Mindnapping 23 - Dibbuk

Klappentext:  Gibt es Dämonen? Böse Geister, die einen in den Wahnsinn treiben? Der Börsenbroker Cain Douglas zweifelt an seinem Verstand, denn er wird von einem unheimlichen Jungen verfolgt. Ist Cain verflucht worden? Um jeden Preis will Cain die Wahrheit herausfinden, aber diese ist verstörender und bizarrer, als er jemals für möglich gehalten hätte.


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SaschaSalamander 18.11.2016, 08.42 | (0/0) Kommentare | PL

Gruselkabinett 10 - Die Rückkehr der Blutbestie

Klappentext: Die Blutbestie ist tot! Ihr Körper wird im Museum ausgestellt und soll die große Touristenattraktion von Holsworthy werden. Der Wissenschaftler O Mara hat jedoch gänzlich andere Pläne und bringt das leblose Monster gewaltsam an sich. Für die Rückkehr Steve Durys muss Blut fließen. Viel Blut. Bald legt sich Angst über das kleine Städtchen. Werden Dave Donovan und Alice Flack das anscheinend unverwundbare Ungeheuer vernichten können?
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SaschaSalamander 04.11.2016, 09.11 | (0/0) Kommentare | PL

Hölle (Pilo Family Circus)

Eines nachts überfährt Jamie scheinbar einen Clown. Daraufhin wird er verfolgt, erhält Drohungen und Botschaften von den Clowns. Um sich zu retten, soll er eine seltsame Prüfung ablegen. Und dann wird er Mitglied des Pilo Family Zirkus. Eine groteske, bizarre Welt mit eigenen Gesetzen, in denen Jamie einen neuen Teil seiner Persönlichkeit kennen- und hassen lernt. Er kämpft gegen den Zirkus, gegen sein dunkles Selbst und muss versuchen, der Hölle zu entfliehen.
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SaschaSalamander 06.03.2015, 09.46 | (0/0) Kommentare | PL

Alisik

Alisik liegt im Grab und wird ausgebuddelt, während die Umstehenden scherzen. Und dann erzählen sie ihr - sie sei tot! Das Mädchen will ihnen nicht glauben, hält alles für einen verrückten Traum und rennt zurück in die Stadt. Doch dort muss sie erkennen, dass niemand sie sieht, dass man durch sie hindurchgreift, und dass die seltsamen Wesen auf dem Friedhof wohl Recht hatten. Sie ist verzweifelt und kann sich nur langsam an ihren Zustand gewöhnen. Bis sie Ruben trifft, denn Ruben ist ein lebendiger Mensch, er nimmt sie wahr. Und er ist blind. Doch ist eine solche Liebe zwischen ihnen überhaupt möglich?

Dieser Comic sprang mir mit seinem düsterromantischen Cover sofort ins Auge, und ich begann im Laden kurz zu blättern. Schon nach wenigen Sekunden war mir klar "muss ich unbedingt lesen". Und die Zeichnungen hielten, was sie auf den ersten Blick versprachen. Das Gesamtwerk allerdings hat einige Schwächen, über die ich gerne hinwegsehen und mir alle vier Bände kaufen werde. Aber jetzt erst einmal der Reihe nach: 

Die Geschichte selbst ist nicht gerade neu, und sie wirkt wie ein Zusammenschnitt aus mehreren bekannten Werken im Stil von Tim Burton, Neil Gaiman und Terry Pratchett. Show- und Tanzeinlagen der Charaktere erinnern stark an einen Moment aus Corpse Bride, auch sonst finden sich viele Ähnlichkeiten zu vergleichbaren Werken. Trotzdem sehe ich das nicht als Manko, schließlich erwarte ich nicht bei jedem Buch die Neuerfindung des Rades. 

Schade ist allerdings, dass dieses an sich faszinierende Setting zwar grafisch ausgereizt wurde, im Storytelling allerdings einiges vernachlässigte. Es ist recht vorhersehbar und bleibt deutlich hinter seinen Möglichkeiten. Die Dialoge und Texte sind beinahe zu vernachlässigen, die Geschichte selbst ist zwar gut erdacht aber mit wenig Details versehen und wirkt eher wie Mittel zum Zweck zur Darstellung der Bilder. Zwar wird das Schicksal der einzelnen Figuren nach und nach enthüllt, und auch ist die Erzählweise mit Rückblenden und Zwischenpassagen gelungen, trotzdem fehlt das "gewisse Etwas", das aus hübschen Bildern auch eine lesenswerte Story zum Mitfiebern macht. Ich hoffe, dass die anderen drei Bände an diesem Punkt etwas anziehen und ihr Potential ausschöpfen. 

Dafür überzeugen die Zeichnungen umso mehr durch ihre Detailverliebtheit, ihre Tiefe, Atmosphäre und Aussagekraft. Ich bin regelrecht verliebt in die verspielten Formen und warmen Farben. 

Sehr schön finde ich auch, dass die Artworks der jeweiligen Situation angepasst wurde. Menschen tagsüber wurden in anderen Farben, anderem Strich zu Papier gebracht als die Geister des Nachts oder als Rückblenden in die Vergangenheit der Protagonisten. Zudem freut es mich, dass der Zeichner sich sehr abwechslungsreich präsentiert und verschiedene Ideen einbaut: nicht nur Coverbilder und Panels, sondern auch einmal Alisik als ganzseitige Anziehpuppe, dazu die Gestaltung der Innenseiten des Covers, poetische Texte auf altmodisch anmutendem Hintergrund, Passagen aus dem Buch der 3 mal 77 Totenregeln. 

Als Leser kann man sich in den wunderschönen Zeichnungen verlieren, ins Träumen geraten. Ich freue mich schon auf die Folgebände und bin gespannt, ob und wie sich die Story noch entwickeln wird.

Auf der liebevoll gestalteteten >Verlagsseite< zu Alisik findet man einen sehr schönen Trailer sowie Einblicke in das Heft und weitere Informationen über Autor und Zeichner. 

SaschaSalamander 02.08.2013, 08.52 | (0/0) Kommentare | PL

Porterville 09 - 14 Sekunden

porterville09_1.jpgFolge 9 der Reihe Porterville lautet 14 SEKUNDEN und stammt wieder von >Simon X Rost<. Der Leser folgt diesmal Hank Parker, in der Reihe DARKSIDE PARK eigentlich noch ein Antagonist und Unsympath. Doch inzwischen geht Hank eigene Wege, und die sind abseits des IFIS und IFG zu finden. Er pflegt seine alten Kontakte und ermittelt unter der Oberfläche. Eines Tages wird eine seltsame Spukgeschichte an ihn herangetragen. Hirngespinste einer suizidgefährdeten Frau, oder steckt tatsächlich mehr dahinter?

Es beginnt sehr gemütlich, trotz der Kürze des Textes nimmt der Autor sich Zeit und lässt sich nicht hetzen. Das ist geschickt, baut er auf diese Weise doch eine angespannte Atmosphäre auf. Als die Handlung dann so richtig in Fahrt ist, präsentiert sich dem Leser Oldschool-Grusel vom Feinsten: Gänsehaut und wohliger Schauer.

Auf den ersten Blick bricht diese Folge ein wenig aus der Reihe aus, stilistisch wie auch inhaltlich, da das Gewicht mehr auf dem Grusel zu liegen scheint als auf den Verschwörungen rund um die Stadt. Das ist jedoch angenehm, da sich dadurch Abwechslung bietet. Außerdem, im Gesamtbild betrachtet, fügt sich 14 SEKUNDEN sehr gut zu den anderen Titeln, da Bezüge zu sehr vielen vorherigen Episoden gezogen werden. Was ich äußerst gelungen finde, ist der indirekte Bezug auf die Folge >TRÄUME DER TERMITEN<. Denn dort wird ein Phänomen angeschnitten, dem bisher noch keine weitere Erwähnung folgte und das hier endlich wieder aufgenommen wird. Doch dann, vergleichbar einem Krimi: "und der Mörder ist - zack, aus, Ende". Zum Haareraufen! Aber das wissen wir ja und nehmen es dennoch jede Folge erneut auf uns ...

Passend zur Serie wurde kein Noir-Stil eingebaut. Aber irgendwie hätte es hier diesmal sehr gut gepasst. Ein wenig erinnert mich 14 SEKUNDEN an mein Lieblingshörspiel JONAS DER LETZTE DETEKTIV. Der letzte seiner Art, unabhängig und fernab des Systems, ermittelt der letzte Detektiv im Untergrund. Ja, das Setting hat was. Diesmal wünschte ich mir sogar, es gäbe ein Spin-Off rund um Hank Parker, ich wäre begeistert! Somit - wieder einmal - die bisherige Lieblingsfolge rund um PORTERVILLE ;-)

SaschaSalamander 15.07.2013, 08.35 | (0/0) Kommentare | PL

Porterville 07 - Götterdämmerung

GÖTTERDÄMMERUNG - welch ein schicksalsträchtiger Name, das ist ganz schön hoch gegriffen. Dachte ich. Doch Hendrik Buchna erweist sich als würdig und hat mit Folge 7 eine Fortsetzung geschaffen, die diesen Titel verdient hat. Hendrik Buchna hat mit >Folge 18< den DARKSIDE PARK damals abgeschlossen. Es wurde viel geklärt, aber eine Menge Fragen blieben offen. Hier nun wird die Brücke geschlagen zwischen der Folge 18 des DSP und den Ereignissen in PORTERVILLE.

Diese Folge setzt nahtlos an, wo Folge 18 DSP abgeschlossen hat. Der Leser erfährt nun, was geschehen war und wie es weiterging. Und endlich, endlich wurden sehr viele Fragen beantwortet. Zum Teil Fragen, die uns Leser von Beginn an drückten (etwa die Frage nach dem "Draußen" oder warum in Porterville so vieles anders ist als im DSP). Und zu einem noch größeren Teil Fragen, die man sich hätte stellen müssen, wenn man nicht das angenommen hätte, was einem als scheinbar einfache Lösung so einfach präsentiert wurde bisher (leider müsste ich spoilern. Es zerreißt mich, das nicht schreiben zu dürfen, aber es wäre einfach zuviel). Und keine Sorge, es bleiben noch genügend Fragen offen für viele weitere Folgen ;-)

Die anderen Episoden stehen weitgehend für sich. Natürlich gehören sie zusammen, versteht man sie nur im kompletten Zusammenhang, doch sie sind weitgehend Einzelwerke. GÖTTERDÄMMERUNG dagegen hängt als Bindeglied so eng sowohl mit dem DARKSIDE PARK als auch PORTERVILLE zusammen, dass die Lektüre sich wirklich erst lohnt, wenn man alle anderen bisherigen Teile kennt. Sehr viele Puzzlestücke werden nun an ihren rechten Platz gerückt, und ohne Kenntnis der bisherigen Puzzlestücke versteht man aufgrund der vielen Namen, Zusammenhänge und Ereignisse absolut nicht, was da eigentlich erzählt wird.

Ich habe nach der Lektüre erst einmal einige alten Folgen auf dem Reader geöffnet, um mich einiger Namen und Zusammenhänge zu vergewissern, habe hier und da den Prolog anderer Folgen nochmal Revue passieren lassen, ein paar Dinge recherchiert, denn an alles kann man sich nach 18 Folgen DSP und bisher 6 Folgen PV gar nicht mehr erinnern. Die aktuelle Folge ist eine gute Gelegenheit, alles Bisherige Revue passieren zu lassen :-)

Stellenweise las ich mit offenem Mund, was Hendrik Buchna nach und nach enthüllte. DSP war genial, und Porterville ein würdiger Nachfolger. Doch mit diesem Bindeglied ergeben sich völlig neue Zusammenhänge und zeigt sich das nahezu epische Ausmaß, das hier nun erschaffen wurde, WOW! GÖTTERDÄMMERUNG - ein Titel, den sich diese Folge mehr als verdient hat!

SaschaSalamander 31.05.2013, 08.53 | (0/0) Kommentare | PL

Wie man die Welt rettet

johnson_weltretten_1.jpgWIE MAN DIE WELT RETTET (OBWOHL MAN HAUSARREST HAT) von >Pete Johnson< ist die Fortsetzung von >WIE MAN DIE RATSCHLÄGE SEINER ELTERN IGNORIERT<. Trotzdem kann das Buch sehr gut gelesen werden ohne Vorkenntnis des vorherigen Bandes. So liebe ich Fortsetzungen :-)

Markus ist also ein Halbvampir, und er hat seinen Eltern versprochen, nicht mehr zusammen mit Tallulah auf Vampirjagd zu gehen. Leicht gesagt, wenn plötzlich unglaublich tödliche Vampire in der Stadt auftauchen und nur diese beiden sie stoppen können! Außerdem hat Markus ja eine besondere Fähigkeit, die eigentlich schon längst entwickelt sein müsste, die aber noch immer auf sich warten lässt. Während der Junge also versucht, es allen gleichzeitig recht zu machen und ein braver Sohn, guter Schüler, heimlicher Vampirjäger und zuverlässiger Freund zu sein, läuft natürlich wieder alles aus dem Ruder, ... aber er wäre nicht "einer von tausend", wenn er solche Kleinigkeiten wie tödliche Vampirangriffe, die Begegnung mit einem Geist oder gar Hausarrest geschickt meistert ;-)

Und wieder hat mir dieses Hörbuch gefallen, Pete Johnson hat einfach eine unglaublich angenehme Art zu schreiben. Sein Stil ist einfach gehalten, sodass man ihn ohne Anstrengung aufnimmt und sich dabei sehr gut unterhält. Erzählt ist aus Sicht von Markus, der in seinem Blog als Ich-Erzähler Beiträge schreibt.

Markus als Erzähler ist somit natürlich die Person, in die man sich am besten hineinversetzen kann und die am deutlichsten charakterisiert ist. Trotzdem finden auch Mädchen sich sehr gut in die Geschichte ein. Tallulah, seine menschliche Freundin, und Gracie, das Halbvampirmädchen, werden anschaulich geschildert. Seine Gedanken über das Verhalten der beiden sowie deren Auftreten ihm gegenüber schaffen für die Leser ein klares Bild. Ich kann mir vorstellen, wie einige junge Leser sich wünschen, er möge sich doch für die eine bzw andere entscheiden. Was mich betrifft - doch, ich verstehe seine Zwickmühle, beide Mädchen sind toll, und sie sind so verschieden, keine von beiden ist besser oder schlechter, und er hat es wirklich nicht leicht, sich zu entscheiden.

Wie schon im anderen Band gefällt es mir, dass nicht von Beginn an klar wird, wer Freund oder Feind ist. Dadurch, dass man Cyrill, den "Schneemann", den Bauchredner und andere nur aus Sicht Markus´ kennenlernt, bleiben sie wunderbar undurchsichtig. Denn die Gründe für ihr Verhalten sind unklar, sodass manch einer sich ohne böse Absicht verdächtig macht oder sich durch intrigante Spiele als unschuldig darstellt. Ganz toll, denn dadurch wird man nicht nur als Jugendlicher, sondern auch als Erwachsener ganz schön an der Nase herumgeführt, und die Spannung über die wahren Hintergründe hält sich bis zum letzten Moment.

Es werden mehrere Handlungsfäden erzählt, die teilweise ineinander übergehen und manchmal auch gleichzeitig aufgegriffen werden. Dabei bleibt der Autor aber immer geradlinig ohne große Sprünge, sodass auch jüngere Leser der Handlung problemlos folgen können. Da ist einmal die besondere Fähigkeit, die seine Eltern fördern wollen und für die er beständig üben muss. Dann natürlich das Thema Mädchen, Gracie oder Tallulah. Außerdem macht er Jagd auf die tödlichen Vampire. Dazu kommt, dass er selbst einem Geist begegnet und ohne Hilfe herausfinden muss, was es damit auf sich hat (denn Tallulah darf ja nicht wissen, dass er ein Halbvampir ist, und die Eltern dürfen nicht wissen, dass er sich auf Vampirjagd macht statt sich um seine Fähigkeit zu kümmern). Trotzdem verliert man niemals den Überblick und findet sich immer bestens im Buch zurecht.

Durch die geschickte Erzählweise gelingt es Pete Johnson, immer wieder kleine Höhepunkte einzubauen, sodass es niemals langwilig wird und die Handlung stetig vorantreibt bis hin zum großen Finale, bei dem alles zusammenkommt. Das Besondere dabei finde ich: Johnson ist einer der Autoren, die das Schreiben von Büchern aussehen lassen, als wäre es völlig simpel: ein paar tolle Ideen, eine geradlinige Handlung, die typischen Charaktere für die Zielgruppe und ein oder zwei Konflikte, die es zu klären gibt. Erst, wenn man genau hinsieht, erkennt man, was eben den Hobby-Autor "ich hab da mal was geschrieben" vom Profi unterscheidet: eine komplexe Geschichte so wirken zu lassen, als sei sie völlig simpel und als könne jeder es schreiben, das ist wirklich eine Kunst für sich!

Anton Sprick macht seine Sache wieder hervorragend. Obwohl er Jahrgang 1994 ist, klingt er bereits wie einer von den Profis. Angenehme Stimme, er weiß sie je nach Situation zurückzunehmen oder zu variieren, verleiht den Charakteren eigene Persönlichkeit und kann gut die Eigenheiten von Mädchen, Jungen, alten oder jungen Menschen herauspicken und darstellen. Sein Tempo ist ideal, und er passt auch sonst sehr gut zur Figur des Markus.


FAZIT

Pete Johnson hat es einfach drauf. Er weiß, wie man Jugendliche begeistert und zum Lesen bewegt. Mit Witz und Spannung erzählt er von allem, was die Teens bewegt und im Alltag umtreibt. "Pädagogisch wertvoll" kann auch Spaß machen ;-)

Wertung: 9,8 von 10 Gespräche mit der eigenen Hand

SaschaSalamander 08.04.2013, 08.47 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Amadeus 05 - Samiel

Ich bekam die Möglichkeit, bereits vorab die Folge 05 - SAMIEL aus der Reihe AMADEUS zu hören. Na, da konnte ich nicht widerstehen, war ich von der letzten Folge doch wieder begeistert gewesen und konnte die Fortsetzung kaum erwarten. Wie passend, dass ich es gerade am Karfreitag hörte, an dem Tag, an dem auch der Prolog beginnt:


INHALT

Zwei Männer gießen an einem Karfreitag bei Vollmond Freikugeln und beginnen ein Ritual zur Beschwörung Samiels ... etwas später wird eine Leiche im Wald gefunden. Gerade zu dem Zeitpunkt, als Amadeus an den Auhof geladen wurde, um dort dem Kaiser über die Arbeit an seinem neuesten Werk zu berichten. Amadeus und Resch geraten wieder einmal in tödliche Gefahr, denn der beschworene Dämon (?) hat nur ein Ziel: den Kaiser zu vernichten ...


NEUES COVER

Die Reihe bekommt ein neues Cover. In Zusammenarbeit mit dem Zeichner >Alexander von Wieding< erhält AMADEUS ein neues Auftreten. Statt des bisher altertümlich anmutenden Portraits des Komponisten und eines Fotos gibt es nun eine Bleistiftzeichnung und ein Cartoongesicht. Die Serie wird nach und nach angepasst, sodass Käufer der ersten Folgen gerne die neue Version des Covers erhalten.

Meine Meinung dazu ist zwiespältig. Die Idee finde ich toll, und die Zeichnung finde ich klasse, sie hat was von Steampunk, ist mysteriös, macht neugierig. Das Gesicht von Amadeus allerdings fand ich in Folge 4 mit dem Totenschädel weitaus besser, das neue Konterfei ist schon sehr künstlich. Zumal das ursprüngliche Cover mit dem Lagerfeuer mir ausgesprochen gut gefiel. Trotzdem finde ich das neue Cover stimmig und besser zur Reihe passend als das alte, und ich hoffe, dass es auch den gewünschten Erfolg mit sich bringen wird und neue Kunden auf sich aufmerksam macht.

 


UMSETZUNG, THEMA

Schön finde ich, dass die Handlungsorte bei AMADEUS wechselnd sind. In der ersten Folge eine Hütte im Wald, danach das Nationaltheater, eine Franziskanerkirche, ein Puppentheater und dunkle Gassen. Nun ein reiches Anwesend und ein dunkler Wald, der sehr viel Möglichkeiten für düsteres Ambiente bietet. Und dieses Potential wurde voll ausgeschöpft, die Atmosphäre des Hörspiels ist wieder sehr dicht und unheimlich.

Interessant finde ich, wie sich auch jede Folge eines mythologischen oder religiösen Themas annimmt. Dieses Mal geht es um das Ritual der Freikugeln und den Dämon Samiel bzw Samuel - die Legenden und Geschichten um ihn sind vielfältig und faszinierend, ich empfehle ein wenig zu recherchieren. Denn AMADEUS macht umso mehr Spaß, wenn man die vielfältigen Anspielungen und Hinweise versteht und ihn mit vielen Aha-Momenten genießen kann. Mein Tip: einmal hören, um sich überraschen zu lassen. Und dann googeln, nachschlagen, ein zweites Mal hören und der Folge unter völlig neuen Vorzeichen lauschen.

SAMIEL ist wieder sehr unheimlich, allerdings klingen diesmal auch melancholische Momente an. Mozart zeigt sich von einer völlig neuen Seite, offenbart seine Gefühle auf eine sehr poetische Weise. Natürlich gibt es wieder derben Humor und böse Späße, aber zugleich bekommt der Hörer hier eine Kostprobe des Feingeists und der Sensibilität des Komponisten, ohne die er zu solchen Meisterwerken niemals in der Lage gewesen wäre. In seinen Worten schwingt eine Zärtlichkeit mit, und auch die Freundschaft zwischen Amadeus und Resch gewinnt dadurch an Tiefe.

Was mir an der Reihe Amadeus gefällt: es gibt keine Längen oder überflüssigen Momente. Die Handlung geht stetig voran, die Spannung hält sich von der ersten zur letzten Minute. Der Autor Sebastian Weber (ORDENSSCHWESTER AMELIE) hat ein besonderes Talent, sich gleichermaßen um Charakterdesign, Handlungsaufbau, Atmosphäre, Dialoge und Plotting zu kümmern, ohne auch nur eines davon zu vernachlässigen. Perfekt aufeinander abgestimmt und von solch einer Dichte, wie sie nur wenige Hörspiele in dieser Form zu bieten vermögen.


BEZUG ZUR REIHE

In meiner Rezension zu Folge 4 erwähnte ich ja, dass all die schrecklichen Erlebnisse auch Konsequenzen mit sich bringen. Nun, man kann den Charakter nicht jahrelang in Trauer und Schockstarre verharren lassen, es muss natürlich weitergehen. Dennoch spürt man in dieser Folge, wie die Ereignisse Amadeus verändert haben, seine Nachdenklichkeit und Sensibilität zeigt, dass er nicht mehr so oberflächlich die Dinge angeht wie bisher (was natürlich auch eine Überinterpretation von meiner Seite sein kann, jedoch finde ich diesen Gedanken passend, das Hörspiel in dieser Hinsicht gut umgesetzt).

In den letzten beiden Teilen fragte ich mich einige Male, wann wieder ein Bezug zum zweiten Teil geknüpft wird. Das ist hier der Fall, und erneut wirft AMADEUS mehr Fragen auf als zu beantworten. So realistisch die Serie sein mag (bisher scheinbar mystische Elemente entpuppten sich als durchweg menschlich in Folge 1-4), gibt es dennoch ein entscheidendes Element, das ganz und gar Fantasy / Mystery ist, und es ist geschickt in die Handlung gewoben, sodass der ansonsten realitätsnahe Stil der Serie gewahrt bleibt.

Während die Vorgängerfolgen teilweise etwas komplexer waren, mit mehreren Handlungssträngen und verzwickten Zusammenhängen den Hörer forderten, ist SAMIEL wieder etwas entspannter. Ein chronologischer Ablauf, nur zwei Handlungsorte, die Handlung selbst geradlinig und einfach. Das ist zur Abwechslung einmal sehr erholsam und dabei nicht minder spannend. Obwohl 73 Minuten sehr lang sind für ein Hörspiel, flog die Zeit für mich nur so dahin, es kam keinen Moment Langeweile auf.


SPRECHER

Neben den regelmässigen Sprechern wartet die Folge diesmal mit weiteren bekannten Namen auf: Frank-Otto Schenk, Bodo Wolf, Michael Pan und Brigitte Grothum passen sehr gut zu den jeweiligen Rollen (besonders Pan schafft es immer wieder, mit einer arroganten Lässigkeit Unsympathen zu verkörpern, dass es richtig Spaß macht, diese Rolle nicht zu mögen).

Debora Weigert ist die Tochter von Frau Grothum, war mir bis dato allerdings nicht bekannt. Ich finde es schön, die beiden in einem gemeinsamen Hörspiel zu hören. Die von ihr verkörperte Figur der Bausmeisterin Adele Schlucker konnte mich überzeugen und fügte sich wunderbar zu den anderen Sprechern. Chris Murray und Wanja Gerick waren für mich ebenfalls neu, sie hatten eher kleine Rollen, die sie aber gut darstellten. Mit Sven Hasper wirkte diesmal auch der Bruder von Kim Hasper mit, ihn kennt man vor allem als Sprecher des Michael J Fox.

Und was Samiel betrifft - nun, wer Samiel wirklich ist, das bleibt dem Hörer unklar. Das Pseudonym seines Sprechers Ralf Mertens allerdings ist bekannt: Dennis Rohling selbst wirkte diesmal wieder mit. Und, zugegeben, ich hätte ihn nicht erkannt, wenn ich es nicht gewusst hätte, seine Stimme ist verfremdet, und er klingt völlig anders als sonst. Zumal er als Bösewicht absolut anders klingt als die freundlichen Rollen, die er sonst immer spricht. Wirklich gelungen, dieser Trick, alle Achtung ;-)


MUSIK, GERÄUSCHE

Ich bin zu Beginn jeder Folge aufs Neue gespannt, welche Kompositionen Mozarts verwendet werden. Man hörte anfangs natürlich die bekannten Werke, und nun kommen langsam immer mehr Titel, die für die meisten Hörer neu sein dürften. Eine kleine Entdeckungsreise, auf die ich mich sehr freue.

Was die Hintergrundgeräusche betrifft, finde ich sie wieder passend. Die Untermalung der inhaltlich dichten Atmosphäre ist auch akustisch durchweg gelungen, sodass alles eine Einheit bildet und ein rundum professionelles Werk präsentiert.


FAZIT

Etwas weniger komplex als die letzten Folgen, dafür wieder deutlich mehr Witz, die Handlung so spannend und geheimnisvoll wie inzwischen gewohnt. Absolute Empfehlung für alle, die anspruchsvolle Hörspiele lieben.

SaschaSalamander 01.04.2013, 08.34 | (0/0) Kommentare | PL

Sarg niemals nie

wells_sarg_1.jpgFrederic Withers sitzt im Gefängnis. Eigentlich plant er einen großen Coup, und dafür stellt er sich tot, um im Sarg aus dem Gefängnis gebracht zu werden. Auf dem Friedhof wird er von Vampiren für den Auserwählten gehalten, sie folgen ihm nun überall hin. Doch er hat nur ein Ziel: sich als Neffe des verstorbenen Beard auszugeben und das reiche Erbe abzusahnen. Dabei begegnet er vielen Personen, die ihm helfen, zu Freunden werden. Aber auch anderen, die ihn jagen und töten wollen. Und seiner Geliebten Gwen, die ein falsches Spiel spielt. Alles geht drunter und drüber, es kommt ganz anders als geplant ...

Von Dan Wells kenne ich bisher nur den ersten Teil der Serienkiller-Reihe. Der Roman hatte mich zwar nicht vom Hocker gerissen, ich kann mich nur noch bruchstückweise daran erinnern, aber ich fand ihn gut genug, um mir den Autor positiv im Gedächtnis zu behalten. Da SA(R)G NIEMALS NIE ein Einzelband ist und der Inhalt recht witzig klang, war ich neugierig und habe ihn gelesen. Und dieses Buch werde ich wohl nicht so schnell vergessen wie den Auftakt des Serienkillers ;-)

Es ist herrlich schräg, ein Gag jagt den nächsten, die Charaktere sind unglaublich skurill. Frederic trifft auf eine recht freie Interpretation des Dichters John Keats, auf eine ebenso ungewöhnliche Auslegung von Mary Shelley (was würde die echte Autorin wohl dazu sagen, was Dan Wells aus ihr gemacht hat?), besonders diese beiden Figuren wuchsen mir mit ihren Macken sehr ans Herz. Mary, ständig auf der Jagd nach der nächsten Leiche und deren Einzelteilen, John stets am Reimen, Schreiben, Dichten, das Leben nur genießend, wenn es ihm Leid, Elend und Jammer bietet, ihn anspornend zu noch größeren Kunstwerken.

Ich habe das Buch zu Beginn rasend schnell verschlungen, denn ich lieben den eigenwilligen Humor: schwarz, makaber, düster, dabei aber auch sehr viel Situationskomik, jede Menge spritziger Dialoge, eine große Portion Wortwitz und sehr viel Ironie. Was schiefgehen kann, das geht ganz sicher schief, und jedes Missverständnis wird ausgereizt bis zum Äußersten.

Das ist auch die Schwäche des Buches: es ist einfach too much. Das erste Drittel habe ich laut gelacht, ich bin über die Seiten gerast. Im zweiten Drittel begann ich langsam, nach etwas mehr Handlung und weniger Chaos zu suchen. Das letzte Drittel habe ich eher überflogen, weil es dann sehr verworren wird und die Missverständnisse einfach zuviel. Was am Anfang lustig ist, das ist nach der 50sten Wiederholung eher ermüdend denn erheiternd. Es hätte dem Buch gut getan, entweder den Humor zu variieren und ein paar zusätzliche Ideen einzubringen, oder aber es drastisch zu kürzen. Oder, den Humor etwas zurückzunehmen. Es gibt quasi keinen Satz, der nicht mindestens zwei Scherze enthält. Hätte man sich auf vier oder fünf Gags pro Seite beschränkt, wäre es wohl langfristig besser gewesen, so aber fühlte ich mich wie nach fünf Tafeln Schokolade: mir war etwas übel, und ich konnte einfach nicht mehr, war froh als ich den letzten Bissen verdrückt hatte, aber genießen konnte ich nicht mehr.

Insgesamt also ein wirklich komisches Buch, ein Gagfeuerwerk ohnegleichen. Das sein Pulver viel zu schnell verschießt. Weniger wäre mehr gewesen. Schade, denn im Grunde war ich begeistert, und ich werde demnächst gerne ein weiteres Buch von Dan Wells lesen. Hoffend, dass dies eine Mischung aus dem eher subtilen Humor der Serienkiller-Reihe und der übergezogenen Keule des Frederic Withers ist.

Wertung: 6 von 10 Ghoule

SaschaSalamander 06.03.2013, 09.06 | (0/0) Kommentare | PL



 






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