SaschaSalamander
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Ausgewählter Beitrag

Du hättest gehen sollen

Eine Rezension kann ich zu diesem Buch nicht schreiben. Deswegen möchte ich ein paar Gedanken dazu teilen.




Ein Drehbuch-Autor mietet sich mit Ehefrau und Kind ein kleines Häuschen oben auf dem Hügel. Er schreibt Tagebuch über seine Arbeit, seine Erlebnisse (das Kind erzählt seltsame Dinge, die Frau ist ständig nur am Handy, der Verkäufer im Dorf gibt ihm ein ungewöhnliches Geschenk auf den Weg, und im Haus ereignen sich seltsame Dinge). Es wird immer beklemmender, immer bedrohlicher, bis hin zu einem tragischen Höhepunkt. 

Warum keine Rezension? Weil ich absolut keinen Zugang dazu fand. Und das kann viele Gründe haben. Zum Beispiel daran, dass ich den Grusel nicht wirklich nachempfinden konnte. Manche vergleichen es mit SHINING, mich erinnert es an einige Geistergeschichten, die ich sehr mag. Aber sosehr ich subtilen Grusel zu schätzen weiß, bei mir kam er nicht an. 

Vielleicht liegt es daran, dass der Sprecher Ulrich Noethen zwar sehr gut ist (höre ihn sehr gerne), dass es sich aber irgendwie nicht zum Vorlesen eignet. Der Wechsel zwischen Drehbuch-Szene, Tagebucheintrag und Dialog kann nur schwer hervorgehoben werden, sodass ich oft nicht folgen konnte und es als sehr mühsam empfand, recht gekünstelt und bemüht. 

Auch werden Dialoge ständig mit den Worten "sagte sie", "sie sagte", "ich sagte", "antwortete er" eingeleitet und weitergeführt. Das ist etwas, auf das ich extrem allergisch reagiere, ob nun in Büchern oder im Gespräch mit Menschen (ich kann die wörtliche Widergabe von Dialogen im Gespräch nicht leiden. Dafür gibt es indirekte Rede, auch wenn niemand sie benutzt im Alltag. Aber wenigstens in Büchern darf ich sie genießen. Hier leider nicht). Aber das ist etwas Persönliches, das mit dem Buch nichts zu tun hat, das vom Autor so gewollt ist und mit dem anderen Leser vermutlich null Probleme haben. Ist ja nicht jeder so kirre wie ich ;-) 

Das Cover ist übrigens sehr seltsam - vor dem Hören wusste ich nicht, was das mit dem Buch zu tun haben soll. Danach war es allerdings absolut klar, und ich finde es sehr faszinierend. Gefällt mir. Endlich mal ein Cover, das nicht zuviel verrät, das wunderbar schlicht ist, das sich aus der Masse abhebt und das  perfekt zum Inhalt passt. 

Immerhin, das letzte Drittel wurde dann doch relativ interessant, und ich fand die Idee dahinter ganz nett. Auch, wenn es insgesamt nicht so wirklich gezündet hat. Macht nichts. Muss nicht. Abraten würde ich davon nicht, denn die Idee ist gut. Und wem der Schreibstil gefällt, der hat vermutlich eine nette Gruselstory für zwischendurch ... 

SaschaSalamander 24.11.2016, 08.13

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