SaschaSalamander
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Ausgewählter Beitrag

Reversal

Die junge Geisha Ayame träumt in ihrer Freizeit von wilder Action. Davon, dass sie eine Heldin ist und die Welt rettet. Als sie dann aber plötzlich durch eine Spielkonsole in eine spiegelverkehrte Welt gezogen wird, schwindet dieser Wunsch sehr schnell. Denn hier droht ihr tatsächlich Gefahr für Leib und Leben, Zombies greifen sie an. Was hat es mit diesem Spiel auf sich? Was würde ein Tod in dieser Welt für ihr reales Leben bedeuten? Wie kann sie diese Welt wieder verlassen? Wer ist Freund, wer ist Feind?


Der Manga erinnert natürlich an GANTZ, aber dazu kann und möchte ich keinen Vergleich ziehen. REVERSAL ist in zwei Bänden abgeschlossen. Zudem ist eine Geisha als Protagonistin in einem blutigen Action-Fantasy mal etwas völlig anderes, das gefällt mir und verleiht der Geschichte zusätzliche Würze, inhaltlich wie optisch.

Ayame mit ihrem hübschen Äußeren, ihrer stilvollen Art, den anmutigen Bewegungen - und all das inmitten von blutigem Gemetzel, splatterndem Gedärm und haufenweise Zombies ohne Haut mit freiliegenden Knochen und tumben Bewegungen. Sehr schöner Gegensatz, den die Autorin herausgearbeitet hat.

Auch gefällt mir die Gegensätzlichkeit der Charaktere. Ein ängstlicher junger Mann, ein draufgängerischer Rambo, ein Nerd, eine distanzierte Zicke, ein cooler Anführer, ein sprechender Hund und einige weitere. Obwohl es sehr viele Akteure gibt und sie teils nur sehr kurze Auftritte haben, unterscheiden sie sich sehr gut voneinander und haben alle eine eigene Persönlichkeit, sodass man sie gut unterscheiden kann und schnell verabscheut oder ins Herz schließt (und trauert, wenn sie einem der Zombies zum Opfer fallen).

Zeichnerisch gefällt mir der Manga sehr. Er ist nicht überladen, nicht zu schlicht. Die Autorin legt das Augenmerk exakt auf das, was gerade im Mittelpunkt steht. Mal sind das die Charaktere mit ihrer Mimik, ihren Bewegungen, ein andermal die blutigen Szenen mitsamt Gedärm, Gehirn und Blut. Und was mir besonders ins Auge springt sind die schönen Darstellungen der Stadt und der Tempelanlagen, die mit sehr viel Liebe zum Detail ausgearbeitet wurden.

Die Handlung ist vorbildlich im Spannungsbogen. Eine kurze Einleitung, in der man Ayame kennenlernt, und dann ist sie auch schon in der fremden Welt, es gibt jede Menge Action, Fights, dazu aber auch Charakterentwicklung und Story. Fertig, Mission complete, Ende erster Band. Im zweiten Teil wird sie erneut in die Welt gezogen. Hier rücken dann die Dynamik der Charaktere und die Erforschung der fremden Welt in den Vordergrund, trotzdem gibt es noch immer genügend Szenen für Freunde des gepflegten Splatter. Sehr schön ausgewogen, sodass Unterhaltung, Charakterentwicklung, Story gut nebeneinander bestehen können.

Und trotz der recht knappen Story gibt es einen unerwarteten Twist, der die gesamte Handlung in ein neues Licht rückt und den Manga deswegen für mich zu einem "behalte ich" - Manga macht. Ein wenig schade finde ich allerdings, dass ein paar Fragen offen bleiben. Ich bin zufrieden und satt, aber ein bisschen mehr Info hätte nicht geschadet. Es wäre schön gewesen, wenn der Leser mehr über das Entstehen und die Drahtzieher hinter dieser Spiegelwelt erfahren hätte. Dafür wäre es hilfreich gewesen, den Manga in drei statt nur zwei Bänden zu veröffentlichen.

Zusammengefasst: ein unterhaltsamer Manga, bei dem Action und Story Hand in Hand gehen. Gut ausgearbeitete Charaktere, detaillierte Zeichnungen, ordentlich Wumms und Blut. Nicht perfekt, aber besser als vieles andere. Ein Manga, schnell gelesen aber lange im Gedächtnis.

SaschaSalamander 01.03.2019, 08.50

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