SaschaSalamander

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Zitate

Gefährliches Hobby

Cover
Ein fetter Wälzer, ein neugierig machendes Cover mit einer  abstrusen Gestalt inmitten unzähliger Bücherberge. Und ein Buch, das sich nur um Bücher dreht: "Die Stadt der träumenden Bücher" fiel mir gestern glücklicherweise während der Inspektion meines Zweitwohnsitzes (andere nennen es Stadtbücherei) in die Hände. Und weil bereits der Klappentext und zugleich zweite Absatz des Buches so genial ist, will ich ihn Euch nicht vorenthalten. Ich hoffe, ihr habt den Mumm, mich bei der Reise durch dieses Buch zu begleiten ... denn Lesen ist mehr als nur ein Abenteuer ;-)




"Ja, ich rede von einem Ort, wo einem das Lesen in den Wahnsinn treiben kann. Wo Bücher verletzen, vergiften, ja, sogar töten können. Nur wer wirklich bereit ist, für die Lektüre disees Buches derartige Risiken in Kauf zu nehmen, wer sein Leben auf´s Spiel setzen will, um an meiner Geschichte teilzuhaben, der sollte mir folgen. Allen anderen gratuliere ich zu ihrer feigen, aber gesunden Entscheidung, zurückzubleiben. Macht´s gut, ihr Memmen! Ich wünsche euch ein langes und sterbenslangweiliges Dasein und winke Euch in diesem Satz Adieu!"

aus: W. Moers: Die Stadt der träumenden Bücher; Piper 2004; S. 9

SaschaSalamander 15.07.2005, 15.17 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Herdentrieb

Seht hin! Seht hin! Er läuft von den Menschen weg.
Diese aber folgen ihm nach, weil er vor ihnen herläuft,
So sehr sind sie Herde.

(F. Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft; Reclam, 2000; § 173)

SaschaSalamander 13.07.2005, 12.37 | (0/0) Kommentare | PL

Helgäääää for Präsident

Cover
Der graue Beton raste durch sein Hirn. Gitterstäbe schauten ihm über die Schulter und warfen Schatten auf seine Seele. Es piepte. Ein kleiner Spatz flügelte hurtig gegen den Wind und klatschte an das Fenster. Zu spät. Schmerzverzerrt zeigt er ihm sein kleines Gesicht. Er klebte noch ein paar Schläge an der Scheibe, fiel dann herab. Wie der Vogel sich im Herabfallen wohl wieder fangen würde, sah er nicht. Aber sein Gehirn strengte sich an.

Erster Absatz aus:
Helge Schneider, Aprikose, Banane, Erdbeer; Kiwi 2004; S. 11)


Den werde ich die nächsten Tage lesen. An Helge scheiden sich die Geister. Ich gehöre definitiv zu seinen Fans *träller*

SaschaSalamander 12.07.2005, 15.37 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Sonett 18

Sonett 18 (1591)
William Shakespeare

Shall I compare thee to a summer's day?
Thou art more lovely and more temperate:
Rough winds do shake the darling buds of May,
And summer's lease hath all too short a date:

Sometime too hot the eye of heaven shines,
And often is his gold complexion dimmed;
And every fair from fair sometime declines,
By chance, or nature's changing course untrimmed;

But thy eternal summer shall not fade,
Nor lose possession of that fair thou ow' st,
Nor shall death brag thou wander'st in his shade,
When in eternal lines to time thou grow'st;

So long as men can breathe or eyes can see,
So long lives this, and this gives life to thee.



Dieses Sonett war der Anfang meiner Leidenschaft für Shakespeare. >Hier< die deutsche Variante. Unser Lehrer analysierte es nicht, sondern es ließ und dias Feuer dahinter fühlen ... half uns beim Übersetzen, trug es mit leidenschaftlicher Stimme vor ... zugegeben, Shakespeare ist nicht gerade einfach mit seiner altertümlichen Sprache, aber es lohnt sich, diese Sonette auf Englisch zu lesen und hören. Ich habe einige englischen CDs mit Poetry und Verse, und niemals darf dieses Sonett fehlen ;-)

SaschaSalamander 07.07.2005, 15.27 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Engel und Dämon

Ein Krieger weiß, dass ein Engel und ein Dämon sich die Hand streitig machen, die das Schwert führt. Der Dämon sagt: "Du wirst schwach werden, Du wirst nicht wissen, wann der richtige Augenblick gekommen ist. Du hast Angst." Der Engel sagt: "Du wirst schwach werden, Du wirst nicht wissen, wann der richtige Augenblick gekommen ist. Du hast Angst."

Der Krieger ist überrascht. Beide haben dasselbe gesagt.
Dann fährt der Dämon fort: "Laß nur, ich helfe dir".
Der Engel sagt: "Laß nur, ich helfe dir".

Da begreift der Krieger den Unterschied. Die Worte sind dieselben, aber die Verbündeten unterschiedlich. Dann wählt er die Hand seines Engels.

(P. Coelho: Handbuch des Kriegers des Lichts; Diogenes 2001, S. 81)

SaschaSalamander 06.07.2005, 09.07 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Der Prinz und die Wüstenblume

Cover
Der kleine Prinz durchquerte die Wüste und begegnete nur einer Blume mit drei Blütenblättern, einer ganz armseligen Blume ...
"Guten Tag", sagte der kleine Prinz.
"Guten Tag", sagte die Blume.
"Wo sind die Menschen?" fragte höflich der kleine Prinz.
Die Blume hatte eines Tages eine Karawane vorüberziehen sehen.
"Die Menschen? Es gibt, glaube ich, sechs oder sieben. Ich habe sie vor Jahren gesehen. Aber man weiß nie, wo sie zu finden sind. Der Wind verweht sie. Es fehlen ihnen die Wurzeln, das ist sehr übel für sie".
"Adieu", sagte der kleine Prinz.
"Adieu, sagte die Blume.


aus: A. Saint-Exupéry: Der kleine Prinz; Karl Rauch Verl, 2000; S. 63

SaschaSalamander 18.06.2005, 09.18 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Murphys Gesetz

Nach Murphys Gesetz geht alles schief, was nur schiefgehen kann. Und weils immer wieder schön ist, werde ich einfach ab und an ein paar Lebensweisheiten zur Erheiterung hier einstellen ... es gibt unzählige Bücher und Internetseiten über Murphy, deswegen an dieser Stelle mal kein Cover oder Literaturhinweis, dafür aber ein netter Link:

>Hier< kannst du einem armen geplagten Familienvater das Leben so richtig schwer machen, indem du ihm alles schiefgehen lässt, was nur schiefgehen kann ;-)
Und >hier< ärgerst du den Weihnachtsmann ...

Und heute einmal die Einführung in Murphys Law, bevor ich das nächste Mal mit umgekehrter Proportionalität, Gesetzen, Regeln und Relativierungen anfange ;-)

01) Nichts ist so leicht, wie es aussieht

02) Alles dauert länger, als man glaubt

03) Wenn es eine Möglichkeit gibt, dass Dinge schiefgehen, so wird das schiefgehen, dass den größten Schaden anrichtet

04) Wenn man feststellt, dass es vier Möglichkeiten gibt, die einen Vorgang schiefgehen lassen können und man diese ausschaltet, wird sich bestimmt noch eine fünfte finden lassen

05) Dinge sich selbst zu überlassen, führt vom Regen in die Traufe

06) Immer, wenn man etwas ernsthaft machen möchte, kommt etwas anderes dazwischen

07) Jede Lösung bringt ein neues Problem

08) Es ist unmöglich, etwas ganz sicher zu machen, denn Dummköpfe sind zu erfinderisch

09) Die Natur ergreift immer die Partei des versteckten Fehlers

10) Mutter Natur ist ein böses Weib

SaschaSalamander 15.06.2005, 16.17 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Aber warum schreibst denn du

A: Ich gehöre nicht zu denen, welche mit der nassen Feder in der Hand denken; und noch weniger zu jenen, die sich gar vor dem offenen Tintenfasse ihren Leidenschaften überlassen, auf ihrem Stuhle sitzend und auf´s Papier starrend. Ich ärgere oder schäme mich alles Schreibens; Schreiben ist für mich eine Nothdurft, - selbst im Gleichniss davon zu reden, ist mir widerlich.

        B: Aber warum schreibst du dann?

A: Ja, mein Lieber, im Vertrauen gesagt: ich habe bisher noch kein anderes Mittel gefunden, meine Gedanken los zu werden.

        B: Und warum wisst du sie loswerden?

A: Warum ich will? Will ich denn? Ich muss.

        B: Genug! Genug!

(F. Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft; Reclam, 2000; § 93)

SaschaSalamander 14.06.2005, 21.37 | (0/0) Kommentare | PL

Manchmal benimmt sich der Krieger wie ein Kind

CoverManchmal benimmt sich der Krieger des Lichts wie ein Kind.

Die Leute sind schockiert, sie haben vergessen, dass ein Kind sich amüsieren, spielen und ein bisschen aufmüpfig sein muss, dass es unpassende, unreife Fragen stellt und Unsinn sagt, den es selbst nicht glaubt. Und sie fragen entgeistert: "Ist das der spirituelle Weg? Dieser Mensch ist völlig unreif!"

Ein Krieger ist stolz auf solche Kommentare. Und bleibt über seine Unschuld und seine Fröhlichkeit in Verbindung mit Gott, ohne seine Mission aus den Augen zu verlieren.


(P. Coelho: Handbuch des Kriegers des Lichts; Diogenes 2001, S. 81)

SaschaSalamander 10.06.2005, 15.37 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Vernunft und Leidenschaft

Eure Vernunft und Eure Leidenschaft sind das Ruder und die Segel Eures Seelen-Schiffes. Büßt Ihr Segel oder Ruder ein, werdet Ihr zu einem Spielball des Windes, ober aber Ihr schaukelt antriebslos auf den Wellen. Denn die Vernunft ist, herrscht sie allein, eine hemmende Kraft; und die Leidenschaft ist, unbeaufsichtigt, eine Flamme, die an sich selbst verbrennt. Lasst deshalt Eure Seele Eure Vernunft zu den Gipfeln der Leidenschaft steigern, dass sie zu Begeisterung werde; und lasst sie Eure Leidenschaft durch die Vernunft lenken, dass Eure Leidenschaft ihre tägliche Auferstehung erlebe und wie der Phönix der eigenen Asche entsteige. [...]

Sitzt Ihr im Hügelland, im kühlen Schatten der Silberpappeln, und genießt den Frieden und die Heiterkeit ferner Felder und Wiesen - dann lasst Euer Herz lautlos sagen: "Gott ruht in der Vernunft". Und wenn der Sturm kommt, und der gewaltige Wind erschüttert den Wald, und Donner und Blitz verkünden die Allmacht des Himmels- dann lasst Euer Herz ehrfürchtig sagen: "Gott regt sich in der Leidenschaft."

aus:
K. Gibran: Der Prophet; dtv 2002, S. 64 f

SaschaSalamander 26.05.2005, 23.44 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

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