SaschaSalamander
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Ausgewählter Beitrag

Vampirhype

Keinen eigenen Beitrag zu den jeweiligen Romanen "Geliebte der Nacht" oder "Nachtjagd". Sondern eher eine allgemeine Stellungnahme zu dem momentanen Vampirhype. Ich liebe Vampire, das dürften meine Leser wissen. Auch Gestaltwandler und allerlei anderes Getier, welches sich in Fantasywelten tummelt. Düster, erotisch, lustig, mal für Kinder, mal für Erwachsene, Jugendliche, Vampirkönigin oder dunkelster Nachtmahrabschaum, traditionell im Sinne Bram Stokers oder auch völlig modern mit Außerirdischen, Kunstblut und sonstigen Theorien, eben in allen Varianten.

Früher bin ich in meinen Fantasybuchladen und habe dort die Neuerscheinungen durchgesehen und mich dann für ein Buch oder mehrere entschieden. Inzwischen stehe ich im Laden und rolle genervt mit den Augen. Jeden Monat unzählige neue Titel, man hat keinerlei Überblick mehr. Wäre schön, wenn es lauter tolle Sachen wären. Aber es ist zu einem großen Teil nur noch Schund, der auf der Welle mitreiten will. Und die Leute kaufen es und sind begeistert, einfach weil Vampir draufsteht, weil es gerade modern ist, und weil man ja als sonst eher Wenigleser sonst kaum Vergleichswerte hat und einfach mal sagt "das Beste, was ich bisher gelesen habe".

Habe ich bis vor einiger Zeit noch jedes Buch gelesen, das mir aus diesem Genre in die Finger kam, greife ich inzwischen nur noch in Ausnahmefällen zu: bei den Büchern, die immer wieder als Vergleichswerte auftauchen ("nicht so gut wie ..." oder ähnliche Kommentare). Stephenie Meyer (romantisch) war so ein Fall, Sookie Stackhouse (mystisch), Mary Janice Davidson (witzig). Aktueller dann nun Lara Adrian und J R Ward.

Lara Adrian habe ich auf Deutsch gehört, und ich war extrem enttäuscht. Bilige Pornographie verpackt in eine Vampirgeschichte. Nicht mal wirklich erotisch. Ich kann verstehen, wem es gefällt, der Reiz der Serie ist nachvollziehbar, denn es ist ungewöhnlich und anders, die Charaktere sind sehr interessant. Aber die Sprache hat mich abgestoßen (ich habe nichts dagegen, wenn es härter wird, aber ich halte "hart" und "vulgär" für zwei verschiedene Paar Schuhe, und es ist einfach nicht mein Ding).

Als ich J R Ward hörte, war ich extrem erstaunt: hatte ich das nicht gerade eben gehört? Ich habe dann ein wenig recherchiert und gesehen, dass Ward zuerst da war. Aha, da hat Adrian wohl gehörig abgekupfert und wollte sich ein wenig am Kuchen der Vampirromane bedienen. Sehr schön, Plagiat kann man ihr kaum vorwerfen, dazu hat sie dann doch genug eigenes eingemischt oder selbst verändert, aber die Parallelen sind einfach ZU auffällig, als dass es Zufall sein könnte.

J R Ward schreibt dann schon angenehmer. Immer noch vulgär, immer noch sehr platt (Frau weiß von nichts, plötzlich taucht ein Vampir auf und eröffnet ihr dass sie eine ganz besondere Auserwählte ist, und natürlich verliebt sie sich in den Anführer, dann gibt es ein paar Konflikte, und am Ende sind alle happy und sexuell befriedigt). Aber dennoch etwas ausgefeilter und ansprechender als Adrian. Die Idee um die Hintergründe der Vampire und ihre Existenz ist sehr gut ausgearbeitet, und von Serienband zu Serienband wird es immer komplexer erklärt.

Offen gesagt reizt mich der Schreibstil und die Handlung an sich wenig, doch die Hintergrundgeschichte um die Bruderschaft der Black Dagger ist wirklich spannend, und ich werde mir auf jeden Fall weitere Bände in der Bibliothek besorgen, um den weiteren Verlauf meines bisherigen Lieblingscharakteres weiterzuverfolgen und zu sehen, wie die Organisation sich entwickelt.

Aber ich werde es beim Buch oder Hörbuch (was ich zuerst ergattern kann) von Bib oder Freunden) belassen, denn kaufen werde ich es auf keinen Fall. Ich finde die Vermarktung von Black Dagger wirklich schlimm! Das originale Buch (ein einzelner Band) wird in Deutschland als zwei Bände verkauft! Wer sich das erste Buch kauft, wird völlig entgeistert feststellen, dass das überteuerte Geld (8 Euro für gerade mal 270 Seiten) nur die Hälfte war und man nun auch noch ein zweites buch kaufen muss, wenn man die ganze Geschichten lesen will! 16 Euro für ein Buch, das eigentlich locker als ein normales Paperback verlegt werden könnte (meinetwegen auch für 10 Euro, da etwas dicker) ist wirklich dreist. Tja, es ist modern, die Leute kaufen es, bei Tauschticket erhält man astronomische Ticketanzahlen dafür, jeder will es haben, warum sollte der Verlag da Potential verschenken? Nee, das ist eine Einstellung, die ich nicht mag.

Ansonsten werde ich weiterhin natürlich regelmässig den Markt verfolgen und sehen, was hier und da veröffentlicht wird. Ich muss ja schließlich auf dem Laufenden bleiben, wenn mal wieder ein kleines Meisterwerk darunter zu finden ist ;-)

Und Fans von Adrian oder Ward mögen mir nun bitte nicht auf die Füße treten: das ist hier meine persönliche Meinung. Und ich kann ja, wie gesagt, auch den Reiz dieser Bücher verstehen. Ich selbst würde zwar, müsste ich meine Favoriten benennen, andere Bücher empfehlen, aber es wäre ja langweilig, wenn es nicht manchmal spannende Diskussionen mit unterschiedlichen Meinungen gäbe *g* ...

SaschaSalamander 14.05.2010, 19.55

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