SaschaSalamander

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Inselkrimi 08 - Blutmond über Föhr

Klappentext: Bei einer heidnischen Druidenversammlung auf Föhr geschieht ein Mord. Nele Röwekamp, die eigentlich nur ihre verschrobene Tante auf Föhr besuchen wollte, ist schockiert. Denn ausgerechnet ihre Lieblingstante gilt als Hauptverdächtige. Als ihr Freund, Hauptkommissar Brekewoldt, auf den Fall angesetzt wird, machen sie sich gemeinsam daran, die Unschuld der alten Dame zu beweisen und den wahren Mörder zu fassen.


Und wieder ermittelt das Duo Röwekamp und Brekewoldt. Dieses Mal dominieren heidnische Rituale, ganz viel Esoterik und jede Menge Sex, Kamasutra, Tantra und anzügliche Wortwitzchen.

Da ist schon mal die Tante, ein Althippie, wie er im Buche steht. Keine selbsternannte Hexe, aber auf jeden Fall eine kräuterkundige Frau, die mit Rezepten wie "Strammer Max" oder "Free Willy" ihre männlichen Kunden beglückt. Dazu Joints, selbstgebackene Kekse und was eben noch so alles ins Klischee-Programm passt. Sie nimmt keinerlei Blatt vor den Mund und ließ mich einige Male laut auflachen. Röwekamp beschreibt es treffend, als sie von einem Polizisten gefragt wurde, ob ihre Tante dement sei: "nein, eher im Gegenteil".

Wäre es nur die Tante gewesen, wäre das richtig witzig gewesen. Es ist auch nachvollziehbar, dass ihr gesamtes Umfeld auf diese Weise aufgeschlossen ist. Aber es ist während unterschiedlicher Befragungen so oft von wilden Orgien, bumsen, bumfiedeln, Gruppensex, Polygamie und derlei Schlüpfrigkeiten (bzw weit darüber hinaus) die Rede, dass es hart an der Grenze von "lustig" zu "unangenehm" ist. Ich denke, etwas weniger wäre tatsächlich mehr gewesen. Einmal lustig, zehnmal ermüdend.

Trotz alledem ist es zum größten Teil sehr unterhaltsam und witzig, es ist einfach einmal eine Abwechslung. Ich mag es, wenn sich Tonfall, Aufbau, Story und Grundidee innerhalb der Reihe unterscheiden und dadurch interessant bleiben. Vor allem ist es ab dem ersten Track unterhaltsam und zieht schrittweise an, um dann nach dem Höhepunkt  etwas ruhiger auszuklingen.

Die Sprecher sind in ihren Rollen überzeugend (soweit ich das als Nicht-Kenner dieses Dialekts beurteilen kann), wie immer fügen sich alle sehr gut ein. Es sprechen Daniela Bette-Koch, Markus Pfeiffer, Elga Schütz, Thomas Balou Martin, Sylvie Nogler, Detlef Tams, Michael-Che Koch, Robin Brosch, Christin Marquitan, Ulrike Möckel, Jens Wendland, Katja Keßler.

Alles in allem also eine sehr gute Folge, witzig und spannend, manchmal aber etwas zu direkt (weniger wäre mehr). Auf jeden Fall bleibt es spannend, wie die Beziehung zwischen den beiden Protagonisten sich weiterentwickelt und auf welchen Inseln sie als nächstes ermitteln werden.

SaschaSalamander 06.11.2019, 12.51

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