SaschaSalamander

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Aktuelles

Das Tal 2.1. - Der Fluch

Die Reihe um DAS TAL habe ich begeistert vor einigen Monaten begonnen. Spannende Geschichte, eine prima Sprecherin, ein geheimnisvolles Tal und interessante Charaktere. Aber ich habe langsam das Gefühl, dass die Serie das wird, was LOST war: eine an sich prima Serie, die aber bis zum Erbrechen so lange ausgeschlachtet wurde, dass keiner mehr Lust darauf hatte.

Naja, Lust auf die Serie scheinen noch immer genügend Leute zu haben, ich lese noch immer viel Positives im Netz. Aber auch jede Menge Gegenstimmen, die sich ebenso wie ich langsam verar***t fühlen. Da wird immer wieder eine neue Story um irgendwelche Jugendlichen geschrieben, aber die Geheimnisse des Tals werden nicht gelüftet.

Würde die Autorin die Geschichten solo veröffentlichen und aus dem Tal herausnehmen, das fände ich klasse. Gerade die aktuelle Handlung um die junge Frau und ihre traumatische Vergangenheit war sehr bewegend und für sich betrachtet wirklich klasse, hätte ich sehr gerne gelesen. Aber das Einbetten in das Tal hat es zerstört: der eigentlichen Handlung um Rose wurde zuviel Aufmerksamkeit gezollt dafür, dass es ein Tal-Roman war. Und das Tal kam dafür weit, weit, weit zu kurz. Und ich war am Ende sauer.

Ich frage mich, ob es irgendwann weitergeht, ob der Leser irgendwann mehr über das Tal erfährt. Oder ob sie jetzt pro Jahrgang immer wieder vier Bände schreibt, bis die Schüler alle ihren Abschluss haben. Das wäre Kommerz hoch zehn, und ich bin keine Kuh, die man sinnlos melken kann. Es gibt viele gute Bücher, und ich möchte meine Zeit nicht verschwenden ...

SaschaSalamander 23.02.2012, 15.57 | (0/0) Kommentare | PL

Die Auserwählten 01 - Im Labyrinth

Seit zwei Tagen höre ich DIE AUSERWÄHLTEN, den ersten Band IM LABYRINTH. Die Story klingt klasse. Und David Nathan als Sprecher ist sowieso erste Sahne (so oft, wie ich ihn inzwischen erwähnte, sollte ich glatt mal Werbungskosten beantragen *ggg*. Aber ich finde ihn einfach toll als Sprecher).

Ich werde es zu Ende hören, weil die Geschichte als solche wirklich klasse ist. Aber die Umsetzung ist nicht mein Ding. Ich werde mit keinem einzigen der Charaktere warm, finde das Verhalten so ziemlich jeder Figur seltsam, habe kein Bild im Kopf von Landschaft oder Personen. Ich weiß, dass es auch wieder nur der Auftakt einer Reihe ist, und wenn nicht einmal der Anfang mit mitreißt, wird es wohl auch mit der Fortsetzung eher mau werden ...

Nein, ich glaube nicht, dass das Ende es rausreißen wird und ich begeistert bin. Ich bin gerade bei CD 4 von 6, das sollte genügen für einen ersten Eindruck.

Wer von Euch hat DIE AUSERWÄHLTEN gehört oder gelesen?
Wie fandet Ihr es?

SaschaSalamander 22.02.2012, 15.48 | (0/0) Kommentare | PL

Cedric Arnold

arnold_volltreffer_1_1.jpgDerzeit lese ich VOLLTREFFER von "Cedric Arnold". Wer Cedric ist? Hier seine Biographie, wie sie im Buch abgedruckt ist:

Cedric Arnold wurde am 23. November 1977 in Waldbröhl im Oberbergischen Land geboren. Er litt als Kind unter unterschiedlichen nervösen Störungen, deren Namen zu lang sind, um sie alle in diesem Text unterzubringen. Nach dem Abitur studierte er Parapsychologie und promovierte mit der Arbeit "Unmotiviertes Kichern beim Rentier". Später machte er sich einen Namen als Motivationstrainer, bis ein Betriebsunfall diese Karriere jäh beendete: Er motivierte einen Kursteilnehmer so erfolgreich, dass dieser an einem einzigen Tag fünf Banküberfälle beging. Das vorliegende Werk wurde von führenden deutschen Literaturkritikern für das beste seit der Erfindung des Buchdrucks befunden. Leider zogen diese kurz vor dem Erscheinungstermin ihre Namen wieder zurück.

Wie man merkt,  also ein überaus wichtiges Buch von literarischem Anspruch und von großer Bedeutung für die deutsche Literaturwelt. Trotz des hohen Anspruches liest es sich bisher sehr erheiternd, ich empfehle einen >Blick ins Buch<. Der Humor gefällt mir wie auch in seinen anderen Büchern sehr. Andere Bücher? Ja, Cedric Arnold hat noch mehr veröffentlicht. Gelegentlich - Vorsicht, Geheimnis, nicht weitersagen! - schreibt er auch unter dem Pseudony Akif Pirincci irgendwelche Tierbücher oder plant rein literarisch den perfekten Mord oder philosophiert über eine Gesellschaft ganz ohne Männer. Sogar verfilmt wurden zwei seiner Titel bereits! Zurück zum Humor: hintergründig, schelmisch und eine gekonnte Karikatur der Realität. Oder, besser gesagt: keine Karikatur, sondern eine detailgetreue Beschreibung der Realität, die, wenn man mal ganz ehrlich zu sich selbst ist, eigentlich schon sehr kurios ist. Man muss nur genau hinsehen ;-)

SaschaSalamander 21.02.2012, 13.20 | (0/0) Kommentare | PL

Picco

picco_1.jpgEine Rezension kann und mag ich nicht schreiben. Filme sind nicht so meine Welt, ich bevorzuge das Wort dem Bild. Trotzdem sehe ich natürlich gerne Filme. Aber dieser hier ... ich könnte jetzt einen 50seitigen Aufsatz schreiben, aber dazu habe ich keine Zeit. Aber ich sitze gerade hier und ... puh, kann das nicht in Worte fassen. Deswegen keine Rezension. Und ich möchte auch nicht, dass dieser Beitrag als komplette Meinung angesehen wird. Denn dieser Film bietet so enorm viel Stoff für Diskussion, dass ich kaum all meine Gedanken in wenige Worte zu fassen vermag.

Der Film gibt zwar nicht exakt wieder aber ist angelehnt an den "Foltermord von Siegburg" im Jahr 2006, als jugendliche Gefangene einen Mitgefangenen misshandelten und töteten. Erzählt wird die Geschichte von einem Jugendlichen, der nun im Gefägnis seine Strafe absitzen muss. Anfangs Opfer, wird er nach und nach erst zu einem, der wegsieht und dann schrittweise zum Täter. Es gipfelt in ... naja, einem Foltermord eben, was kein Spoiler ist sondern der Kern des Filmes.

Die Darstellung des Filmes fand ich sehr realistisch. Der Alltag der Gefangenen, der Slang untereinander, das Verhalten der Jugendlichen ebenso wie der Mitarbeiter. Eine recht gute Darstellung des Knastalltags, auf typisch deutsche Filmmanier grau in grau mit pseudophilosophischen Dialogen, ohne Musik und recht steril. Fokus rein auf die Charaktere und deren Handeln.

Ich konnte eine recht gute Distanz zu dem Film wahren, ansonsten hätte ich ihn vermutlich spätestens bei der ersten Vergewaltigung abgebrochen. Nein, Gewalt wird nicht zelebriert. Aber sehr deutlich gezeigt. In solchen Momenten schalte ich andere Filme ab. Ich sehe mir Splatter an, und ich liebe sinnlose Gewalt, wenn sie überzeichnet und fiktiv ist. Sobald es aber real wird, sobald Menschen misshandelt werden ... nein, das kann ich nicht sehen. Und ich verstehe all die Zuschauer, die bei der Premiere den Saal verlassen haben. Dass ich den Film ansehen konnte lag einzig an der Distanz und der gedanklichen Analyse der jeweiligen Situationen. Oft habe ich weggesehen. PICCO ist verdammt harter Tobak. Anfangs ist die Gewalt "nur" psychisch, bald wird sie aber physisch. Sie wird eher angedeutet, die Kamera blendet weg, aber am Ende zeigt sie alles, bin hin zum baumelnden leblosen Körper mit all seinen Spuren der vorhergehenden Misshandlung.

Ich will das nicht mal werten. Ob das jetzt ein Stilmittel ist, ob das gut oder schlecht ist. Ob man darauf verzichten könnte oder müsste oder ob es unbedingt so sein muss. Ob der Film ein Kunstwerk war oder nicht. Ich will einfach nur anmerken, dass dieser Film heftig ist. Nein, ein zweites Mal werde ich mir den garantiert nicht ansehen. Und ich bin wirklich ´ne Menge gewohnt!

Da es hier von mir keine Rezi gibt, möchte ich statt dessen ein paar Links anfügen, die ich geeignet finde, falls Ihr mehr über den Film wissen möchtet:

>Monstersandcritics<
>Interview<
>Rezension<
>Filmzeitung.de<
>Aufsatz<

SaschaSalamander 18.02.2012, 20.34 | (0/0) Kommentare | PL

Lady Bedfort 50 - das Grauen im Nachtexpress

Eigentlich ist Folge 50 erst für Anfang März geplant, doch sie wurde früher fertig, und heute durfte ich sie bereits in den Händen halten. Folge 50 und 51, eine Doppelfolge, Jubiläum, ich kann es kaum erwarten! Und was mache ich? Statt sofort einzulegen und zu hören? Erst mal bloggen. Und heute Abend einen Film gucken, bevor ich dann vermutlich erst morgen hören werde. Bin ich eigentlich irre, dass ich mich selbst soehr quäle und nicht schon längst zu Ende gehört habe? Aber ich liebe es einfach, den Genuss noch ein wenig hinauszuzögern. Folge 50, das muss etwas ganz Besonderes sein, darauf habe ich lange gewartet und mich gefragt, ob es abgesehen davon, dass es eine Doppelfolge sein wird, etwas Neues für die Hörer geben wird.

Gibt es: die Sprecher agieren nicht in ihren gewohnten Rollen, sondern sie sind ungewohnt besetzt. Na, da bin ich gespannt! Die Macher bitten im Booklet um Feedback, das möchte ich in dieser gebloggten Form also gerne bieten. Nur eine Vorabmeinung, die endgültigen Gedanken hierzu dann natürlich in Form einer Rezension ;-)

Wenn ich ein Hörbuch höre, ist es vom Sprecher abhängig, ob ich damit eine bestimmte Rolle verknüpfe. Es gibt Stimmen, die ich in jeder Rolle hören kann, ohne dass ich ein Bild im Kopf habe. Dies ist zum Beispiel David Nathan (Johnny Depp), Andreas Fröhlich (???), Jürgen Kluckert (Benjamin Blümchen), Michael Pan (Data). Das liegt zum Teil daran, dass ich sie einfach schon in viel zu vielen Rollen gehört habe, als dass ich sie noch mit irgend etwas Speziellem verbinden könnte. Zudem sind dies Stimmen, die sich sehr gut in verschiedene Rollen einfügen können, ohne dabei zu stark aufzufallen. Wenn ich eine solche Stimme höre, dann sage ich "super, das ist doch David Nathan!"

Und dann gibt es markante Stimmen, mit denen ich unweigerlich ein festes Bild verbunden habe. Sie haben vielleicht viele Charaktere verkörpert, trotzdem sind einzelne ihrer bisherigen Rollen für mich synonym für den Sprecher geworden, so ist
Kerzel für mich unzertrennlich mit Jack Nicholson verbunden, Oliver Rohrbeck wird für mich immer Justus Jonas sein. Und Santiago Ziesmer ist für mich immer nur Inspektor Miller. Obwohl ich davor  schon unzählige Folgen SpongeBob sehen musste (unfreiwillig), obwohl ich ihn (unfreiwillig) unzählige Male als Steve Urkel hören musste, obwohl ich begeistert zig Folgen von Queer als Folk gesehen habe. Aber wenn ich Santiago höre, dann sage ich "hey, das ist Inspektor Miller". Und auch Waltraud Habicht hat für mich schon nach wenigen Folgen von LADY BEDFORT sofort die Verknüpfung zu ihrer Rolle als alte Lady erhalten.

Von daher bin ich unglaublich gespannt, wie diese Doppelfolge für mich sein wird und wie ich mich einfinde. Ich habe schon Hörspiele erlebt, in denen ich der Handlung nicht folgen konnte, weil ich eine Stimme, die ich mit einer positiven Rolle verknüpfte, plötzlich als Bösewicht hörte und dadurch ständig in Konflikt kam und nicht mehr der Handlung folgen konnte. Und ich habe auch schon Hörspiele mit zig bekannten Stimmen gehört, in denen ich hervorragend abschalten konnte und es so genießen konnte, wie es gedacht war. Auf jeden Fall ein sehr spannendes Experiment, auf das ich mich riesig freue!


SaschaSalamander 17.02.2012, 19.46 | (0/0) Kommentare | PL

Wie ein Stein in mir

vandewijer_stein_1.jpgDie Rezension dazu erscheint im Laufe der nächsten Woche. Aber heute habe ich das Buch fertig gelesen, und ... puh! Es fällt mir immer sehr schwer, Emotionen in Worte zu packen, und bei diesem wird es mir erst recht schwerfallen. Dieses Buch zereißt mich fast. Diese Wärme, diese Herzlichkeit. Und zugleich das Wissen, was am Ende höchstwahrscheinlich geschehen wird. Ich hielt es kaum aus, musste immer wieder pausieren.

Wer Korczak kennt, weiß, wovon ich rede. Wer ihn nicht kennt - der kann entweder die Rezension abwarten, das Buch völlig unbedarft lesen und sich dann über diesen Mann informieren. Oder vorher schon mal ein wenig stöbern, wer dieser besondere Mensch ist und was ihn auszeichnet. WIE EIN STEIN in mir ist auf jeden Fall ein Buch, das ich jetzt einfach mal ungefragt auf Euren "To Do" Stapel lege. Wer sich für Kinder- und Jugendbücher aus der Zeit des dritten Reiches interessiert, der muss dieses Buch unbedingt lesen!

(Ich stelle es hiermit neben Anne Frank, Sophies Schlüssel, Als Hitler das rosa Kaninchen stahl, Damals war es Friedrich und andere alte und neue Titel)

SaschaSalamander 17.02.2012, 16.17 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Triffst Du Buddha, töte ihn

altmann_buddha_1.jpgUnd auch hier, >wie schon gesagt<, habe ich Probleme, einen Erfahrungsbericht zu rezensiere. Aber ein paar Gedanken dazu möchte ich natürlich trotzdem loswerden ;-)

Kürzlich stieß ich durch sein biographisches Buch >DAS SCHEIßLEBEN MEINES VATERS, DAS SCHEIßLEBEN MEINER MUTTER UND MEINE EIGENE SCHEIßJUGEND< (den Titel kann man ja quasi gar nicht übersehen) auf den Autor, der mir bis dahin unbekannt war und wurde neugierig auf weitere Bücher von ihm. Sein Schreibstil sagt mir zu, er ist wunderbar direkt, und er beschönigt nichts, steht zu dem, was er sagt und tut. Diese Ehrlichkeit gefällt mir.

In seinem Buch TRIFFST DU BUDDHA, TÖTE IHN, berichtet er von seiner Reise nach Indien und einem zehntätigen >Retreat<. Einerseits natürlich die zehn Tage als solche, wie er sie verbrachte, welche Regeln er heimlich brach, was ihm leichtfiel und was ihm Probleme bereitete. Und andererseits natürlich von dem Gedanken, die ihm hierzu kommen, seine Einsichten über Spiritualität und Religion.

Er nimmt dem Buddhismus seinen Glanz, beschreibt Meditation aus rein profaner Sicht. Es geht nicht um Erleuchtung, Absagen vom Ich und um Heiligkeit. Sondern um Rückzug, Selbsterkenntnis und Selbst-Bewusstsein.

Was mir an dem Buch überaus gut gefiel war seine knallharte Ehrlichkeit. Und auch, dass er offen Dinge ausspricht, die andere nicht zu sagen wagen. Er spricht sich aus gegen Heiligenkult und Bigotterei. Benennt Autoren, die ihm mit der aufgedrückten Spiritualität gegen den Strich gehen. Spricht sich aus für das eigene Denken und stellt klar, dass der Mensch für sich alleine verantwortlich ist. Keine höhere Macht, die einen von jeglicher Schuld und Verantwortung befreit, kein Schicksal, welches das Leben vorausbestimmt.

Was ich dabei nicht mochte ist allerdings die Überheblichkeit, die ich oft in seinen Worten herauslese. Ich verstehe seine Meinung und teile sie in vielen Dingen. Allerdings vermisse ich manchmal den Respekt vor dem, was anderen Menschen bedeutsam ist. Er knüppelt alles nieder, was nicht in sein Weltbild passt, beschimpft es stellenweise und klingt dabei sehr destruktiv. Wo er auf der einen Seite eine Stärke zeigt, die mich beeindruckt, nutzt er diese auf der anderen Seite nicht zur Hilfe für andere und zur persönlichen Weiterentwicklung sondern ist noch gefangen in Abscheu und Hass auf das, was ihn damals prägte (seine urchristliche Erziehung, siehe der Link zu seiner Biographie). Das tat mir stellenweise weh zu lesen, denn auch wenn ich vieles der einzelnen Religionen und Kulte nicht gutheißen kann, so respektiere ich doch deren Lebensweg, beziehe das schlechte Verhalten einzelner Menschen dieser Gruppe nicht auf die komplette Gruppierung.

Dennoch, ich mag seine direkte Art und seinen Schreibstil, das Buch liest sich sehr flüssig. Auch, wenn ich ihn stellenweise zu aggressiv finde, so tut es doch gut, dieses Buch zu lesen. Seine Erfahrungen sind interessant und informativ. Besonders die Beschreibungen des Landes, wie er es erlebte, berührten mich sehr.

SaschaSalamander 15.02.2012, 15.12 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Der Hund, die Krähe, das Om und ich

froehlich_om_1.jpgEine Rezension über ein Tagebuch? Wie schon angedeutet, fällt mir so etwas schwer, da ich nicht die Erfahrungen und Gedanken einer anderen Person bewerten möchte. Deswegen also einfach ein Eindruck, meine Erfahrung mit Frau Fröhlichs Erfahrungen, meine Gedanken über ihre Gedanken ;-)

Unabhängig vom Modetrend wurde ich vor wenigen Wochen auf Yoga aufmerksam, und wenn man das Wort erst einmal bewusst wahrnimmt, stellt man fest, dass es derzeit ja eine richtige Yoga-SCHWEMME gibt. Und da ist Frau Fröhlich natürlich mittendrin dabei. Ich mag ihre Art zu schreiben, auch wenn ich ihren Ansichten (nicht in diesem Buch speziell, sondern allgemein) nicht immer zustimme. Ich habe dieses Mal das Hörbuch gehört. Ihre Stimme, naja, daran muss ich mich immer erst eine halbe CD lang gewöhnen, dann ging es ;-)

Was mir gefällt ist, dass es zwar ein Modethema aufgreift, dieses aber fernab von allen Modetrends aufgreift. Die DVDs sind normalerweise supertoll, die Vorturner superschlank, und man erzählt immer nur von den tollen Aspekten. Hier schreibt die Autorin im Gegenzug davon, wie sie anfangs keine Lust hatte. Was sie daran störte. Welche Vorurteile sie hatte. Welche Probleme es ihr bereitete, welche Übungen sie nicht konnte. Und auch, was ihr dann daran gefiel, warum sie weitermachte und weshalb sie nun begeistert ist.

Einen Großteil ihrer Erfahrung teile ich. Und ich finde es gut, dass Yoga entmystifiziert wird. Nicht mehr nur als Allheilmittel dargestellt, nicht mehr psychedelisch verklärt mit Räucherstäbchen und Chanten (Singen). Es zeigt ganz klar, dass auch völlig normale, unsportliche und unspirituelle Menschen es als Sport für sich nutzen können.

Sie erzählt auch von ungewöhnlichen Arten wie Lachyoga, Gesichtsyoga, Nacktyoga oder Shibari-Yoga, über spirituelle Aspekte und andere Sportarten. Natürlich bringt sie ihre eigene Meinung ein. Während ich einiges ähnlich empfinde und laut lachen musste über ihre Darstellung, so habe ich mich in einem anderen Fall über die oberflächliche und unsachliche Art geärgert. Und ich grinste über mich selbst: als ich zustimmte, fand ich ihre Art witzig und ansprechend. Als ich eine andere Meinung hatte, da fand ich genau die gleiche Art auf einmal nicht mehr lustig. Da sie aber niemals verletzend wird oder andere Menschen und Einstellungen abwertet, sei es ihr gestattet, hier und da mit einem Augenzwinkern zu lästern. Man muss als Leser und Mensch lernen, andere Meinungen stehenzulassen ;-)

insgesamt fand ich das Hörbuch sehr witzig, es hat mich unterhalten und mir gezeigt, dass ich mit manchen Erfahrungen nicht alleine bin. Es tut gut, neben all den perfekten Yogis auch einmal jemanden zu sehen, der meiner Lebenswelt näher ist udn Schwächen teilt, in denen ich mich wiederfinden kann ...

SaschaSalamander 14.02.2012, 14.05 | (3/3) Kommentare (RSS) | PL

Die Brautprinzessin

goldmann_braut_1.jpgDIE BRAUTPRINZESSIN von William Goldmann. Ein Buch, das ich schon immer lesen wollte. Weil es zu den Büchern gehört, von denen ich den Eindruck habe, dass jeder außer mir es kennt. Ich hatte keinerlei Ahnung, worum es ging, kannte nur den Titel und wusste, dass es bekannt und beliebt ist. Stieß in Zitaten immer wieder auf dieses Buch, las den Titel als Empfehlung oder irgendwo als Bemerkung in einer Rezension oder in einem anderen Buch. Endlich, endlich habe ich es gelesen.

Ein klassisches Märchen, angesblich geschrieben von S. Morgenstern (den es nicht gibt), überarbeitet vom Autor. Der Autor mixt "das ursprüngliche Werk" und seine eigenen Kommentare. Er beschreibt, wie er durch dieses Buch zur Leseratte wurde, es später seinem Sohn schenkte und dieser gelangweilt war. Als er es dann selbst in die Hand nahm, wer er schockiert: er kannte das Buch nur vom Vorlesen seines Vaters, und sein Vater hatte sehr viele Stellen kindgerecht gekürzt. Also entschloss sich der Autor, das Buch selbst zu überarbeiten, kürzen und kommentieren. Das Ergebnis ist nun DIE BRAUTPRINZESSIN, wie sie der Leser in der Hand hält.

Sehr viel Ironie, das Buch nimmt das Genre der Märchen ziemlich aufs Korn. Ich mag den Humor, den Stil des Autors. Trotzdem kann ich mich den begeisterten Hymnen nicht anschließen. Vielleicht liegt es daran, dass ich aufgrund der unzähligen Vermerke, Verweise, Rezensionen, Begeisterungsstürme einfach zuviel erwartet habe. Ich fand das Buch sehr unterhaltsam, und ich habe einige Male sehr gelacht, habe sehr klare Bilder im Kopf und werde die Figuren und ihr Erleben noch lange im Gedächtnis behalten. Die Protagonisten waren mir nicht sonderlich sympathisch, aber das war wohl auch weniger Ziel des Buches, sie waren bewusst nicht als Sympathieträger erschaffen worden. Dafür mochte ich zwei der Nebencharaktere umso mehr, und auch die Geschichte an sich war sehr gut erdacht.

Doch auch, wenn es mich so gut unterhalten hat - irgendwie will ich einfach keine Worte finden für eine Rezension. Und bevor ich mir das Hirn zermartere - über dieses Buch wurde eh schon genügend geschrieben ;-)

SaschaSalamander 10.02.2012, 17.27 | (0/0) Kommentare | PL

Ewig Dein

glattauer_ewigdein_1.jpgHeute früh auf dem Weg zur Arbeit fing ich an mit EWIG DEIN von Glattauer. Ein knappes Viertel habe ich bereits gelesen, und ich schwanke ganz extrem. Ein paarmal war ich versucht, das Buch einfach wieder in die Tasche zu packen. Mit der Sprache und dem Aufbau muss ich mich erst noch anfreunden, und ich bezweifle, dass dies bis zum Ende gelingen wird, dazu ist mir alles einfach ZU minimalistisch in vielerlei Hinsicht. Die Handlung allerdings ist sehr spannend dargestellt, die Charaktere sind sehr lebendig, und in wenigen Worten zeichnet der Autor ein solch klares Bild von seinen Figuren, wie es nur selten auf so wenigen Seiten gelingt. Das Buch beschäftigt mich, und ich stelle mir so einige Fragen hinsichtlich des Verhaltens in Beziehungen. Witzig finde ich auch, wie sehr man hier den östereichischen Einschlag in der Sprache spürt, das fiel mir bei seinen anderen Büchern nie so extrem auf wie hier (vielleicht, weil ich alle anderen hörte statt zu lesen). Na, ich warte mal ab, ob ich mich an die Sprache gewöhne oder das Buch weiterhin gemischt widerwillig - fasziniert lese ;-)

SaschaSalamander 10.02.2012, 14.57 | (0/0) Kommentare | PL

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