SaschaSalamander

Blogeinträge (themensortiert)

Thema: Rezensionen Hörbuch

Das Rosie-Projekt

Neugierig war ich auf DAS ROSIE-PROJEKT schon, es lief mir immer wieder über den Weg, und der Inhalt klang recht nett. Ein Asperger-Autist, der eine Liste mit Fragen für potentielle Heirats-Kandidatinnen entwirft und dann über eine Frau stolpert, die so ziemlich entgegen aller seiner Vorstellungen ist. Klingt nach einer netten romantischen Komödie. Als es das Buch dann bei einer Sonderaktion bei Audible gab, habe ich zugegriffen.
...weiterlesen

SaschaSalamander 18.11.2015, 08.46 | (0/0) Kommentare | PL

Leona - Die Würfel sind gefallen

Bankraub: Ein kleines Mädchen steht nackt und blutüberströmt in der Bank, spielt eine Nachricht von Band ab und verschwindet mit dem ihr ausgehändigten Geld. Der Fall sorgt für Wirbel, und Leona wird mit den Ermittlungen beauftragt. Doch Leona hat privat ganz andere Sorgen - das Aufdecken des Falles und das Lösen ihrer privaten Probleme stellt einen Widerspruch dar. Also muss sie versuchen, die Arbeit voranzutreiben ohne wirklich die Hintergründe der Tat aufzuklären. Wie lange kann sie ihr Spiel geheimhalten?


...weiterlesen

SaschaSalamander 07.09.2015, 09.10 | (0/0) Kommentare | PL

Option B bitte - Einzelfahrschein

VORAB

Wie im Blog bereits erwähnt, liegt es mir fern, Bücher  mit Lebensläufen oder persönlichen Erfahrungen zu bewerten. Wer bin ich, über etwas so Persönliches und Intimes zu urteilen? Daher möchte ich mich darauf beschränken, den groben Inhalt zu schildern und zu erzählen, was dies bei mir ausgelöst hat und wie ich das Buch empfand. 


INHALT

Miriam Kassner schildert in OPTION B BITTE: EINZELFAHRSCHEIN ihren Weg der Transition (Geschlechtsumwandlung). Als Jugendlicher immer das Gefühl, dass irgend etwas nicht stimmt und anders ist als bei anderen Jungen. Und nach der Erkenntnis "ich bin eine Frau" folgte das Versteckspiel, der Zwiespalt zwischen den Erwartungen an ihr männliches Rollengeschlecht und ihrer weiblichen Seele. Als das Versteckspiel nicht mehr genügte, wagte sie den Schritt in die Öffentlichkeit, outete sich vor der Familie, ging zu einem Therapeuten und absolvierte nacheinander alle Schritte, die rechtlich und medizinisch notwendig waren. Gegen Ende des Buches noch ein Interview in die Handlung eingebettet und eine kurze Geschichte aus einer anderen Phase ihres Lebens, die nicht mit der Transition in Zusammenhang steht aber dennoch erzählt werden sollte.
...weiterlesen

SaschaSalamander 06.04.2015, 08.36 | (0/0) Kommentare | PL

One Second After - Die Welt ohne Strom

Bis gerade eben führte der Protagonist noch ein völlig normales Leben als Kriegsveteran und nun als Geschichtsprofessor, als verwitweter Vater zweier Kinder. Und plötzlich - keine Autos, kein Licht, kein Fernseher, kein Toaster, kein Diabetesmessgerät. Was wirklich geschehen ist, wissen die Menschen nicht, denn sie sind von jeglicher moderner Kommunikation abgeschlossen, und da auch die Transportwege nicht mehr genutzt werden können, erhalten sie keine Information von außen. Geliebte Menschen, die nicht vor Ort waren (Dienstreise, Urlaub) sind weg, und fremde Menschen, die auf der Durchreise waren, sind plötzlich da. Streit, Plünderung, Krankheitsfälle, und jeder ist sich selbst der nächste. Was ist geschehen? Wie lange wird dieser Zustand andauern? Und wer wird überleben?
...weiterlesen

SaschaSalamander 26.03.2015, 08.40 | (0/0) Kommentare | PL

The Frog and the Mouse

Nachdem mir >THE CAT AND THE FIDDLE< bereits sehr gut gefallen hatte, freute ich mich auf THE FROG AND THE MOUSE. Auch hier singt Jacqui McShee wieder englische Kinderlieder und sorgt damit nicht nur bei Kids sondern auch bei Erwachsenen für jede Menge gute Laune. 
...weiterlesen

SaschaSalamander 23.03.2015, 08.40 | (0/0) Kommentare | PL

Hölle (Pilo Family Circus)

Eines nachts überfährt Jamie scheinbar einen Clown. Daraufhin wird er verfolgt, erhält Drohungen und Botschaften von den Clowns. Um sich zu retten, soll er eine seltsame Prüfung ablegen. Und dann wird er Mitglied des Pilo Family Zirkus. Eine groteske, bizarre Welt mit eigenen Gesetzen, in denen Jamie einen neuen Teil seiner Persönlichkeit kennen- und hassen lernt. Er kämpft gegen den Zirkus, gegen sein dunkles Selbst und muss versuchen, der Hölle zu entfliehen.
...weiterlesen

SaschaSalamander 06.03.2015, 09.46 | (0/0) Kommentare | PL

Lady Bedfort - Die Stille des Todes

Inzwischen hat der Hörplanet beinahe 80 Folgen der Reihe LADY BEDFORT veröffentlicht, und die Reihe hat meiner Ansicht nach nichts an Spannung eingebüßt. Im Gegenteil, die Charaktere haben sich weiterentwickelt, die Fälle bleiben durch ein buntes Team an Autoren abwechslungsreich, und trotz mehrfach notwendiger Wechsel der Hauptsprecherin gelingt es immer wieder, bekannte und professionelle Stimmen bis in die kleinste Nebenrolle zu präsentieren.

DIE STILLE DES TODES ist nun das erste Hörbuch. Ich war extrem neugierig, ob und wie das funktionieren soll. Denn einerseits bietet ein Hörbuch geniale Möglichkeiten (Perspektivwechsel, mehr Personen und Handlungsfäden, mehrstündiger Hörgenuss, ein komplexer Fall), andererseits ist man Lady Bedfort nun sosehr gewöhnt, dass sich eine Umstellung vielleicht erst einmal seltsam anfühlt. Passt das mehrstündige Format ohne Musik und mit nur einem Sprecher überhaupt zur Lady?
...weiterlesen

SaschaSalamander 03.02.2015, 08.45 | (0/0) Kommentare | PL

Verdächtige Geliebte

Yasuko lebt alleine mit ihrer Tochter Misato und arbeitet in einem Bentoladen. Der Exmann stalkt, er macht sie immer wieder ausfindig und ist nicht bereit, aus ihrem Leben zu verschwinden. Eines Tages geschieht das Unglück: Misato setzt sich zur Wehr, und völlig überfordert von der Situation beschließen Mutter und Tochter ihn nun zu töten. Der Mathematiklehrer Ishigami hat dies von seiner Nachbarwohnung aus gehört und bietet an zu helfen. Sie sollen nur seinen Anweisungen folgen. Die Polizei beginnt zu ermitteln. Inspektor Kusanagi bittet seinen Freund, den Physiker Yukawa, zu Hilfe, der zufällig gemeinsam mit Ishigami studiert hat. Die alles entscheidende Frage, auf die es hinauslaufen wird: "was ist schwerer - ein unlösbares Rätsel zu erschaffen, oder es zu lösen?"
...weiterlesen

SaschaSalamander 04.12.2014, 09.19 | (0/0) Kommentare | PL

Der Fall Moriarty

Holmes und Moriarty sind vor einiger Zeit bei den Reichenbachfällen ums Leben gekommen, und die Polizei muss nun ohne die Hilfe des großen Detektivs ermitteln. Ein neuer Krimineller macht das viktorianische London unsicher: Clarene Devereux, ursprünglich Amerikaner, streckt seine Finger nun nach England aus und will auf der Insel Fuß fassen.  Frederick Chase, ein amerikanischer Detektiv und Athelny Jones, ein Verehrer der Methoden Holmes´, versuchen gemeinsam dem Verbrecher auf die Spur zu kommen.
...weiterlesen

SaschaSalamander 24.11.2014, 08.43 | (1/1) Kommentare (RSS) | PL

Nicht Chicago, nicht hier

NICHT CHICAGO, NICHT HIER ist ein schon etwas älterer Titel von Kirsten Boie, der nun im Jumbo Verlag als Hörbuch mit neuem Design wiederbelebt wurde. Ich freute mich sehr, denn abgesehen von ihren Kinderbüchern mag ich vor allem ernstere Titel, mit denen sie inzwischen für mich das deutsche Pendant zu Morton Rhue stellt. Also war ich gespannt auf die CD und konnte es kaum erwarten. 

Der 13jährige Niklas bekommt einen neuen Mitschüler, Karl. Die Lehrerin möchte die beiden gleich befreunden, teilt ihnen gemeinsame Hausarbeiten zu. Doch Niklas ist nicht wohl dabei, er mag Karl nicht. Erst verschwindet eine CD, dann leiht Karl sich ungefragt das teure Laufwerk, und dann greift er ihn sogar an! Doch die Lehrerin nimmt es nicht ernst, und die Eltern unterstellen ihrem Sohn Lügen. Karls Handgreiflichkeiten werden immer schlimmer, niemand glaubt ihm, und Niklas weiß sich nicht zu wehren. 

Das Buch wird in der Schule gerne als Klassenlektüre verwendet, um das Thema Gewalt und Mobbing unter Schülern auf den Tisch zu bringen. Eigentlich eine prima Sache. Aber ich bin trotzdem nicht sehr begeistert von diesem Titel. Während des Hörens versuchte ich immer wieder, einen Zugang zu Niklas zu finden, und nach dem letzten Track ließ ich das Hörbuch nun etwa zwei Wochen auf mich wirken, um nachzuspüren, aber es will einfach nichts kommen, was das Ruder noch herumreißt. Alles in allem: ich war recht enttäuscht. Frage mich inzwischen auch, wie man das Buch in der Schule besprechen sollte. Habe ja selbst schon im Unterricht mit Jugendlichen Bücher behandelt und diskutiert, aber bei diesem hätte ich absolut keine Idee, wie ich DAS geradebiegen soll, was das Buch vermittelt ... 

Die Handlung spielt auf zwei Zeitebenen. Im Buch ist das vermutlich anders dargestellt, vielleicht mit Datum oder anderer Schrift, ich weiß es nicht. Im Hörbuch durch unterschiedliche Sprecher. Trotzdem benötigte ich einige Zeit, um die jeweiligen Zeitstränge immer wieder in Einklang zu bringen. Das störte für mich den Fluss, wenn etwa ein Name wie selbstverständlich auftauchte, den ich nicht einordnen konnte. Soll aber kein Grund für eine negative Bewertung sein, denn gerade dadurch, dass man anfangs im Unklaren ist, befasst man sich intensiver mit dem Inhalt, was hier ja gewollt ist. 

Die Charaktere prägten sich mir nicht ein. Nach zwei Wochen hatte ich sogar bereits wieder die Namen vergessen und musste erst wieder einiges nachschlagen. Das Innenleben wird wenig beleuchtet. Warum handelt der Täter so, was bewegt ihn, was ist sein Ziel? Mobbt er auch andere, und warum gerade Niklas? Warum lässt Niklas das Verhalten Karls am Anfang überhaupt zu? Warum erzählt er dem Vater nicht sofort von dem "geliehenen" Laufwerk? Warum lässt er all das über sich ergehen? Was lösen diese Geschehnisse bei ihm aus? Bei einem solchen Buch ist es wichtig, dass der Leser sich mit einem Protagonisten identifizieren kann, spürt "das könnte mir auch passieren" und "auf diese Weise könnte ich dagegen vorgehen, Niklas hat es geschafft, auch ich kann mich gewaltfrei wehren". Das habe ich hier in keinem Moment erlebt. Trotz der teilweise recht heftigen Szenen konnte ich nicht mit dem Jungen mitfiebern, sodass mir sein Schicksal recht egal war (abgesehen von dem Punkt, dass ich mich über die Bezugspersonen mehrfach aufregen musste). 

Sprachlich hat mich das Buch wenig gereizt. Boie kann deutlich mehr. Hier wird sehr umgangssprachlich geschrieben, das passt zwar zum Buch, sorgt aber in diesem Fall nicht für zusätzliche Identifikation mit den Charakteren. Es wirkt auf mich unreif und unpassend. Besonders wenn ein erwachsener Sprecher den jugendlichen Text in so einfacher Sprache vorträgt. Für Kinder (wofür die Sprache angemessen klingt) ist der Inhalt zu brutal, für Jugendliche bereits zu schlicht. 

Einen Spannungsbogen habe ich vermisst. Denn bereits zu Beginn im aktuellen Zeitfenster ist klar, wo alles enden wird. Die Frage ist nur, wie es dazu kommt. Es beginnt recht harmlos mit einer verschwundenen CD und steigert sich hin zu körperlichen Attacken, doch da man bereits weiß, wo es endet, fehlt das gewisse Etwas, das motiviert "schnell noch das eine Kapitel" zu hören. So ungern ich es sage, aber die zwei CDs schienen mir eine gefühlte Ewigkeit zu dauern, ständig die Frage "was soll jetzt noch kommen, irgendwann muss doch  mal der Kern der Geschichte erreicht sein". Und dann, am Ende, zack, aus, das war es jetzt. Schnell kontrolliert, ob ich möglicherweise eine CD vergessen hatte oder es tatsächlich auf diese Weise endet. Ja, tut es, mittendrin und sehr unversöhnlich, abgehackt und eiskalt. Dazwischen: Angriff - keine Verteidigung - Angriff - Flucht - Angriff - Hilflosigkeit - Angriff - Angst - Angriff - keinerlei Schutz durch Eltern, Schule und Gesetz. Es zieht sich und ist stellenweise sehr langatmig, dem Wechsel aus Angriff, Hilflosigkeit und gegenwärtiger Situation (die sich nicht ändert sondern immer wieder darin besteht, dass selbst die Polizei machtlos ist) zu folgen. 

Das Verhalten der Eltern und Lehrerin finde ich sehr unrealistisch. Ich denke nicht, dass ich naiv bin, und mir ist bewusst, dass manches Unrecht anfangs nicht als solches gesehen sondern bagatellisiert wird. Dennoch, mit seinen Eltern ist Niklas mehr gestraft als mit Karl, die Ignoranz der Eltern verletzt mich weit mehr als die brutalen Attacken des Täters. Eltern, die ihr bisher unproblematisches wohlerzogenes Kind sosehr vernachlässigen, dass sie es der Lüge bezichtigen, wenn er beklaut, betrogen, angegriffen wird, das schmerzt. Von der fehlenden Pädagogik und blauäugigen Heile-Welt-Brille der Lehrerin ganz zu schweigen. 

Natürlich mag das real sein, ABER: das Buch hat ein offenes Ende, und dieses ist knallhart, brutal. Die Gewalt scheint gesiegt zu haben und nun neue Gegengewalt zu produzieren. Wenn das Buch in der Schule verwendet wird, frage ich mich eindeutig, was Kinder daraus lernen sollen? Etwa: egal, ob Du der Lehrerin etwas erzählst. Egal, ob Du Dich Deinen Eltern offenbarst. Sogar völlig egal, ob Du zur Polizei gehst und eine Anzeige erstattest. Alles, wirklich alles ist völlig sinnlos. Nimm Dein Schicksal an, bleibe Opfer, leide, Dir glaubt niemand. Das Böse siegt, und wenn Du Dich nicht mit Gewalt wehrst, dann hast Du von vorneherein verloren. Wer petzt, wird ausgelacht und nicht nur vom Täter gemobbt sondern auch der Außenwelt als Weichei und Lügner dargestellt. Natural born loser.

Nein, das ist keine Botschaft, die ich jungen Menschen auf den Weg ins Leben geben möchte. Es gibt sehr gute Bücher zum Thema Gewalt unter Jugendlichen, die nicht nur zeigen, wie sie entsteht, sondern die auch Lösungen bieten und zu konstruktiven Diskussionen anregen. 

Offen gesagt: hätte ich das Buch gelesen und den Autor raten müssen, auf Boie hätte ich so ziemlich als letzte getippt. Von ihr bin ich anderes gewohnt, sowohl bei älteren wie auch neueren Titeln. Aber gut, ein Autor kann nicht nur Bestseller schreiben, es muss auch mal schwächere Titel geben. Und dies ist zweifelsfrei einer davon :(

SaschaSalamander 17.09.2014, 08.47 | (0/0) Kommentare | PL

Einträge ges.: 3540
ø pro Tag: 0,7
Kommentare: 2749
ø pro Eintrag: 0,8
Online seit dem: 21.04.2005
in Tagen: 5351
RSS 2.0 RDF 1.0 Atom 0.3