SaschaSalamander

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Zerlegt

Rezensionen und Meinungen

Bärchen streckt Zunge herausWenn ich Rezensionen zu einem Buch lese, das ich schon konsumiert habe, dann bin ich ziemlich amüsiert. Die Meinungen gehen ja doch immer sehr auseinander. Und das, worüber Person A sich beschwert, hat Person B umso besser gefallen. Ein Buch ist eben immer eine Frage des persönlichen Geschmacks.

Von extremen Ausnahmefällen wie etwa "Assassini" einmal abgesehen, tendieren die meisten Menschen doch in ähnliche Richtungen. Ich denke, es kommt darauf an, wiesehr man sich auch selbst auf ein Buch einlässt. Manchmal widerstrebt der Schreibstil, oder man ist einfach übersättigt mit einem bestimmten Thema, vielleicht war man auch gerade nicht in der richtigen Stimmung für ebendieses Buch. Würde ich meine Bücher ein Jahr früher oder später lesen, würden ganz sicher auch einige meiner Rezensionen anders ausfallen ...

Kam es bei Euch auch schon einmal vor, dass sich Eure Meinung über ein Buch irgendwann einmal geändert hat?

SaschaSalamander 15.11.2005, 16.38 | (6/5) Kommentare (RSS) | PL

Altersempfehlungen

Cover
Derzeit lese ich "Alaizabel Cray" von Chris Wooding. Ein sehr spannendes Buch aus der Rubrik Kinder- und Jugendliteratur. Es handelt von einem Hexenjäger, der einer machtvollen Organisation auf die Spur kommt. Und es ist sehr atmosphärisch, stellenweise recht gruslig. Aber auf eine für mich wohlige Art, die mich nicht beängstigt.

Empfohlen ist dieses Buch ab 12 Jahren. Ich halte Altersempfehlungen immer für sehr subjektiv, da es gerade im Kinder- und Jugendalter sehr große Unterschiede in Reife und Entwicklung gibt.



Ob diese Empfehlung für Alaizabel Cray angemessen ist, sei dahingestellt. Die letzte Anmerkung der Rezension "von wegen nicht ab 12" hat mich ziemlich bewegt. Ähnliches dachte ich mir auch schon oft, und es bestätigt mich, dies von einem Jugendlichen selbst zu hören ...

SaschaSalamander 14.07.2005, 09.07 | (0/0) Kommentare | PL

Lästige Vergleiche

In meinem Beitrag zu dem Buch Charlie Bone erwähnte ich, dass das Buch Parallelen zu Harry Potter aufweist. Eigentlich mag ich so etwas gar nicht. Ich betrachte mir Bücher gerne "pur", möchte sie nicht im Vergleich zu anderen Werken des gleichen Genres oder desselben Autors beurteilen. Nicht jeder Fantasyroman kann an Harry Potter oder den Herrn der Ringe heranreichen, nicht jeder Krimiautor ist ein Grisham oder Follet. In diesem Fall ist es lediglich auf ähnliche Inhalte bezogen und stellt keinerlei Wertung dar.

Würde ich alle Bücher nun mit meinem absoluten Favoriten vergleichen, bräuchte ich kein Buch mehr in die Hand zu nehmen, ich würde mir die Freude daran verderben. Doch leider machen dies viele Leser. Immer wieder stolpere ich im Internet auf Rezensionen, in denen Leser mokieren "ich war enttäuscht, das andere Buch des Autors war besser" ... und immer wieder könnte ich mich stundenlang darüber aufregen.

Eine Kleinigkeit, eigentlich nicht einmal einer Erwähnung würdig. Trotzdem könnte ich immer wieder in die Luft gehen, wenn mir eine solche Rezension in die Finger fällt! Die Erwähnung im Zusammenhang mit einem anderen Werk ist ja okay, aber bitte keine wertenden Vergleiche. Äpfel sind eben keine Birnen. Punkt.

Ich will ja auch nicht mit anderen verglichen werden. Warum sollte ich dies Büchern antun? Bücher sind die Kinder eines Autoren. Es wäre schade, wenn alle Kinder Klone wären. Statt dessen hat eben jedes Kind eigene Stärken und Schwächen. Und das ist gut so. Niemand will hören "wenn Du nur so klug wärst wie Dein Bruder oder so schön wie Deine Schwester". Pfui!

SaschaSalamander 09.07.2005, 15.29 | (2/2) Kommentare (RSS) | PL

Literarischer Schwachsinn

"Dr. Murkes gesammeltes Schweigen" von Böll hat mich sehr beeindruckt. Ich habe ihn vor einigen Jahren gelesen. Nachdem mir das Hörbuch nun vor wenigen Tagen in die Hände fiel, werde ich euch die Sammlung des seltsamen Dr. Murke bald vorstellen.

Auch die "Ansichten eines Clowns" gefallen mir bisher sehr gut. Trotzdem verspüre ich jedesmal eine Abneigung, wenn ich den Namen Böll nur höre oder lese. Warum?
Ich habe die Vermutung, es liegt am Deutschunterricht der Schule. Dort kann einem die Freude an schöner Literatur und wundervollen Versen regelrecht abtrainiert werden. Trockene Interpretationen und lieblose Analysen zerstören den Zauber wertvoller Werke. Und "die verlorene Ehre der Katharina Blum" ist leider ein gefundenes Fressen für politisch engagierte Lehrer.

Ich rede gerne über Literatur, und eine Analyse und Interpretation ist wichtig. Doch dabei darf man den Boden unter den Füßen nicht verlieren, was manche Lehrer nur zu gerne getan haben.

Schönes Gegenbeispiel: Als ich mit meinem Biologielehrer (leidenschaftlicher Bücherwurm, mit dem ich mich gerne über dieses Thema unterhielt) über das Thema Literatur und Interpretation sprach, grinste er. Damals habe er in der Schule ein Werk von Böll lesen müssen und vom Lehrer eine abgehobene, tief psychologische und hochwissenschaftliche Interpratation aufgedrückt bekommen. Gemeinsam mit seinen Klassenkameraden habe er dann einen Brief an Herrn Böll aufgesetzt, in welchem er en Detail die gesamte Interpretation wiedergab. Als Reaktion des Autors erhielten sie eine Postkarte mit lediglich einem einzigen Wort auf der Rückseite: "Schwachsinn!"

SaschaSalamander 05.07.2005, 15.37 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Was ist an einem Buch gelegen

Was ist an einem Buch gelegen, das uns nicht einmal über alle Bücher hinweg trägt? (F. Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft; Reclam, 2000; § 173)

Ich mag die Texte der "fröhlichen Wissenschaft" von Nietzsche. Über diesen Satz allerdings habe ich lange gegrübelt, ich kann nicht so recht etwas damit anfange. Vielleicht liegt es an dem Wort "hinwegtragen", das ich ihn nicht so recht verstehe ... was, denkt ihr, ist die Aussage dieses Satzes?

SaschaSalamander 02.07.2005, 15.38 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Die schwangere Gräfin

Die Lehrerin beschreibt den Aufbau eines Bestsellers. Sie erklärt: "Ein guter Bestseller beinhaltet die folgenden Elemente: Religion, Adel/Macht, Erotik und Verschwörung oder Geheimnis".

Sie gibt ihren Schülern den Auftrag, kurz einen möglichen Bestseller-Inhalt zu verfassen. Fritzchen gibt bereits eine Minute danach sein Blatt bei der Lehrerin ab. Seine Zusammenfassung:

"Oh Gott", ruft die Frau Gräfin, "ich bin schwanger und weiß nicht von wem"

SaschaSalamander 01.06.2005, 16.47 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Ich glaub mich laust die Tirilli

Cover Zuckerman Bestseller
Tirilli fragt in einem Kommentar nach Ken Folletts Schreibstil und bezeichnet sich scherzend als "Laus im Pelz" wegen ihrer vielen Fragen. Nöööö, sag ich da nur, gar nicht wahr! Ich freue mich doch, wenn Rückmeldung kommt, wenn jemand Fragen hat, Ideen für neue Beiträge, wenn jemand etwas wissen möchte oder Vorschläge bringt. Es zeigt, dass dieser Blog lebt, und das freut mich :-)

Es ist schon einige Jahre her, dass ich "Die Säulen der Erde", "Die Pfeiler der Macht" und "Die Nadel" von Ken Follet gelesen habe. Sie haben mich damals sehr beeindruckt. Ich achte bei Büchern sehr stark auf den Schreibstil. Unzählige Bücherh abe ich bereits beiseite gelegt, wenn ein Buch schlecht übersetzt war oder mir der Stil nicht zusagte. Ken Follet gehört zu denen, die ich dagegen nicht aus der Hand legen konnte.

Allerdings werde ich nun nicht anfangen, den Stil komplett zu zerlegen, denn dann wäre ich in meinem Element, und das würde definitiv den BlogRahmen sprengen. Zumal ich gerade das Buch "Bestseller" von A. Zuckermann (Folletts Agent) zur Hand habe: ein Fachbuch über das Schreiben von Bestsellern anhand des Beispiels Follett ;-)

Von meiner Seite deswegen ohne große Analyse nur soviel: er schreibt sehr flüssig, man bleibt weder an Satzstellung, Fremdworten oder einzelnen Ausdrücken unangenehm hängen. Seine Bücher sind sehr einfach zu lesen, ohne dass sie flach oder anspruchslos wären. Was er meiner Ansicht nach besonders beherrscht, sind Dialoge. Auch erotische Szenen lesen sich sehr angenehm in seinen Büchern ;-)

Wie würdet ihr anderen Follett-Fans hier seinen Stil beschreiben?

SaschaSalamander 31.05.2005, 21.45 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Grauenvolle Übersetzung

CoverIch lege "Das Haus zwischen den Welten" wieder weg. Die Übersetzung ist grauenvoll, und ich frage mich, welcher Lektor so etwas durchgehen lässt? "Das Licht von dem Dolch" ist da nur eines von vielen Beispielen, wo Grammatik und Stil einfach vollkommen ignoriert und misshandelt wurden. Man spürt, dass der Übersetzer sich um eine gehobene und dem Inhalt angemessene Sprache bemüht. Aber leider eben nur bemüht. Mag sein, dass ich da pingelig bin, aber der Lesefluss ist empfindlich gestört. Immerhin habe ich mich durch 35 Seiten gekämpft.

Früher habe ich Bücher noch nicht so stark analysiert. Aber wenn der Schreibstil nicht gefiel, legte ich es dennoch weg. Vermutlich habe ich bei Bradley immer solche schrecklichen Übersetzungen erwischt?

Ich werde mich in der Bücherei einmal umsehen, dort gibt es bestimmt auch englische Bücher von Zimmer-Bradley. Vielleicht gelingt es mir ja, einmal ein Buch von ihr zu Ende zu lesen ;-)

SaschaSalamander 19.05.2005, 10.29 | (0/0) Kommentare | PL

AnsichtsSache

leierkastenIm wahrsten Sinne des Wortes denke ich, dass Bücher reine Ansichtssache sind. In erster Linie Ansichtssache des Autors. Denn es gibt verschiedene Arten, die Welt in sich aufzunehmen.

Bildlich gesprochen: Wenn ich mit Freunden spazierengehe, dann nimmt jeder von uns andere Dinge wahr. Das hast du bestimmt auch schon oft erlebt - mit manchen Menschen macht es Spaß, durch die Stadt zu bummeln, mit anderen ist es einfach nur ein Graus, man kann sich einfach nicht auf eine Richtung und ein Ziel einigen.
Ich habe eine Freundin, die immer dort stehenbleibt, wo ich garantiert weiterlaufen würde. Aber ich mag ihre ruhige Art und das, was sie mir dann oft zu den Dingen, die sie betrachtet, erzählt. Ein Stadtbummel mit ihr ist immer wieder ein Erlebnis.

Ein Buch lesen bedeutet, dem Autor durch die von ihm entworfene Welt zu folgen. ErClown nimmt mich an die Hand und führt mich. Er unterhält mich mit Altbekanntem, zeigt mir neue faszinierende Dinge, oder er langweilt mich. Bekannte Autoren, die exakt meine Sichtweise haben, das sind Anne Rice, Dahl, Kafka oder H.P. Lovecraft (recht schräg). Wer mir seine Ansichten näherbringt, das sind Auel, Tolkien, Bradshaw, Cervantes, Hugo, Bemman, Follett, Coelho oder Gordon. Und sehr große Probleme habe ich mit Zimmer-Bradley oder Diana Gabaldon ... aber ich gebe nicht auf ;-)

Ich habe festgestellt, dass ich eher zu der "männlichen" Sichtweise neige. Weniger die Gefühle und Gedanken als vielmehr die sachlichen, nüchternen Feststellungen. Die Gefühle stellen sich beim Lesen dann von selbst ein, vorgegebene Worte stören mich bei meinem eigenen Empfinden während des Lesens. Und viele Schriftstellerinnen bevorzugen dann doch einen eher emotionaleren Stil als ihre männlichen Kollegen.

Welche Sichtweise bevorzugst du?

Indianer

SaschaSalamander 17.05.2005, 19.44 | (0/0) Kommentare | PL

SonettenKranz

In der Rezension zu Pala habe ich gerade einen Sonettenkranz erwähnt. Bis ich im Buch das erste Mal davon erfuhr, kannte ich zwar Sonette, wusste aber nichts von einem "Sonettenkranz" ... also habe ich ein bisschen recherchiert und war absolut fasziniert.

Ist doch bereits das Dichten und Reimen für mich ein nahezu unerreichbares Ideal, um wieviel großartiger sind da erst solche Meisterwerke wie ein ganzer Sonettenkranz!

Auf der Seite Trans-Sonette findet man eine recht ausführliche Erklärung zu dieser Form des Sonetts. Besonders bewegend vor allem das Werk "Für meinen Vater" und "Sonettenkranz zum Vater unser" :-)

SaschaSalamander 15.05.2005, 15.50 | (0/0) Kommentare | PL

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