SaschaSalamander

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Gespenster-Krimi 08 - Die Blutbestie

Inzwischen ist der achte Band der Reihe GESPENSTER-KRIMI erschienen. Ich bin jedes Mal gespannt, welche Art Titel als nächstes folgen wird, denn "Gespenster", "Grusel" und "Gänsehaut" sind zwar die Themen, doch jedes Mal wird es anders umgesetzt. Da gibt es  typische Dämonen-Folgen wie etwa >TEUFELSTOCHTER<, die klassischen Slasher wie >PRÄPARATOR<, Film-Hommagen wie >HOLLYWOOD-HORROR< oder ganz klassischer alter Grusel a la Poe, Lovecraft und Co wie im Schauerroman, hervorragend umgesetzt in Folgen wie >DAS LEBENDE GEMÄLDE< oder >DAS GRUSELKABINETT<. Folge acht klingt dieses Mal nach mehr Action und weniger Grusel, aber ich ließ mich überraschen ...




Dem Wissenschaftler ist es gelungen! Sein Meisterwerk: endlich soll erstmals ein Mensch unsichtbar werden. Was soll schon schiefgehen, bei den Versuchstieren hat auch alles geklappt. Doch natürlich geht es trotzdem schief, der Assistent wird nicht nur unsichtbar, sondern auch unglaublich aggressiv. Er befreit sich, zieht eine blutige Spur durch die Stadt und wird gejagt ... 

Die originale Geschichte ist von A F Morland, für das Hörspiel wurde sie von Markus Duschek bearbeitet und in Szene gesetzt. Einen Vergleich kann ich nicht ziehen, da ich das Original nicht kenne. Was aber daraus gemacht wurde, gefällt mir außerordentlich gut. Zugegeben, es ist wieder recht hektisch und laut. Aber das gehört bei diesem Inhalt dazu. Es wird gemetzelt, gemordet, geschrien, gejagt, da muss es ordentlich zur Sache gehen. Wäre das alleine der Inhalt des Hörspieles gewesen, wäre es mir wohl zuviel gewesen und hätte ich es eher als billigen Trash empfunden. 

Aber was es für mich so spannend und gelungen macht, das ist der Charme der alten Horrorstreifen. Ich musste einige Male an die Fliege denken, an Frankenstein, an Wells´ Unsichtbaren, an Stevensons Jekyll/ Hyde, auch an Re-Animator. Die Prise altmodischer Science-Fiction (in diesem Fall wirklich Science, also Wissenschaft, nicht das sonst damit implizierte Weltallzeug), wie ich sie liebe. Ein verrückter Wissenschaftler, der die Naturgesetze überwinden und sich zu Gott machen will, der ohne Rücksicht auf Verluste Experimente wagt und damit den Horror beschwört. Ich sehe ihn regelrecht vor mir in seinem Kittel, die Haare zerzaust, das irre Funkeln im Blick, inmitten der Maschinen und Apparaturen, völlig losgelöst von Ethik und der Grenze dessen, was man nicht überschreiten sollte als Mensch. Es geht los, der Versuch startet, es geht schief, ich sehe vor meinem geistigen Auge die Maschinen rappeln, den Dampf aufsteigen, alles vibriert, und draußen Blitz und Donner, ein wahnsinniges Lachen, und dann bricht die Hölle auf Erden los. Aaaah, herrlich! Diese Szene zu Beginn wird sehr schön dargestellt, das Setting ist greifbar beschrieben, als wäre man mittendrin und sähe es als alten Gruselschinken vor sich im TV. Der Rest der Hörspiels - okay, hat mir auch gefallen, aber der Einstieg, wow, so schräg es klingt, DEN könnte ich immer und immer wieder hören, einfach weil ich dieses Setting sosehr liebe. 

Ja, und der weitere Verlauf dann: wie gesagt die typische Hatz der Bestie. Ganz klassische Elemente, die hier verarbeitet wurden, etwa sein Restfunke an Menschlichkeit, die Liebe zu seiner Partnerin (was für eine tragische Szene, das ist dieses Mal richtig ergreifend geworden, Hut ab), ein paar schauerliche Morde (herrlich eklig vertont). Die Protagonisten machen ihre Arbeit hervorragend, sodass trotz der blutigen Sequenzen auch das Drama der Geschichte spürbar wird und man als Hörer mitfiebert. Ich wüsste gar nicht, wen ich dieses Mal hervorheben soll, da die Sprecher wieder sehr professionell agieren. Unter anderem sind Thomas Balou Martin, Martin Sabel, Merete Brettschneider, Bernd Stephan, Angela Quast, Robert Missler, Tim Knauer sowie viele weitere zu hören, Profis aus dem Hör- und Schauspielbereich. 

DIE BLUTBESTIE ist also wie zu erwarten recht blutig und actionreich, büßt aber trotzdem nicht an Handlung ein und lässt so richtig schön das Feeling der alten Gruselschinken aufleben. Optimal für einen Hörspielabend unter der warmen Decke mit Popcorn, Cola und jeder Menge Oldschool Grusel. Modernes Gewand, moderne Technik, moderner Sound, und trotzdem pure Nostalgie!

SaschaSalamander 23.05.2016, 08.43

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