SaschaSalamander

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Don´t be afraid of the Dark

dontbeafraid_1.jpgDON´T BE AFRAID OF THE DARK von Guillermo del Toro ist ein Film, der mir keine ausführlich analytische Rezension wert ist, aber ein paar Gedanken dazu möchte ich doch teilen, war kein grandioses aber doch ein nettes Filmvergnügen vorhin:

Die kleine Sally wird von ihrer Mutter abgeschoben und soll nun beim Vater leben. Der ist mit seiner Neuen in ein großes Haus gezogen. Sally fühlt sich von allen ungeliebt. Und das Haus ist ihr unheimlich, denn sie hört nachts Stimmen, sieht gruselige Wesen. Doch niemand glaubt ihr, und die Monster wollen die kleine Sally holen. Erst, als es schon fast zu spät ist, stellt die Frau ihres Vaters Nachforschungen an und entdeckt ein schauriges Geheimnis.

An und für sich ein nettes Filmchen. Allerdings ganz, ganz ungünstig vermarktet. Der Trailer hegt die Erwartungen an einen Gruselfilm allerfeinster Güte. Schockmomente, nervenzerfetzende Spannung und in den Adern gefrorenes Blut. Kategorie "bittebitte guck das mit mir zusammen, allein schau ich das nicht". Was dann statt dessen geboten wird ist ein Film mit zwischendurch grusligen Elementen aber auch einigen komischen Szenen.

Einige Male schlug ich die Hände über dem Kopf zusammen, es gab da schon so einiges an Logiklöchern und unpassenden Dialogen, was bei uns zu kollektivem Aufstöhnen und Facepalms führte. Das Verhalten der Erwachsenen war absolut unpassend, und manchmal waren auch ein paar Sprünge in der Handlung, die man sich zwar erklären konnte, die aber wirkten, als hätte man Zeit einsparen wollen, indem man Handlung kürzt, der Zuschauer wird sich das schon zusammenreimen. Auch das Ende fand ich für den Film sehr unangebracht.

Was mir aber gefiel war die Kleine, die hat recht gut gespielt und kam überzeugend beim Zuschauer an, obwohl man auch ihrer Rolle einiges mehr an Fleisch hätte verleihen können. Die Kulisse war prima gewählt, das alte Haus, der riesige Garten mit dem Buschlabyrinth, das war beeindruckend. Dadurch gab es einige netten Einstellungen.

Trotzdem sehr viele vertane Chancen, gerade wegen der hübschen Kulisse, da hätte man mehr daraus machen können, der Film kratzte immer nur an der Oberfläche. Nach der Hälfte hatte ich mich dann damit abgefunden, dass es kein Horror sein würde, sondern einfach ein unterhaltsamer Film. Und dann gefiel er mir ganz gut, konnte ich ein paar Logiklöcher verzeihen und konnte einige Male sogar herzlich lachen, auch wenn mir nicht klar ist, ob das von den Machern gewollt war.

Insgesamt hätte es ein prima Film sein können, wenn man ihm inhaltlich mehr Substanz verliehen hätte. Und wenn man sich entschieden hätte, ob man einen Horrorfilm drehen möchte oder einen spannenden Fantasy mit Horrorelementen für jüngeres Publikum. Das Ergebnis aber war nun in mittelmäßiger Film, der prima unterhält, aber nicht wirklich lange im Gedächtnis bleibt und auch keinen zweiten Filmabend wert ist.

SaschaSalamander 15.06.2012, 09.23

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Kommentare zu diesem Beitrag

1. von der Marco

Huhu.

Ganz deiner Meinung. Was mich aber brennend interessiert: Wie hast du das Ende interpretiert?

vom 15.06.2012, 17.30
Antwort von SaschaSalamander:

Für alle, die den Film noch nicht gesehen haben: SPOILER

Du meinst die Stiefmutter? Ich hatte es so interpretiert, dass die Tierchen aus den Menschen neue Nachfolger machen, dass also die Stiefmutter jetzt als eines dieser Tierchen dort unten lebt, ebenso wie der Maler vom Anfang ... was ich nicht verstanden hatte: war der Hausmeister der Sohn oder Enkel des alten Mannes / Malers vom Anfang? Irgendwie empfand ich die Hinweise im Film widersprüchlich.

Es ist jetzt schon ein paar Tage her, und ... ehrlich gesagt, ich habe das meiste wieder vergessen. Ist meistens ein Zeichen dafür, dass mich der Film zwar unterhalten, aber nicht wirklich bewegt oder beeindruckt hat geschweige denn bereichert. Schade irgendwie, man hätte wirklich was draus machen können :(

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