SaschaSalamander
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Ausgewählter Beitrag

Die Seele der Nacht

Da ich im Moment sowohl in Sprache als auch Inhalt recht angetan bin von "Die Stadt der vergessenen Träume" (Peter Freund), möchte ich mich nicht allzu lange mit "Die Seele der Nacht" von Ulrike Schweikert aufhalten.

In einem früheren Beitrag habe ich erzählt, dass es verschiedene Spin-Offs zu Michael Endes Meisterwerk "Die unendliche Geschichte" gibt und ich sie Stück für Stück vorstellen möchte. Heute möchte ich damit anfangen ...
und weil ich zu denen gehöre, die sich das Beste für den Schluss aufheben, fange ich mit dem an, was man wohl nicht mehr unterbieten kann ;-) Da ich das Buch nicht beendet habe und mich auch nicht lange damit aufhalten möchte, nur ein paar knappe Informationen und Gedanken dazu ...

Phantásien wird wieder einmal bedroht, und wieder einmal werden Boten gesendet. Als die Boten (wieder einmal) nicht zurückkehren, bricht das Volk der Blauschöpfe nach Nazagur auf, das ein Ort der Rettung zu sein scheint. Lediglich das Mädchen Tahâma wartet auf den Boten, ihren Vater. Schwerverletzt kehrt er zurück, und sterbend berichtet er seiner Tochter, dass aus Nazagur Gefahr droht. Tahâma bricht auf, ihr Volk zu retten. Dabei begegnet sie dem jungen Jäger Céreades, der sich mit ihr auf den Weg macht.

Es gibt nur wenige Bücher, die ich nicht zu Ende lese, normalerweise habe ich ein gutes Händchen für (meiner Ansicht nach) interessante Bücher. Aber in diesem Fall vertraute ich ungesehen auf den Autorenring um Michael Ende und kämpfte mich von der ersten Seite bis etwa zur Mitte des Buches durch, ... aber ich gab auf:

- Uninteressanter Schreibstil (die Landschaft und Charaktere wirken farblos und uninteressant. In der Sprache war nichts, das mich in irgendeiner Weise gefesselt hätte)
- Träge Dialoge, die sehr konstruiert und schwerfällig klingen
- Die Charaktere besitzen sehr wenig Tiefe, ihre Motive führen eben die Handlung (Handlung?) fort, sind aber nicht unbedingt tatsächlich schlüssig
- der Sidekick/Sidehook (Figur, die in einem ernsten Film/Buch für humorvolle Elemente sorgt, etwa R2D2, die Krabbe Sebastian, etc) nervt schon bei der ersten Vorstellung
- Alles wirkt leblos. Städte, Landschaften, Hauptfiguren, es wirkt alles gekünstelt und gestellt. Ein Autor, der dem Leser seine Welt präsentiert, ist wie ein menschlicher Reiseführer. Er zeigt markante Punkte, die schönsten Winkel, verrät ein paar Insider-Tipps, beantwortet Fragen, lässt dem Leser die Stadt lebendig werden. Um bei diesem Vergleich zu bleiben: Schweikerts Buch wirkt wie ein schlecht fotografierter Bildband ...
- der Zusammenhang zur unendlichen Geschichte lässt sich mit der Lupe suchen ...

Kurz gesagt und auf den Punkt gebracht: dieses Buch hat mich unglaublich gelangweilt

Wenn ich mir die Rezensionen bei Amazon ansehe, dann sehe ich mich in meiner Meinung bestätigt. Fast alle Leser geben dem Buch nur einen einzigen Punkt und waren maßlos enttäuscht ...

Ob dieses Buch stellvertretend ist für die anderen Werke von Ulrike Schweikert, kann ich nicht beurteilen. Ich habe bisher noch nichts von ihr gelesen, und seit diesem Buch hat es mich auch noch nicht sonderlich gereizt ... aber irgendwann möchte ich mir einmal eine weitere Meinung zu dieser Autorin bieten ... kennt jemand von Euch andere Werke von ihr?


SaschaSalamander 24.04.2005, 20.28

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von MicroAngelo

Hm... rezeptfrei in jedem Buchladen: die Schlaftablette ohne Suchtfaktor. Genial!
Wir hier kennen die Dame nicht, so wie du schreibst kann man davon ausgehen, dass wir nix verpasst haben.
Ich les grad die Chip *g*

vom 26.04.2005, 18.42


 






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