SaschaSalamander
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Svenja will ein Junge sein

KLAPPENTEXT: Svenja hat keine Lust mehr, ein Mädchen zu sein. Also schneidet sie sich kurzerhand die Haare ab und wird - Sven! Mal sehen, was ihre Geburtstagsgäste dazu sagen ...


SVENJA WILL EIN JUNGE SEIN ist ein Kinderbuch für die 2. Klasse aus der Reihe "Lesedetektive" des Duden-Verlages. Das Büchlein ist nur 31 Seiten dick, auf jeder Seite ein großes Bild und wenig Text. Dafür stelle ich fest, dass die Geschichte dennoch erstaunlich intelligent erzählt ist und sehr viel Aussage beinhaltet. Von Spoiler kann man hier nicht reden, daher also allgemein meine Gedanken zu diesem Titel:

Svenja ärgert sich über ihre langen Haare, außerdem würde sie lieber mit ihrem Bruder und dem Papa am Computer Autorennen spielen. Und überhaupt findet sie, dass Jungs es viel einfacher haben. Also schneidet sie sich die Haare ab und will ab jetzt Sven genannt werden. Die anderen Kinder gehen erstaunlich locker damit um, korrigieren sich gegenseitig, wenn sie Sven falsch anreden.

Auch stellt sich heraus, dass die tpyischen Klischees gar nicht gelten müssen. Denn Tillmann malt lieber Pferde als sich dreckig zu machen, und Marie in ihrem süßen Kleid spielt supergut Fußball. Als sie am Ende alle dreckig sind, werden neue Klamotten herausgesucht, und da wird wieder getauscht. Und überhaupt stellt Svenja fest, dass beides seine Vor- und Nachteile hat. Es endet offen, und die Frage wird vom Verlag wertfrei an die jungen Leser gerichtet: "Was sagst Du dazu? Warum will Svenja am Ende doch kein Junge sein?"

Kinder werden hier nicht damit konfrontiert, was es bedeutet, im falschen Körper zu leben, darum geht es nicht. Sondern um das gesellschaftliche Konstrukt "Geschlecht" und die Vorstellung davon, wie ein Junge oder Mädchen zu sein hat. Es gefällt mir, wie hier klar gezeigt wird, dass aus Hobbies, Interessen und Eigenschaften (wild, ruhig, abenteuerlustig, schüchtern usw) noch kein Geschlecht abgeleitet werden kann. Und dass es vor allem okay ist, wenn man sich anders verhält als es stereotyp erwartet wird.

Dafür, dass es wie gesagt nur wenig Text für Leseanfänger ist, finde ich die Geschicht wirklich süß, es wurde viel Inhalt eingepackt ohne zu überfordern. Das Ganze wird verspielt mit Zwischenfragen (Lösung anhand eines beigefügten Lesezeichens) ergänzt, sodass die Kids ihre Freude beim Lesen haben und dabei gefordert werden.

Ein schönes Büchlein für Leseanfänger, das ganz nebenbei erklärt, dass Jungs Pferde mögen und Mädchen Fußball spielen dürfen ;-)

SaschaSalamander 09.07.2018, 08.52

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