SaschaSalamander

Ausgewählter Beitrag

Morgan und Bailey 2 - Süßer Tod

Klappentext:  Der Basar, den die christlichen Kirchengemeinden von Heaven´s Bridge veranstalten, wird von einem schrecklichen Todesfall überschattet: die alte Mrs. Cameron fällt einem vergifteten Lebkuchen zum Opfer. Als kurze Zeit später eine weitere Tat die Einwohner erschüttert, können es Pfarrer Morgan und seine Kollegin Bailey mal wieder nicht lassen und ermitteln auf eigene Faust. Doch so manches Geheimnis ist tödlich.


Und kurz auf die Veröffentlichung des ersten Teils bekommen die Hörer auch schon den zweiten geliefert. Auch, wenn es sich irritierenderweise um eine Weihnachtsfolge handelt. Nun gut, es ist März, draußen schneit es gerade dicke Flocken, und ich fühle mich eher nach Glühwein als nach Osternest, also was solls ;-)

Ein Weihnachtsflohmarkt, organisiert von der Ökumene, die Gemeinde freut sich über die Zusammenarbeit der beiden Geistlichen. Auch für den Hörer ein Genuss, wie unkonventionell die beiden Protagonisten vorgehen. Zwar immer sanft, freundlich und etwas belehrend (mit den passenden Bibelsprüchen), trotzdem zielstrebig und konsequent. Ich denke, in den ersten Folgen müssen die wiederkehrenden Charaktere eingeleitet werden, daher bleibt es momentan noch ein wenig ruhig, gemütlich. Vor allem Morgan ist stets mild und freundlich, und ich warte begierig auf den Moment, wo ihn der heilige Zorn packt, denn ich habe das Gefühl, in ihm schwelt eine ganze Menge ;-)

Obwohl es einen Mord gibt und alle in Aufregung sind, wirkt die Serie noch immer gemütlich, da wurde ein angenehmer Kontrast geschaffen. Die Spannung dieses Mal wieder nicht in der Action, eher in der moralischen Frage - "eine alte Frau - wer tut so etwas?". Gut, sie war eine reiche Firmeinhaberin, aber wen kann sie so sehr verärgert haben? Das Dörfchen ist in heller Aufregung, vor allem, weil die Bäckerin des Lebkuchens unter Mordverdacht steht. Die Beerdigung, die Trauerrede, das anstehende Weihnachtsfest die pflegebedürftige Mutter der im Gefängnis sitzenden Verdächtigen, das Leben muss weitergehen, und es ist viel zu organisieren. Der Hörer ist mittendrin, wenn die Bewohner ihren Alltag regeln. 

Ich bin gespannt, ob die Serie darauf abzielt, jedes Mal immer wieder neue Charaktere ins Spiel zu bringen, wenn diese dem Fall passend erscheinen (die Bäckerin, Mitarbeiter der Firma, die neue Firmenleitung, ein alter Freund), oder ob sie in späteren Folgen wiederkehren werden. Mal sehen, wie groß Heaven´s Bridge ist und ob man sich wieder über den Weg laufen wird ;-)

Weihnachtsmusik mag ich nicht, Traditionals gleich zweimal nicht. Daher finde ich, dass tolle Arbeit geleistet wurde: bekannte englische Titel in interessanten Variationen untermalen das Setting auf dem Flohmarkt und bei passender Gelegenheit im Laufe der Handlung. Auch die Soundkulisse ist wieder gelungen. Auch, wenn ich mich wiederhole: beschaulich, gemütlich, heimelig. Zu gerne würde man ungeachtet der sicher bald vielen brutalen Mordfälle dort Urlaub machen. 

Neben den drei Hauptsprechern Rita Engelmann, Joachim Tennstedt und Bodo Wolf trifft man dieses Mal unter anderem auf Arianne Borbach, Jaron Löwenberg, Jürgen Thormann, Till Hagen, Luise Lunow, Wolfgang Bahro, Michael Pan und einige weiteren. Das liest sich wieder einmal wie ein Who is Who der aktuellen Hörspielgrößen, und entsprechend professionell ist auch das abgelieferte Werk. Auch frische Stimmen gibt es zu hören, zB Nina Goldberg, die zumindest mir bisher im Hörspielbereich nichts sagt, doch besonders ihre Rolle und die Umsetzung der Bäckerin fand ich sehr sympathisch (und hoffe sie bald wieder zu hören). 

Nun, ich bin gespannt, wohin die Serie sich entwickelt. Ob einige der Charaktere zusätzliche Tiefe entwickeln. Ob manche der Nebenrollen wiederkehren. Und ob es bald einen roten Faden gibt, der sich neben den einzelnen Mordfällen durch die Folgen ziehen wird ... 

SaschaSalamander 25.03.2016, 08.38

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