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Blogeinträge (Tag-sortiert)

Tag: Deutsch

Option B bitte - Einzelfahrschein

VORAB

Wie im Blog bereits erwähnt, liegt es mir fern, Bücher  mit Lebensläufen oder persönlichen Erfahrungen zu bewerten. Wer bin ich, über etwas so Persönliches und Intimes zu urteilen? Daher möchte ich mich darauf beschränken, den groben Inhalt zu schildern und zu erzählen, was dies bei mir ausgelöst hat und wie ich das Buch empfand. 


INHALT

Miriam Kassner schildert in OPTION B BITTE: EINZELFAHRSCHEIN ihren Weg der Transition (Geschlechtsumwandlung). Als Jugendlicher immer das Gefühl, dass irgend etwas nicht stimmt und anders ist als bei anderen Jungen. Und nach der Erkenntnis "ich bin eine Frau" folgte das Versteckspiel, der Zwiespalt zwischen den Erwartungen an ihr männliches Rollengeschlecht und ihrer weiblichen Seele. Als das Versteckspiel nicht mehr genügte, wagte sie den Schritt in die Öffentlichkeit, outete sich vor der Familie, ging zu einem Therapeuten und absolvierte nacheinander alle Schritte, die rechtlich und medizinisch notwendig waren. Gegen Ende des Buches noch ein Interview in die Handlung eingebettet und eine kurze Geschichte aus einer anderen Phase ihres Lebens, die nicht mit der Transition in Zusammenhang steht aber dennoch erzählt werden sollte.
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SaschaSalamander 06.04.2015, 08.36 | (0/0) Kommentare | PL

Jadetrunk und Rabenfuß

JADETRUNK UND RABENFUSS ist ein Buch aus der Feder Christian von Asters, das ich im ersten Moment nicht als dem Autor zugehörig erkannt hätte beim Lesen, das aber ebenso meisterlich wie seine anderen Titel die Atmosphäre der Umgebung einfängt und den Leser verzaubert.
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SaschaSalamander 30.03.2015, 08.45 | (0/0) Kommentare | PL

Kurzgeschichten von Andreas Eschbach

Heute mal drei kleine Kurzgeschichten von Andreas Eschbach, die man derzeit für 95 Cent bei Audible laden kann. Über den Autor selbst will ich hier gar nicht so viel schreiben, sonst kann ich nicht mehr aufhören (habe es grade versucht, aber das führt einfach zu weit. Ich bin großer Eschbach-Fan, und das ufert absolut aus, wenn ich erst einmal loslege).
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SaschaSalamander 25.02.2015, 09.15 | (0/0) Kommentare | PL

Das Dorf

DAS DORF ist das aktuelle Buch von Arno Strobel. Zur Handlung hier kurz der Klappentext:

Panik, Todesangst – das ist es, was Bastian Thanner in der Stimme seiner Freundin hört, als sie ihn völlig unerwartet anruft. Fast drei Monate ist es her, dass Bastian Anna zuletzt gesehen hat, als sie Hals über Kopf und ohne Erklärung einfach verschwunden ist. Jetzt braucht sie dringend seine Hilfe, sie bangt um ihr Leben. Bastian macht sich sofort auf die Suche nach Anna und gelangt in ein Dorf an der Müritz, das ihm von Anfang an unheimlich ist. Überall deuten Spuren auf Anna, doch niemand kann oder will ihm weiterhelfen. Bis zu dem Abend, als Bastian Zeuge einer schrecklichen Zusammenkunft wird. Und auf den Mann trifft, der genau weiß, was mit Anna geschehen ist. 
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SaschaSalamander 23.02.2015, 08.52 | (0/0) Kommentare | PL

Der Drache hinter dem Spiegel

Ivo Pala gehört zu den Autoren, die genreübergreifend schreiben. So gibt es von ihm die dreiteilige Fantasyreihe um >ELBENTHAL<, >Regionalkrimis< aus dem Rheingau, >Wissenschaftsthriller< und nun auch ein Kinderbuch: DER DRACHE HINTER DEM SPIEGEL.

Fünf Geschwister müssen, als der Vater erkrankt und die Mutter sie nicht mehr versorgen kann, vorübergehend zu ihrem Großvater auf das Schloss nach Schottland. Die Reise ist beschwerlich, der Empfang dafür umso herzlich. Ihr Großvater ist ein ganz besonderer Mann mit ungewöhnlichen Fähigkeiten - aber ist er auch der, wer er vorgibt zu sein? Ein gefährliches Abenteuer erwartet die Kinder!
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SaschaSalamander 14.01.2015, 09.30 | (0/0) Kommentare | PL

Frauenknast

FRAUENKNAST von Karlheinz Keppler ist (mal wieder) ein Buch, in welchem ein Fachmann auspackt und aus dem Nähkästchen plaudert. Nachdem Joe Bausch mit seinem Titel >KNAST< recht erfolgreich war, bot es sich an: Frauenknast ist einfach was Anderes als bei den Kerlen, also braucht es auch hier ein Buch. Billige Kopie oder eigenständiges Werk? Ich war neugierig, und hier meine Gedanken zu dem Buch:

Keppler gliedert sein Buch in die Kapitel "in Haft" (allgemeine Themen rund um die Inhaftierung von Frauen), "Haft - nicht mit mir" (Flucht, Betrügerinnen, Haftunfähigkeit), "Medizin" (Bodypacks, Humor auf der Krankenabteilung, wahre und simulierte Krankheiten, Gynäkologie, Sexualität), Drogen (Schmuggel, Konsum, Gesetz) und "die andere Seite" (Mitarbeiter, Ehrenamtliche, Öffentlichkeitsarbeit). Im Epilog ein paar Graffitis mit nachdenklichen / witzigen / frivolen Texten, ein paar Nachworte, Dankesreden. Eine Literaturliste fehlt, Keppler beruft sich einzig auf seine Erfahrung, Fremdliteratur wurde nicht eingebunden.
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SaschaSalamander 01.12.2014, 08.51 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Knast oder Kühlfach

KNAST ODER KÜHLFACH ist der fünfte Band um den toten Autoknacker Pascha. Es ist selten, dass ich bei einer fortlaufenden Reihe wirklich alle neuen Titel bespreche, denn irgendwann gibt es einfach nichts mehr zu sagen. Doch bei Pascha ist das nicht der Fall. Immer wieder denke ich "na, was soll denn jetzt bitte noch kommen", und immer wieder bringt Autorin Jutta Profijt wieder etwas Neues, mit dem sie mich begeistert. 

Die Ausgangslage dieses Mal ist folgende: als Martin und Freunde bei einem gemütlichen Essen im Restaurant sitzen, wird Gregor plötzlich festgenommen. Gregor, Paschas Lieblingspolizist und Martins bester Freund, soll angeblich seine Exfrau getötet haben. Und statt es zu leugnen, schweigt er einfach. Natürlich glauben alle an seine Unschuld, doch eine leise Stimme nagt, denn absolut alles spricht gegen ihn. Gregors Freunde möchten ihm helfen, geraten aber in den Konflikt, die offiziellen Ermittlungen zu behindern. Pascha dagegen kann ungestört zwischen den Schauplätzen hin und her flitzen und schnappt so allerhand Wissenswerte auf. Zu dumm, dass nur alles keinen Sinn zu ergeben scheint. Und wo erst ein Mord stand, steht er plötlich vor mehreren Straftaten, die wohl irgendwie zusammenhängen.
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SaschaSalamander 27.11.2014, 08.46 | (0/0) Kommentare | PL

Sorry

Für eine ausführliche Rezension fehlt mir leider die Zeit. Aber weil ich den Autor Zoran Drvenkar sehr gerne lese und seine Werke mich auch bereichern, möchte ich trotzdem ein paar Worte im Nachhinein über SORRY verlieren, das ich kürzlich gelesen habe. 

Handlung: 

Vier Freunde gründen eine Agentur, deren Aufgabe es ist, sich für den Auftraggeber zu entschuldigen. Firmenchefs, die Mitarbeiter einfach so entlassen, die nach einer Affaire die Sekretärin fallenlassen, dergleichen Ungerechtigkeiten mehr. Das Geschäft boomt, sie sind erfolgreich, und dann plötzlich stehen sie vor einer grässlichen Aufgabe: sie stehen vor einer Leiche und sollen sich für den Täter entschuldigen. Und die Leiche entsorgen bitteschön. Die Dinge fangen an, aus dem Ruder zu laufen ... 
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SaschaSalamander 13.11.2014, 08.51 | (0/0) Kommentare | PL

Nicht Chicago, nicht hier

NICHT CHICAGO, NICHT HIER ist ein schon etwas älterer Titel von Kirsten Boie, der nun im Jumbo Verlag als Hörbuch mit neuem Design wiederbelebt wurde. Ich freute mich sehr, denn abgesehen von ihren Kinderbüchern mag ich vor allem ernstere Titel, mit denen sie inzwischen für mich das deutsche Pendant zu Morton Rhue stellt. Also war ich gespannt auf die CD und konnte es kaum erwarten. 

Der 13jährige Niklas bekommt einen neuen Mitschüler, Karl. Die Lehrerin möchte die beiden gleich befreunden, teilt ihnen gemeinsame Hausarbeiten zu. Doch Niklas ist nicht wohl dabei, er mag Karl nicht. Erst verschwindet eine CD, dann leiht Karl sich ungefragt das teure Laufwerk, und dann greift er ihn sogar an! Doch die Lehrerin nimmt es nicht ernst, und die Eltern unterstellen ihrem Sohn Lügen. Karls Handgreiflichkeiten werden immer schlimmer, niemand glaubt ihm, und Niklas weiß sich nicht zu wehren. 

Das Buch wird in der Schule gerne als Klassenlektüre verwendet, um das Thema Gewalt und Mobbing unter Schülern auf den Tisch zu bringen. Eigentlich eine prima Sache. Aber ich bin trotzdem nicht sehr begeistert von diesem Titel. Während des Hörens versuchte ich immer wieder, einen Zugang zu Niklas zu finden, und nach dem letzten Track ließ ich das Hörbuch nun etwa zwei Wochen auf mich wirken, um nachzuspüren, aber es will einfach nichts kommen, was das Ruder noch herumreißt. Alles in allem: ich war recht enttäuscht. Frage mich inzwischen auch, wie man das Buch in der Schule besprechen sollte. Habe ja selbst schon im Unterricht mit Jugendlichen Bücher behandelt und diskutiert, aber bei diesem hätte ich absolut keine Idee, wie ich DAS geradebiegen soll, was das Buch vermittelt ... 

Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen. Im Buch ist das vermutlich anders dargestellt, vielleicht mit Datum oder anderer Schrift, ich weiß es nicht. Im Hörbuch durch unterschiedliche Sprecher. Trotzdem benötigte ich einige Zeit, um die jeweiligen Zeitstränge immer wieder in Einklang zu bringen. Das störte für mich den Fluss, wenn etwa ein Name wie selbstverständlich auftauchte, den ich nicht einordnen konnte. Soll aber kein Grund für eine negative Bewertung sein, denn gerade dadurch, dass man anfangs im Unklaren ist, befasst man sich intensiver mit dem Inhalt, was hier ja gewollt ist. 

Die Charaktere prägten sich mir nicht ein. Nach zwei Wochen hatte ich sogar bereits wieder die Namen vergessen und musste erst wieder einiges nachschlagen. Das Innenleben wird wenig beleuchtet. Warum handelt der Täter so, was bewegt ihn, was ist sein Ziel? Mobbt er auch andere, und warum gerade Niklas? Warum lässt Niklas das Verhalten Karls am Anfang überhaupt zu? Warum erzählt er dem Vater nicht sofort von dem "geliehenen" Laufwerk? Warum lässt er all das über sich ergehen? Was lösen diese Geschehnisse bei ihm aus? Bei einem solchen Buch ist es wichtig, dass der Leser sich mit einem Protagonisten identifizieren kann, spürt "das könnte mir auch passieren" und "auf diese Weise könnte ich dagegen vorgehen, Niklas hat es geschafft, auch ich kann mich gewaltfrei wehren". Das habe ich hier in keinem Moment erlebt. Trotz der teilweise recht heftigen Szenen konnte ich nicht mit dem Jungen mitfiebern, sodass mir sein Schicksal recht egal war (abgesehen von dem Punkt, dass ich mich über die Bezugspersonen mehrfach aufregen musste). 

Sprachlich hat mich das Buch wenig gereizt. Boie kann deutlich mehr. Hier wird sehr umgangssprachlich geschrieben, das passt zwar zum Buch, sorgt aber in diesem Fall nicht für zusätzliche Identifikation mit den Charakteren. Es wirkt auf mich unreif und unpassend. Besonders wenn ein erwachsener Sprecher den jugendlichen Text in so einfacher Sprache vorträgt. Für Kinder (wofür die Sprache angemessen klingt) ist der Inhalt zu brutal, für Jugendliche bereits zu schlicht. 

Einen Spannungsbogen habe ich vermisst. Denn bereits zu Beginn im aktuellen Zeitfenster ist klar, wo alles enden wird. Die Frage ist nur, wie es dazu kommt. Es beginnt recht harmlos mit einer verschwundenen CD und steigert sich hin zu körperlichen Attacken, doch da man bereits weiß, wo es endet, fehlt das gewisse Etwas, das motiviert "schnell noch das eine Kapitel" zu hören. So ungern ich es sage, aber die zwei CDs schienen mir eine gefühlte Ewigkeit zu dauern, ständig die Frage "was soll jetzt noch kommen, irgendwann muss doch  mal der Kern der Geschichte erreicht sein". Und dann, am Ende, zack, aus, das war es jetzt. Schnell kontrolliert, ob ich möglicherweise eine CD vergessen hatte oder es tatsächlich auf diese Weise endet. Ja, tut es, mittendrin und sehr unversöhnlich, abgehackt und eiskalt. Dazwischen: Angriff - keine Verteidigung - Angriff - Flucht - Angriff - Hilflosigkeit - Angriff - Angst - Angriff - keinerlei Schutz durch Eltern, Schule und Gesetz. Es zieht sich und ist stellenweise sehr langatmig, dem Wechsel aus Angriff, Hilflosigkeit und gegenwärtiger Situation (die sich nicht ändert sondern immer wieder darin besteht, dass selbst die Polizei machtlos ist) zu folgen. 

Das Verhalten der Eltern und Lehrerin finde ich sehr unrealistisch. Ich denke nicht, dass ich naiv bin, und mir ist bewusst, dass manches Unrecht anfangs nicht als solches gesehen sondern bagatellisiert wird. Dennoch, mit seinen Eltern ist Niklas mehr gestraft als mit Karl, die Ignoranz der Eltern verletzt mich weit mehr als die brutalen Attacken des Täters. Eltern, die ihr bisher unproblematisches wohlerzogenes Kind sosehr vernachlässigen, dass sie es der Lüge bezichtigen, wenn er beklaut, betrogen, angegriffen wird, das schmerzt. Von der fehlenden Pädagogik und blauäugigen Heile-Welt-Brille der Lehrerin ganz zu schweigen. 

Natürlich mag das real sein, ABER: das Buch hat ein offenes Ende, und dieses ist knallhart, brutal. Die Gewalt scheint gesiegt zu haben und nun neue Gegengewalt zu produzieren. Wenn das Buch in der Schule verwendet wird, frage ich mich eindeutig, was Kinder daraus lernen sollen? Etwa: egal, ob Du der Lehrerin etwas erzählst. Egal, ob Du Dich Deinen Eltern offenbarst. Sogar völlig egal, ob Du zur Polizei gehst und eine Anzeige erstattest. Alles, wirklich alles ist völlig sinnlos. Nimm Dein Schicksal an, bleibe Opfer, leide, Dir glaubt niemand. Das Böse siegt, und wenn Du Dich nicht mit Gewalt wehrst, dann hast Du von vorneherein verloren. Wer petzt, wird ausgelacht und nicht nur vom Täter gemobbt sondern auch der Außenwelt als Weichei und Lügner dargestellt. Natural born loser.

Nein, das ist keine Botschaft, die ich jungen Menschen auf den Weg ins Leben geben möchte. Es gibt sehr gute Bücher zum Thema Gewalt unter Jugendlichen, die nicht nur zeigen, wie sie entsteht, sondern die auch Lösungen bieten und zu konstruktiven Diskussionen anregen. 

Offen gesagt: hätte ich das Buch gelesen und den Autor raten müssen, auf Boie hätte ich so ziemlich als letzte getippt. Von ihr bin ich anderes gewohnt, sowohl bei älteren wie auch neueren Titeln. Aber gut, ein Autor kann nicht nur Bestseller schreiben, es muss auch mal schwächere Titel geben. Und dies ist zweifelsfrei einer davon :(

SaschaSalamander 17.09.2014, 08.47 | (0/0) Kommentare | PL

Mord am Leuchtturm

Klaus-Peter Wolf kenne ich von unzähligen Filmen, Romanen und Krimis für Jugendliche und Erwachsene. Alle Titel, Reihen und Romane aufzuzählen und auch die Variationen seiner Themen zu beschreiben würde hier bei weitem den Rahmen sprengen. Daher möchte ich einfach nur auf seine >Homepage< verlinken. Er ist ein Autor, den ich sowohl für seine Vielseitigkeit als auch seine intensive Recherche und den Realitätsbezug schätze, sodass ich gar nicht mehr zählen kann, wieviele Titel ich schon von ihm verschlungen habe.

Kurzgeschichten allerdings bin ich von ihm nicht gewohnt, nur auf der CD >STILLE WASSER SIND TIEF< gab es eine Geschichte von ihm als Highlight zum Abschluss. Mit MORD AM LEUCHTTURM gibt es jetzt endlich Nachschub "für zwischendurch", und natürlich musste ich unbedingt hören, wie das umgesetzt wurde ;-)

Das Buch umfasst 17 Geschichten, für die drei CDs wurden sechs davon ausgewählt und von unterschiedlichen Sprechern vorgetragen. Sätze wie "bei den Sprechern muss man eh nicht mehr sagen, wie toll sie sind" gefallen mir in Rezensionen gar nicht, aber gerade auf dieser CD fällt mir wirklich kaum etwas anderes ein: Stefan Kaminski, das Stimmwunder. Julia Nachtmann, die ich für ihre Vorträge vor allem in Jugendromanen schätze. Jacob Weigert mit seiner angenehmen Stimme. Dietmar Wunder und Bernd Stephan, fast schon "Klassiker", deren Stimmen nahezu jedem Deutschen bekannt sind. Und Claudia Michelsen, über sie kann ich offen gesagt nichts erzählen, da ich nicht fernsehe und die von ihr eingesprochenen Hörbücher nicht in mein Beuteschema fallen, doch sie fügt sich nahtlos zu den anderen. 

Kurz ein paar Gedanken zu den einzelnen Geschichten:

INTERVIEW MIT EINEM KILLER
Eine sehr kurze Geschichte, die zeigt, wie gut der Autor sich in seine Charaktere hineinversetzen kann. Fast schon beängstigend klar schildert der Protagonist seine Taten als Leuchtturmmörder. Und dann, zum Abschluss, ein unerwarteter Twist, zack Ende, der Hörer steht und staunt, bleibt nachdenklich, es schwingt sehr viel Gesellschaftskritik mit und wirft Fragen auf, denen man sich nicht stellen möchte. Sehr schöne Einleitung  in das Hörbuch.

INTERNETHEXEN
Ich liebe den trockenen Humor des Autors: "Hexe Hedwig Janischewski", das muss man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Was anfängt wie ein Spiel, was einfach nur nach Horoskop und Zufall klingt, wird plötzlich grausamer Ernst. Hier verlässt der Autor ausnahmsweise seinen Realitätsbezug und lässt den Leser darüber philosophieren, dass Glück und Leid zwei Seiten einer Medaille sind. Dennoch sehe ich die Geschichte weniger kritisch als einfach unterhaltsam, erinnerte mich beinahe ein wenig an Kings "Thinner". 

MAMIS HELD
Kurz und böse. Ich liebe es, wenn Kinder böse sind, grausamer und erschreckender kann eine Geschichte kaum sein. So unschuldig nach außen, und doch so durchtrieben, herrlich was der Autor hier darstellt. Und auch hier die Gedanken so nachvollziehbar, der Protagonist so realistisch, dass man sich fast schon vor sich selbst fürchtet und dem, was womöglich in einem selbst stecken könnte ... 

DAS MÖRDERISCHE KRIMIDINNER
Mit 24 Tracks auf 1 1/2 CDs ist dies die längste Geschichte der Sammlung. Und ich bin sicher, es dürfte die Lieblingsgeschichte aller Leser und Hörer sein! Der Autor verarbeitet hier seine Erfahrungen, die er real als Teilnehmer beim Promi-Dinner machen durfte. Was davon in seiner Geschichte nun Realität und was Fiktion ist, vermag man als Außenstehender nicht immer zu sagen. Auf jeden Fall ist diese Story ein Leckerbissen für alle Wolf-Fans. Ann-Kathrin Klaasen und Weller treten auf, aber auch sonst finden sich viele Bezüge. Regelmässige Leser werden unzählige Referenzen finden und sich über all die kleinen Häppchen freuen. Dazu kommt der typische Humor, mit dem er die Absurdität des Filmdrehs schildert, ich habe viel gelacht. 

SANDRA UND ANNA
Eine kurze Episode um das Thema häusliche Gewalt mit unerwartetem Twist am Ende. Besonders die Perspektive aus Sicht des gewalttätigen Ehemannes war beängstigend real. Ich selbst konnte wenig mit der Geschichte anfangen, in ihrer Art der Erzählweise und des Inhalts steht sie den anderen allerdings in nichts nach, es sind in diesem Fall einfach die persönlichen Vorlieben, die über "mag ich" oder "mag ich nicht" entscheiden. 

DER NYLONSTRUMPFMÖRDER
Der Nylonstrumpfmörder rundet die CD ab, wie schon in der ersten Geschichte tritt ein Täter als Ich-Erzähler auf. Geschickt gewählt und mitreißend erzählt. 

Der Autor wechselt wie es für ihn üblich ist sehr oft die Perspektive, auch innerhalb der teils sowieso schon sehr kurzen Geschichten. Jedoch geht er dabei nicht so sprunghaft vor wie in den Romanen (für die muss ich mir sonst immer eine Liste mit allen beteiligten Personen anfertigen), aufgrund der Kürze bleiben die Charaktere also überschaubar. Und auch der Lokalkolorit darf nicht fehlen, findet sich ja bereits im Titel des Werkes. Wolf versteht es, seiner Heimat Charme und Persönlichkeit zu verleihen, am liebsten würde ich sofort den nächsten Urlaub buchen, trotz all der blutigen Morde, die dort geschehen ;-)

Eine sehr schön zusammengestellte Sammlung, gekonnt vorgetragen und genau richtig für den kurzen Krimi zwischendurch, mit Hirn, Herz, Humor und einigen Leichen ... 

SaschaSalamander 14.08.2014, 09.19 | (0/0) Kommentare | PL



 






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